Der fibrovaskuläre Polyp ist ein seltener benigner gestielter Tumor des Ösophagus, bestehend aus einer Mischung von fibrösem Gewebe, Fett, vaskulären Strukturen und submukosalen glandulären Elementen. Stammt meist vom oberen Ösophagus/cricopharyngealen Region (Killian-Dreieck) und kann als gestielte Masse bis zum distalen Ösophagus reichen — manchmal über 20-25 cm. Häufiger bei Männern (3:1), typischerweise im Alter von 60-70 Jahren. Die schwerwiegendste Komplikation ist Atemwegsobstruktion durch Regurgitation in die Mundhöhle mit Risiko des plötzlichen Todes. Gemischte Fett- + Weichteildichten im CT und intraluminale gestielte Masse sind pathognomonisch.
Altersbereich
40-80
Häufigkeitsalter
60
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Sehr selten
Der fibrovaskuläre Polyp entsteht aus lockerem submukösalem Bindegewebe im oberen Ösophagus. Das Killian-Dreieck ist ein anatomisch schwacher Punkt, der für Mukosaherniierung prädisponiert. Chronische mechanische Irritation verursacht submukosalen Gewebeprolaps ins Lumen. Peristaltische Zugkraft führt zur Polypenelongation. Der Fettgehalt zeigt sich als Fettdichte im CT und T1-Hyperintensität im MRT. Riesenpolypen können in den Mund prolabieren und eine Atemwegsobstruktion verursachen.
Riesige gestielte intraluminale Masse, ausgehend vom oberen Ösophagus nach distal reichend, mit sowohl Fett- als auch Weichteildichten, ist pathognomonisch für fibrovaskulären Polyp.
Heterogene Raumforderung im Ösophaguslumen im CT — Fettdichtebereiche (-40 bis -100 HU), Weichteildichte fibröse Bereiche (30-60 HU) und kontrastmittelaufnehmende vaskuläre Komponenten zusammen. Die Masse ist meist wurst-/zylinderförmig. Der Stiel ist am besten im oberen Ösophagus zu beurteilen.
Berichtssatz
Eine heterogene gestielte Raumforderung mit sowohl Fett- als auch Weichteildichten im Ösophaguslumen, ausgehend vom oberen Ösophagus und nach distal reichend, vereinbar mit fibrovaskulärem Polyp, wird beschrieben.
Fettsignal im Polypen in T1-gewichteten Bildern — hyperintense Areale isointens zum subkutanen Fett. Deutlicher Signalverlust in Fettarealen in Fettsuppressionssequenzen — bestätigt definitiv den Fettgehalt.
Berichtssatz
Hyperintense Areale isointens zum subkutanen Fett im Polypen in T1-gewichteten Bildern mit Signalverlust in Fettsuppressionssequenzen werden beschrieben und bestätigen die Diagnose eines fibrovaskulären Polyps.
Heterogenes Signal des Polypen in T2-gewichteten Bildern — Fettkomponente intermediäres-hohes Signal, fibröse Komponente niedriges Signal, vaskuläre Komponente Flow-Void oder variables Signal.
Berichtssatz
Heterogene Signalstruktur des Polypen in T2-gewichteten Bildern, die die Mischung aus Fett-, fibrösen und vaskulären Komponenten widerspiegelt, wird beschrieben.
Intraluminale Raumforderung mit Fettdichte im Ösophaguslumen im nativen CT. Fettbereiche zeigen negative Dichtewerte zwischen -40 und -100 HU. Die Masse ist durch einen Stiel mit dem oberen Ösophagus verbunden.
Berichtssatz
Eine intraluminale gestielte Raumforderung mit Fettdichte im Ösophaguslumen im nativen CT wird beschrieben und unterstützt nachdrücklich die Diagnose eines fibrovaskulären Polyps.
