Das Brustwandlipom ist ein kapselumschlossener benigner Weichteiltumor aus reifem Fettgewebe und die haeufigste benigne Weichteilmasse der Brustwand. Es kann subkutan, intermuskkulaer oder intramuskkulaer lokalisiert sein. Es tritt typischerweise zwischen 40-60 Jahren auf und betrifft beide Geschlechter gleich. Die Bildgebungsbefunde sind hochcharakteristisch: Fettdichte im CT (-50 bis -150 HU) und T1-hyperintenses Signal mit vollstaendigem Signalverlust bei Fettsaettigung sind pathognomonisch. Laesionen zeigen homogenen Fettgehalt, sind von einer duennen Kapsel umgeben und zeigen keine Kontrastmittelanreicherung. Die Groesse betraegt typisch 1-10 cm, Riesenlipome (>10 cm) sind beschrieben. Brustwandlipome koennen gelegentlich durch den Interkostalraum intrapleural vorwoelben (Hantel-Lipom). Symptome sind meist kosmetisch oder lokaler Masseeffekt. Maligne Transformation ist praktisch nicht existent; Liposarkom muss jedoch immer differenzialdiagnostisch beruecksichtigt werden.
Altersbereich
30-70
Häufigkeitsalter
50
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Häufig
Lipome sind kapselumschlossene benigne Neoplasien aus reifen Adipozyten. Histologisch vom normalen Fettgewebe nicht unterscheidbar — aber die Kapselung und das unabhaengige Wachstum sind diagnostisch. Genetisch sind HMGA2-Rearrangements bei 12q14-15 die haeufigste Anomalie. Lipomzellen haben niedrige metabolische Aktivitaet → Grundlage fuer niedrigen FDG-Uptake im PET-CT. Reife Adipozyten enthalten einen grossen Fetttropfen aus Triglyzeriden → niedrige Attenuation im CT, kurzes T1 im MRT, Chemical-Shift-Effekt. Signalverlust bei Fettsaettigung basiert auf selektiver Elimination des Fettprotonensignals. Intramuskulaere Lipome koennen zwischen Muskelfasern infiltrieren. Hantel-Lipome erstrecken sich durch den Interkostalraum.
Die Kombination aus homogener Fettdichte im CT (-50 bis -150 HU) und T1-hyperintensem Signal mit vollstaendigem Signalverlust bei Fettsaettigung im MRT ist pathognomonisch fuer ein Lipom. Homogenes Fettsignal ohne solide Komponenten bestaetigt reifen adipoesen Gehalt.
Im nativen CT zeigen sich Brustwandlipome als gut abgrenzbare, ovale oder lobulierte Raumforderungen mit homogener Fettdichte (-50 bis -150 HU). Keine soliden Komponenten, Verkalkungen oder Weichteildichteareale. Die duenne fibroese Kapsel kann manchmal als duenne Linie sichtbar sein. Bei intramuskulaeren Lipomen koennen durchziehende Muskelfasern lineaere Weichteildichtebanden erzeugen — normaler Befund.
Berichtssatz
Eine gut abgrenzbare, kapselbegrenzte Raumforderung von ___ x ___ cm mit homogener Fettdichte (-___ HU) in der Brustwand, vereinbar mit einem Lipom.
In T1-gewichteten Sequenzen zeigt das Lipom ein homogenes hyperintenses Signal, isointens zum subkutanen Fett. Die Signalintensitaet ist identisch mit normalem subkutanem Fett — zuverlaessigster MRT-Befund fuer reifen Adipozytengehalt. Eine duenne hypointense Kapsel begrenzt die Laesion. Bei intramuskulaeren Lipomen koennen lineaere hypointense Banden sichtbar sein — durchziehende Muskelfasern.
Berichtssatz
Eine Raumforderung mit homogenem hyperintensem Signal, isointens zum subkutanen Fett in T1-gewichteten Sequenzen, vereinbar mit einem Lipom.
In fettgesaettigten Sequenzen (STIR, spektrale Fettsaettigung, Dixon) zeigt das Lipom vollstaendigen Signalverlust — Bestaetigung, dass die Laesion vollstaendig aus reifem Fettgewebe besteht. Dies ist die zuverlaessigste MRT-Technik zum Nachweis von Fettgehalt. Bei Dixon werden separate Fett- und Wasserbilder erzeugt — Lipom hell im Fettbild, Signalverlust im Wasserbild. Residualsignal deutet auf nicht-adipoeses Gewebe hin → Liposarkom-Verdacht.
Berichtssatz
Die Raumforderung zeigt homogenen Signalverlust in fettgesaettigten Sequenzen, was reinen Fettgehalt bestaetigt.
