Sternaltumoren sind primare oder sekundare Neoplasien, die sich im Sternum (Brustbein) entwickeln. Die haufigsten malignen Tumoren des Sternums sind Metastasen (von Brust, Lunge, Niere, Schilddruse); unter den primaren Tumoren ist das Chondrosarkom am haufigsten, gefolgt von Myelom/Plasmozytom, Lymphom, Osteosarkom und Ewing-Sarkom. Primare benigne Tumoren (Osteochondrom, Enchondrom, Hamangiom) sind selten. CT zeigt typisch eine lytische oder expansile sternale Lasion, Weichteilmasse und retrosternale Ausdehnung. Blastisches Muster deutet auf Metastase (Prostata, Brust) oder Osteosarkom hin. MRT beurteilt am besten Weichteilausdehnung, Beziehung zu mediastinalen Strukturen und Knochenmarkbeteiligung. Chondroide Matrixverkalkung (Ring-und-Bogen) zeigt Chondrosarkom an; permeatives Destruktionsmuster zeigt aggressiven Tumor an. Die meisten Sternaltumoren erfordern aggressive Chirurgie (partielle/totale Sternektomie + Rekonstruktion); Biopsie ist fur die histologische Diagnose vor Chirurgie kritisch.
Altersbereich
30-80
Häufigkeitsalter
55
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Sehr selten
Die Pathogenese von Sternaltumoren variiert nach Tumortyp. Primares Chondrosarkom entwickelt sich aus maligner Chondrozytentransformation der sternalen Knorpelkomponenten (insbesondere Manubrium und Sternal-Knorpel-Junktionsregionen) — ein erheblicher Teil des Sternums besteht aus hyalinem Knorpel, was Anfalligkeit fur knorpelursprungliche Neoplasien schafft. Chondrosarkom im Sternum ist typisch niedrig- bis mittelgradig und produziert chondroide Matrix, die Ring-und-Bogen-Verkalkung im CT verursacht — das Verkalkungsmuster ist eine irregulare Wiederholung des endochondralen Ossifikationsprozesses. Multiples Myelom/Plasmozytom resultiert aus monoklonaler Proliferation von Plasmazellen im Knochenmark — Myelomzellen sezernieren osteoklastenaktivierende Faktoren (RANKL, MIP-1alpha, DKK1), die lytische Destruktion erzeugen und Neuknochbildung inhibieren; daher erscheinen sie als kalte Areale in der Szintigraphie (keine osteoblastische Aktivitat). Metastatische sternale Beteiligung erfolgt uber hamatogene Ausbreitung — die reiche vaskulare sinusoidale Architektur des Sternumknochenmarks bietet geeignete Umgebung fur metastatische Zelladhasion. Beim Osteosarkom verursacht maligne Osteoidproduktion (Knochenmatrix) hochdichte amorphe Verkalkung/Ossifikation im CT — verschieden vom organisierten Ring-und-Bogen-Muster des Chondrosarkoms.
Der Signaturbefund des Sternaltumors ist eine lytische oder expansile Knochenlasion im Sternum mit presternaler und/oder retrosternaler Weichteilmasse. Retrosternale Ausdehnung bestimmt die Beziehung zu mediastinalen Strukturen und ist fur die chirurgische Planung kritisch wichtig.
Im nativen CT prasentiert sich ein Sternaltumor typisch als lytische (knochendestruktive) oder expansile (knochenexpandierende) Lasion im Sternum. Bei lytischen Lasionen werden kortikale Destruktion, Defektbildung und sternale Konturirregularitat gesehen. Bei expansilen Lasionen expandiert das Sternum und die verbleibende Kortikalis wird dunner ('Ballon'-Muster — typisch fur Chondrosarkom und Plasmozytom). Weichteilmasse dehnt sich typisch von der anterioren (presternalen) und/oder posterioren (retrosternalen) Oberflache der Knochenlasion aus. Retrosternale Ausdehnung ist kritisch fur die Evaluation der Beziehung zu mediastinalen Strukturen. Destruktionsmuster zeigt Tumortyp an: geographische Destruktion = langsam wachsend; mottenfrassartig = intermediar aggressiv; permeativ = hochaggressiv. Prasenz und Muster der Matrixverkalkung leitet die Diagnose.
Berichtssatz
Eine lytische/expansile Knochenlasion von ___ x ___ cm in der ___ (Manubrium/Korpus/Xiphoid) Region des Sternums mit begleitender ___ x ___ cm Weichteilmasse wird gesehen, retrosternale Ausdehnung ___ (vorhanden/fehlend).