Kontrastmittelaufnahme in vaskulären Komponenten des Polypen in der arteriellen Phase. Anreichernde Areale sind meist im Polypenstiel und zentralen Bereichen konzentriert. Fettbereiche nehmen kein Kontrastmittel auf.
Berichtssatz
Kontrastmittelaufnehmende vaskuläre Komponenten im Polypenstiel und zentralen Bereichen werden beschrieben; die Identifizierung des vaskulären Stiels ist für die Operationsplanung wichtig.
Intraluminale Raumforderung mit heterogener Echogenität im Ösophaguslumen im EUS. Fettkomponente hyperechogen, fibröse Komponente iso-hypoechogen, vaskuläre Strukturen als tubuläre Strukturen mit Fluss im Doppler.
Berichtssatz
Eine heterogene gestielte Raumforderung mit hyperechogenem Fett und iso-hypoechogenen fibrösen Arealen im Ösophaguslumen mit vaskulärem Fluss im Doppler im EUS wird beschrieben.
Kriterien
Größe <5 cm, meist asymptomatisch oder milde Dysphagie. Ausgeglichene Fett- und fibröse Komponenten. Endoskopische Resektion möglicherweise möglich.
Unterscheidungsmerkmale
Kleine intraluminale gestielte Masse im CT, diagnostiziert durch Fettgehalt. Niedriges Risiko für Regurgitation und Atemwegsobstruktion.
Kriterien
Größe >15 cm (manchmal über 25 cm). Deutliche Dysphagie, Regurgitationsanamnese. Risiko für Atemwegsobstruktion und plötzlichen Tod. Chirurgische Resektion obligatorisch.
Unterscheidungsmerkmale
Riesige intraluminale Masse vom oberen Ösophagus bis zum Magen im CT. Präoperative CT-Angiographie kartiert den vaskulären Stiel.
Kriterien
Fettkomponente dominant (>70 %). Vorwiegend Fettdichte im CT. Vom Lipom unterschieden durch vaskuläre Komponente und fibröse Areale.
Unterscheidungsmerkmale
Vorwiegend negative Dichte mit fokalen Weichteil- und anreichernden vaskulären Arealen im CT. Reines Lipom hat homogene Fettdichte ohne Anreicherung.
Unterscheidungsmerkmal
Leiomyom enthält kein Fett — homogene Weichteildichte solide submukosale Masse; fibrovaskulärer Polyp enthält Fettdichte (negative HU).
Unterscheidungsmerkmal
GIST enthält kein Fett und zeigt heterogene Anreicherung; fibrovaskulärer Polyp enthält Fettdichte. GIST ist meist exophytisch; fibrovaskulärer Polyp ist intraluminal gestielt.
Unterscheidungsmerkmal
Plattenepithelkarzinom enthält kein Fett, zeigt irregulären Kontur, infiltratives Wachstum und LAP; fibrovaskulärer Polyp enthält Fett, glatte Mukosabedeckung und keine LAP.
Unterscheidungsmerkmal
Lipom hat homogene Fettdichte ohne fibröse oder vaskuläre Komponenten; fibrovaskulärer Polyp ist heterogen. Lipom ist meist klein und sessil; fibrovaskulärer Polyp ist meist groß und gestielt.
Dringlichkeit
urgentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralDiagnose des fibrovaskulären Polyps erfolgt durch Bildgebung — Biopsie meist nicht erforderlich. Chirurgische Resektion ist bei Riesenpolypen (>15 cm) dringlich aufgrund des Atemwegsobstruktions- und plötzlichen Todesrisikos. Präoperative CT/MR-Angiographie kartiert den vaskulären Stiel.
Fibrovaskuläre Polypen können in den Mund regurgitiert werden und bergen ein Erstickungsrisiko. Die chirurgische Resektion ist indiziert. Die endoskopische Resektion ist bei kleinen Läsionen möglich, aber aufgrund des Blutungsrisikos ist Vorsicht geboten. Es besteht kein Risiko einer malignen Transformation.