Die Mekoniumperitonitis ist eine sterile chemische Peritonitis, die entsteht, wenn Mekonium nach Darmperforation in der fetalen oder neonatalen Periode in die Peritonealhoehle austritt. Wenn Mekonium peritoneale Oberflaechen kontaktiert, erzeugt es eine intensive Entzuendungsreaktion — die zu Verkalkung, Fibrose und Pseudozystenbildung fuehrt. Der pathognomonische Bildgebungsbefund ist die peritoneale Verkalkung — feine, lineare oder grobe Verkalkungen werden auf peritonealen Oberflaechen ausserhalb des Darms gesehen. Perforationsursachen umfassen Mekoniumileus (30-40%), intestinale Atresie, Volvulus, interne Hernie und idiopathische Ursachen.
Altersbereich
0-0
Häufigkeitsalter
-
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Sehr selten
Die Mekoniumperitonitis entwickelt sich als Folge einer fetalen Darmperforation. Waehrend der Perforation tritt Mekonium aus dem Darmlumen in die Peritonealhoehle aus. Mekonium enthaelt Gallensalze, Pankreasenzyme, Cholesterinkristalle und Plattenepithelzellen — diese Komponenten erzeugen intensive chemische Irritation am Peritoneum. Die Schaedigung peritonealer Mesothelzellen initiiert eine Entzuendungskaskade: Makrophageninfiltration → Zytokinfreisetzung → Fibroblastenproliferation → Kollagenablagerung → Granulationsgewebebildung. Verkalkung bildet sich durch dystrophische Kalksalzablagerung. Pseudozyste bildet sich als extraluminale Mekoniumkollektion mit fibroetischer Wand.
Verkalkungen auf peritonealen Oberflaechen ausserhalb des Darms im Abdominalroentgen sind pathognomonisch fuer Mekoniumperitonitis. Verkalkungen koennen fein linear, plaqueartig oder nodulaer sein. Beim Neugeborenen indiziert peritoneale Verkalkung fast immer Mekoniumperitonitis.
Verkalkungen auf peritonealen Oberflaechen ausserhalb des Darms werden im AXR gesehen — dieser Befund ist pathognomonisch fuer Mekoniumperitonitis. Verkalkungen koennen fein, linear, plaqueartig oder nodulaer sein. Sie werden typischerweise in den Flanken, am Beckenboden, unter der Leber und unter dem Zwerchfell gesehen. Skrotale Verkalkung kann durch Mekonium resultieren, das durch einen offenen Processus vaginalis ins Skrotum absteigt.
Berichtssatz
Extraluminale Verkalkungen auf peritonealen Oberflaechen werden im AXR gesehen; dieser Befund ist vereinbar mit Mekoniumperitonitis; weitere Evaluation fuer zugrunde liegende Darmperforation wird empfohlen.
Die praenatale Sonographie zeigt hyperechogene Herde (Verkalkung) im fetalen Abdomen — sie koennen verstreut oder gehaeuft auf peritonealen Oberflaechen gesehen werden. Aszites (anechogene freie Fluessigkeit) begleitet haeufig. Dilatierte Darmschlingen deuten auf Obstruktion hin. Die Mekoniumpseudozyste erscheint als verkalkt begrenzte, gemischt echogene Masse.
Berichtssatz
Hyperechogene kalzifizierte Herde auf peritonealen Oberflaechen und Aszites werden im fetalen Abdomen im praenatalen Ultraschall gesehen; die Befunde sind vereinbar mit Mekoniumperitonitis.
Die Mekoniumpseudozyste erscheint als zystische Masse mit verkalkter oder fibrotischer Wand und heterogenem internem Inhalt (Mekonium + Fluessigkeit + Debris). Die Groesse ist variabel. Wandverkalkung zeigt sich als hyperechogener Saum und kann posteriore Schallabschattung erzeugen.
Berichtssatz
Eine intraabdominale zystische Masse mit verkalkter Wand und heterogenem Inhalt (Mekoniumpseudozyste) wird gesehen; die Befunde sind vereinbar mit Mekoniumperitonitis.
Das CT zeigt deutlich hochdichte Verkalkungen (>100 HU) auf peritonealen Oberflaechen. CT beurteilt am besten die Verteilung der Verkalkungen, Pseudozystengroesse und Darmverschlussmuster.
Berichtssatz
Hochdichte Verkalkungen auf peritonealen Oberflaechen und eine Pseudozyste mit verkalkter Wand werden im CT gesehen; die Befunde sind vereinbar mit Mekoniumperitonitis.
Skrotale Verkalkung bei maennlichen Neugeborenen resultiert aus Mekonium, das durch einen offenen Processus vaginalis ins Skrotum absteigt. Skrotale Verkalkung kann im AXR oder Skrotumroentgen detektiert werden. Dieser Befund ist hochspezifisch fuer Mekoniumperitonitis.
Berichtssatz
Skrotale Verkalkung wird gesehen, vereinbar mit Mekoniumpassage durch einen offenen Processus vaginalis bei Mekoniumperitonitis.
Kriterien
Perforation verschlossen, weitreichende fibrotische Adhaesionen und Verkalkung, keine Pseudozyste
Unterscheidungsmerkmale
Haeufigster Typ, gewoehnlich als inzidentelle Verkalkung beim asymptomatischen Neugeborenen detektiert, Chirurgie generell nicht noetig
Kriterien
Pseudozyste mit verkalkter Wand gebildet, Mekonium in der Zyste begrenzt, Perforation verschlossen oder mit Zyste verbunden
Unterscheidungsmerkmale
Kann Darmverschluss durch Masseneffekt verursachen, Chirurgie moeglicherweise noetig, Masse mit verkalkter Wand im AXR/US
Kriterien
Aktive/offene Perforation, weitreichende Peritonitis, Aszites, Sepsiszeichen
Unterscheidungsmerkmale
Schwerster Typ, erfordert Notfallchirurgie, Neugeborenes erscheint septisch, schlechteste Prognose, Pneumoperitoneum kann gesehen werden
Unterscheidungsmerkmal
Mekoniumileus ist distale Ileumobstruktion ohne Perforation; Seifenblasenzeichen + Mikrokolon vorhanden; keine peritoneale Verkalkung (sofern nicht kompliziert)
Unterscheidungsmerkmal
Neuroblastom/Teratom kann als kalzifizierte Masse mit Mekoniumpseudozyste verwechselt werden; Neuroblastom ist extrarenalen Ursprungs mit erhoehten Harnkatecholaminen
Unterscheidungsmerkmal
Beim Neugeborenen indiziert peritoneale Verkalkung fast immer Mekoniumperitonitis; andere Ursachen peritonealer Verkalkung werden in dieser Altersgruppe praktisch nicht gesehen
Dringlichkeit
emergentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
3-monthDas Management der Mekoniumperitonitis wird durch den Perforationsstatus bestimmt. Bei verschlossenen Perforationen (fibro-adhaesiver Typ) kann das asymptomatische Neugeborene konservativ beobachtet werden. Generalisierter Typ erfordert Notfall-Laparotomie.
Die Behandlung der Mekoniumperitonitis ist chirurgisch und richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache (Atresie, Volvulus). Der fibro-adhäsive Typ löst sich meist spontan auf. Der zystische Typ (Pseudozyste) kann eine chirurgische Drainage erfordern. Der generalisierte Aszites-Typ hat die schlechteste Prognose. Die pränatale Diagnose ist wichtig für die Geburtsplanung — Überweisung an ein chirurgisches Zentrum ist erforderlich.