Im kontrastmittelverstarkten CT variiert das Anreicherungsmuster von Sternaltumoren nach Tumortyp. Beim Chondrosarkom reichern Septen und periphere Bereiche an wahrend chondroidematrixhaltige Lobuli nicht anreichern — 'septale Anreicherung' ist charakteristisch. Myelom/Plasmozytom zeigt homogene oder leicht heterogene Anreicherung. Bei Metastasen variiert die Anreicherung abhangig vom Primartumor. Beim Osteosarkom wird heterogene Anreicherung gesehen. Beim Ewing-Sarkom wird homogene bis leicht heterogene Anreicherung gesehen.
Berichtssatz
Die sternale Lasion zeigt ___ (homogenes/heterogenes/septales) Anreicherungsmuster in der kontrastmittelverstarkten Serie; retrosternale Weichteilausdehnung steht in Beziehung zu ___.
In T1-gewichteten Bildern wird der Sternaltumor als Lasion mit niedriger bis intermediarer Signalintensitat gesehen, die normales Knochenmarkfett (T1-hyperintens) ersetzt. Normales sternales Knochenmark bei Erwachsenen ist uberwiegend Fettgewebe und zeigt hyperintenses Signal isointens zu subkutanem Fett auf T1. Tumorinfiltration eliminiert Fettsignal und erzeugt hypointenses (Chondrosarkom, Myelom, Metastase) oder isointenses (Lymphom) Signal. Der Grad der T1-Hypointensitat korreliert mit Tumorzellularitat. Retrosternale Weichteilausdehnung wird als Obliteration mediastinaler Fettebenen auf T1 bewertet.
Berichtssatz
In T1-gewichteten Bildern wird eine Lasion mit ___ Signalintensitat, die normales Knochenmarkfettsignal ersetzt, in der ___ Region des Sternums gesehen.
In T2-gewichteten Bildern variiert die Signalintensitat von Sternaltumoren signifikant nach Tumortyp. Chondrosarkom zeigt deutlich hyperintenses T2-Signal — spiegelt hohen Wassergehalt des hyalinen Knorpels wider und ist zusammen mit lobularer Morphologie pathognomonisch. Myelom/Plasmozytom zeigt intermediares bis hohes T2-Signal. Metastasen zeigen variables Signal abhangig vom Primartumor. Beim Osteosarkom sind mineralisierte Bereiche T2-hypointens, vitale Tumorbereiche hyperintens — heterogenes Erscheinungsbild.
Berichtssatz
Die sternale Lasion zeigt ___ (deutlich hyperintenses/intermediar hyperintenses/heterogenes) Signal in T2-gewichteten Bildern, mit ___ (lobularer Morphologie/diffuser Infiltration/mineralisierten Komponenten).
Im FDG-PET-CT zeigen maligne Sternaltumoren generell hohe FDG-Aufnahme. Osteosarkom und Ewing-Sarkom zeigen die hochsten SUVmax-Werte (meist >10). Chondrosarkom ist gradabhangig — niedriggradige Chondrosarkome zeigen niedrige bis intermediare SUVmax (2-5), hochgradige/dedifferenzierte hocheSUVmax (>8). Beim Myelom ist die Aufnahme meist hoch aber kann diffus sein. PET-CT spielt eine kritische Rolle in der metastatischen Stadieneinteilung und Biopsieplanung.
Berichtssatz
Erhohte metabolische Aktivitat wird in der sternalen Lasion im FDG-PET-CT gesehen (SUVmax: ___); ___ (systemische Metastase/Lymphknotenbeteiligung/zusatzliche Knochenlasion) ___ (nachgewiesen/nicht nachgewiesen).
In der Knochenszintigraphie (99mTc-MDP) variiert die Aufnahme von Sternaltumoren signifikant nach Tumortyp. Tumoren mit osteoblastischer Aktivitat (Osteosarkom, blastische Metastase, Chondrosarkom) zeigen erhohte Aufnahme ('heisse Lasion'). Myelom/Plasmozytom zeigt verminderte Aufnahme ('kalte Lasion') weil es osteoblastische Aktivitat inhibiert — dies ist die wichtigste Limitation der Knochenszintigraphie beim Myelom. Lytische Metastasen zeigen generell erhohte Aufnahme aber rein aggressive lytische Metastasen konnen kalt sein.
Berichtssatz
In der Knochenszintigraphie wird ___ (erhohte/verminderte/normale) Radiopharmakon-Aufnahme im Sternum gesehen; zusatzliche Knochenlasion ___ (nachgewiesen/nicht nachgewiesen).