In T2-gewichteten Sequenzen zeigt das Lipom ein mittelhohe bis hohes Signal — isointens zum subkutanen Fett. T2-Signal ist weniger deutlich als T1 aber von Wasser und Muskel unterscheidbar. In STIR verliert das Lipom Signal — dieser Unterschied hat diagnostischen Wert. Nicht-adipoese Komponenten im T2 erhoehen den Liposarkom-Verdacht.
Berichtssatz
Die Raumforderung zeigt isointenses Signal zum subkutanen Fett in T2, mit vollstaendigem Signalverlust in STIR.
Im kontrastmittelverstarkten CT zeigt das Lipom keine Anreicherung — gleiche Fettdichte wie nativ. Dies reflektiert niedrige Vaskularitaet. Anreichernde solide Komponenten oder Septenverdickung nach Kontrastmittel sollten an ein atypisches lipomatoeses Neoplasma denken lassen.
Berichtssatz
Die Raumforderung zeigt keine Kontrastmittelanreicherung, vereinbar mit einem benignen Lipom.
Bei oberflaechlichen Brustwandlipomen zeigt der US eine isoechogene-hyperechogene, ovale, gut abgrenzbare, homogene Raumforderung. Die Laesion ist mit Sondendruck komprimierbar. Eine duenne hyperechogene Kapsel kann sichtbar sein. Die Abgrenzung kann schwierig sein, da die Echogenitaet dem umgebenden Fett aehnelt.
Berichtssatz
Im US zeigt sich eine isoechogene-hyperechogene, komprimierbare, avaskulaere Raumforderung, vereinbar mit einem subkutanen Lipom.
Kriterien
Lokalisation im subkutanen Fett; haeufigste Form; leicht palpabel
Unterscheidungsmerkmale
Einfache US-Beurteilung; kann im CT/MRT mit umgebendem Fett verschmelzen — Kapseldetektion wichtig
Kriterien
Lokalisation im Muskel; Muskelfasern durchziehen die Laesion; Kapsel moeglicherweise inkomplett
Unterscheidungsmerkmale
Lineaere hypointense Muskelbanden in T1-hyperintensem Fett im MRT; breitere Exzision evtl. noetig; atypisches lipomatoeses Neoplasma differenzialdiagnostisch wichtiger
Kriterien
Ausdehnung durch den Interkostalraum mit extra- und intrathorakaler Komponente; hantelfoermige Morphologie
Unterscheidungsmerkmale
In die Differenzialdiagnose pleuraler Laesionen eingehend; Beziehung zum interkostalen neurovaskulaeren Buendel wichtig; multiplanares MRT essenziell fuer praeoperative Planung
Unterscheidungsmerkmal
Liposarkom: Nicht-adipoese solide Komponenten, dicke Septen (>2 mm), nicht unterdrueckte Areale. Lipom: Homogenes Fettsignal, duenne Septen, vollstaendige Fettsaettigung, keine Anreicherung
Unterscheidungsmerkmal
Desmoidtumor: Niedriges-heterogenes T2-Signal (fibroeses Gewebe), Anreicherung vorhanden, infiltrative Raender. Lipom: T1-hyperintenses Fettsignal, vollstaendiger Verlust bei Fettsaettigung, keine Anreicherung
Unterscheidungsmerkmal
Haematom: Hohe Dichte in akuter/subakuter Phase (50-70 HU), T1-hyperintens (MetHb) aber kein Signalverlust bei Fettsaettigung, Traumaanamnese. Lipom: Homogene Fettdichte, vollstaendiger Verlust bei Fettsaettigung
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
no-follow-upLipome mit typischen Bildgebungsmerkmalen gelten als definitiv diagnostiziert und benoetigen keine Biopsie oder Nachsorge. Chirurgische Exzision ist kurativ bei symptomatischen Laesionen. Bei grossen (>10 cm) oder tiefen Laesionen und atypischen Merkmalen wird weitere Abklaerung empfohlen.
Lipome sind benigne Tumoren ohne Risiko einer malignen Transformation. Sie erfordern in der Regel keine Behandlung. Eine chirurgische Exzision kann bei symptomatischen oder kosmetisch störenden Läsionen durchgeführt werden. Bei großen (>10 cm), tief gelegenen oder schnell wachsenden Läsionen sollte ein gut differenziertes Liposarkom (atypischer lipomatöser Tumor) ausgeschlossen werden — MRT oder Biopsie wird empfohlen. Dicke Septen, noduläre Komponenten oder Enhancement sollten an ein Liposarkom denken lassen.