Kriterien
Expansile lytische Lasion + Ring-und-Bogen-Verkalkung (chondroide Matrix) + deutlich hyperintenses T2-Signal; Pradilektion fur Manubrium und Sternal-Knorpel-Junktionen; meist niedrig- bis mittelgradig
Unterscheidungsmerkmale
Ring-und-Bogen-Verkalkung ist pathognomonisch; lobulare Morphologie am besten in T2-MRT gesehen; Chemotherapie/Strahlentherapie unwirksam — Behandlung ist weite chirurgische Resektion; 5-Jahres-Uberleben >90% bei niedriggradigem
Kriterien
Einzelne (Plasmozytom) oder multiple (Myelom) lytische Lasionen; KEINE Matrixverkalkung; expansile oder permeative Destruktion; KALT in Knochenszintigraphie; Serum-/Urin-Proteinelektrophorese abnormal
Unterscheidungsmerkmale
Kalte Lasion in Knochenszintigraphie ist charakteristisch fur Myelom (Osteoblasteninhibition); 'ausgestanztes' lytisches Muster; kein sklerotischer Rand im CT; diffuse Markinfiltration im MRT T1-hypointens, T2/STIR-hyperintens
Kriterien
Bekannte primare Malignitatsanamnese; lytisch (Lunge, Niere, Schilddruse) oder blastisch (Prostata, Brust) oder gemischtes Muster; meist begleitet von multiplen Knochenlasionen; Primartumor-Typ bestimmt Anreicherungs- und Destruktionsmuster
Unterscheidungsmerkmale
Metastase ist die haufigste Gesamtursache sternaler Malignitat; Primartumorscreening sollte auch bei solitarer sternaler Lasion durchgefuhrt werden; PET-CT ist kritisch fur Staging und Primartumorsuchee; Biopsie erforderlich fur histologische Bestatigung und Primartumortypisierung
Kriterien
Osteosarkom: amorphe Osteoid-Matrixverkalkung, permeative Destruktion, grosse Weichteilmasse, jung-mittleres Alter; Ewing: permeative Destruktion, Zwiebelschalen-Periostreaktion, grosse Weichteilmasse, padiatrisch/junger Erwachsener
Unterscheidungsmerkmale
Beide sind hochgradige aggressive Tumoren; neoadjuvante Chemotherapie + weite chirurgische Resektion ist Standard; PET-CT kritisch in Therapieansprechen-Evaluation; EWSR1-FLI1-Fusionsgen diagnostisch bei Ewing
Unterscheidungsmerkmal
Rippenchondrosarkom an kostochondraler Junktion; sternales Chondrosarkom im Sternum; Ring-und-Bogen-Verkalkung bei beiden gemeinsam — Lokalisation unterscheidet
Unterscheidungsmerkmal
Multiples Myelom wird von weitverbreiteten lytischen Lasionen (Schadel, Wirbelkorper, Becken, Rohrenknochen) begleitet; solitare sternale Lasion kann Plasmozytom sein; Serum-Proteinelektrophorese und Knochenmarkbiopsie stellen definitive Diagnose
Unterscheidungsmerkmal
Metastase hat bekannte primare Malignitatsanamnese; meist begleitet von multiplen Knochenlasionen; PET-CT ermoglicht Primartumordetektion und Staging; Biopsie bestatigt Konkordanz mit Primartumortyp
Unterscheidungsmerkmal
Mediastinales Lymphom kann sternale Invasion mit retrosternaler Ausdehnung imitieren; beim Lymphom ist die primare Masse mediastinal mit sekundarer Knocheninvasion, beim Sternaltumor besteht primare Knochenlasion
Dringlichkeit
urgentManagement
surgicalBiopsie
ErforderlichNachsorge
3-monthSternaltumoren erfordern aufgrund ihres biologischen Verhaltens und der chirurgischen Komplexitat einen multidisziplinaren Ansatz. Biopsie ist fur die histologische Diagnose obligat. Fur primare Tumoren ist die Behandlung weite chirurgische Resektion (partielle oder totale Sternektomie + Brustwandrekonstruktion). Beim Chondrosarkom sind Chemotherapie und Strahlentherapie generell unwirksam. Beim Osteosarkom und Ewing-Sarkom ist neoadjuvante Chemotherapie + Chirurgie + adjuvante Chemotherapie Standard. Follow-up-Bildgebung wird mit CT oder MRT in 3-monatigen Intervallen fur die ersten 2 Jahre durchgefuhrt.
Der erste Schritt bei der Bewertung von Sternumtumoren ist die Unterscheidung zwischen primär und sekundär. Bei Patienten mit bekanntem Malignom sollten Metastasen primär erwogen und ein systemisches Staging mit PET-CT durchgeführt werden. Primäre Sternumtumoren (Chondrosarkom, Osteosarkom, Plasmozytom) erfordern in der Regel eine weite chirurgische Resektion — mit Brustwandrekonstruktion. Strahlentherapie ist beim Plasmozytom wirksam. Chemotherapie ist die Primärbehandlung beim Lymphom. Eine Biopsie ist für die Diagnose obligat — kann CT- oder US-gesteuert durchgeführt werden. Eine multidisziplinäre Tumorboard-Bewertung wird empfohlen.