Endometriumpolyp ist eine benigne fokale endometriale Läsion, bestehend aus Endometriumdrüsen, Stroma und Blutgefäßen, die als intraluminale Raumforderung in der Endometriumhöhle vorkommt. Er tritt bei 7,8-34,9% der Frauen im reproduktiven Alter und 12-42% der postmenopausalen Frauen auf. Abnormale uterine Blutung (Menorrhagie, intermenstruelle Blutung, postmenopausale Blutung) ist die häufigste klinische Präsentation. Beziehung zur Infertilität ist bewiesen — durch mechanische Obstruktion und beeinträchtigte endometriale Rezeptivität. Im US erscheint er als fokale Endometriumverdickung oder echogene/isoechogene Raumforderung in der Endometriumhöhle — Darstellung des Versorgungsgefäßes (Feeder-Vessel) im Doppler hat hohe Spezifität für die Diagnose. SIS (Salin-Infusions-Sonohysterographie) ist die Goldstandard-US-Methode für Polypdiagnose — intrakavitäre Raumforderung klar dargestellt umgeben von Kochsalzlösung. Im MRT zeigt der Polyp intermediär-hohes T2-Signal — deutlich unterschiedlich vom T2-hypointensen Leiomyom. Risiko maligner Transformation ist niedrig (0,5-4,8%), aber Größe, Symptompräsenz und postmenopausaler Status erhöhen das Risiko. Hysteroskopische Polypektomie ist der Goldstandard der Behandlung — diagnostisch und therapeutisch, minimal invasiv, fertilitätserhaltend.
Altersbereich
30-70
Häufigkeitsalter
50
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Sehr häufig
Endometriumpolyp entwickelt sich aus fokaler, exzessiver Proliferation glandulärer und stromaler Zellen der endometrialen Basalschicht. Anders als normales Endometrium regrediert Polypengewebe nicht synchron mit dem Menstruationszyklus — Basalschichtzellen sind östrogenempfindlich aber relativ progesteronresistent, diese hormonelle Asymmetrie führt zu unkontrolliertem Wachstum. Der Polypenkörper besteht aus drei Hauptkomponenten: (1) Endometriumdrüsen — generell dilatiert, zystisch (mikrozystisches Muster), irreguläre Morphologie unterschiedlich vom funktionellen Endometrium, (2) Fibröses Stroma — verdicktes Bindegewebe mit dichtem Kollagen, (3) Dickwandige Blutgefäße — versorgende Arterie (Feeder-Vessel) am Polypenbasis/-stiel verlaufend ist charakteristisch. Pathophysiologische Grundlage der Bildgebungsbefunde: Das Versorgungsgefäß geht von der endometrialen Basalschicht aus und tritt in den Polypenkörper ein — als einzelne arterielle vaskuläre Struktur im Doppler nachweisbar (Spezifität >95%). Im US erscheint der Polyp aufgrund stromaler Zusammensetzung generell isoechogen-hyperechogen relativ zum Endometrium. Zystische glanduläre Dilatationen manifestieren sich als kleine anechogene Herde im US und hyperintense Areale im MR T2 — diese zystischen Bereiche sind häufig bei Polypen und dienen als diagnostische Hinweise. Intermediär-hohes Signal in T2 spiegelt die Mischung aus fibrösem Stroma + glandulären Strukturen wider — deutlich unterschiedlich von der T2-Hypointensität (fibröse Muskulatur) des Leiomyoms. Während das Risiko maligner Transformation niedrig ist, steigt es mit Größe >15 mm, postmenopausalem Status, Tamoxifen-Anwendung und symptomatischen Polypen.
Einzelne versorgende arterielle Struktur aus der endometrialen Basalschicht am Polypenstiel/-basis im Farb- oder Power-Doppler — spezifischster Befund für Endometriumpolyp-Diagnose (Spezifität >95%). Beim submukosalen Myom geht die versorgende Arterie vom Myometrium aus und zeigt peripheres zirkumferentielles Muster — dieser Unterschied ist die Grundlage der Doppler-Differenzierung zwischen den beiden Läsionen.
Fokale isoechogene oder leicht hyperechogene Raumforderung in der Endometriumhöhle — erweitert das Endometriumband oder erzeugt asymmetrische Verdickung. Kleine anechogene zystische Areale (dilatierte Drüsen) darin sind häufig und dienen als wichtige diagnostische Hinweise. Glatte Grenzen, ovale oder lobulierte Form. Einige Polypen können komplett anechogen sein (zystischer Polyp). Kann durch Isoechogenität mit Endometriumgewebe in der Sekretionsphase verborgen sein — US ist diagnostischer in der Proliferationsphase (früh postmenstruell). Polyp kann durch fokale Verdickung bei Endometriumdickenmessungen fehlerhafte Messungen verursachen.
Berichtssatz
Eine ___ x ___ mm große, glatt begrenzte, isoechogene/leicht hyperechogene fokale Läsion mit kleinen zystischen Arealen darin zeigt sich in der Endometriumhöhle; vereinbar mit Endometriumpolyp.
Einzelne versorgende arterielle Struktur aus der endometrialen Basalschicht am Polypenstiel/-basis im Farbdoppler (Feeder-Vessel-Zeichen) — spezifischster Doppler-Befund für Polypdiagnose (Spezifität >95%, Sensitivität 75-80%). Vaskularität im Polypenkörper ist generell minimal oder fehlend. Versorgende Arterie tritt an der Polypenbasis ein und kann durch den Körper verfolgt werden. Unterschiedlich vom peripheren zirkumferentiellen Muster des submukosalen Myoms — Gefäße entlang der Pseudokapsel beim Myom, einzelne zentrale Arterie beim Polypen.
Berichtssatz
Eine einzelne versorgende arterielle Struktur (Feeder-Vessel-Zeichen) wird an der Basis der endometrialen Läsion im Farbdoppler nachgewiesen und unterstützt die Diagnose eines Endometriumpolypen.
Echogene intrakavitäre Raumforderung umgeben von Kochsalzlösung bei SIS — glatte Oberfläche, mit Endometrium bedeckt. Polypengröße, Lokalisation und Stiel werden präzise bewertet. Keine intramurale Komponente (unterschiedlich vom submukosalen Myom). Kleine Polypen (<5 mm) können ohne SIS nicht nachgewiesen werden. SIS hat Sensitivität 93-95% und Spezifität 90-94% für Polypdiagnose — hohe Korrelation mit Hysteroskopie.
Berichtssatz
In der SIS zeigt sich in der Endometriumhöhle eine ___ x ___ mm große, glatt-oberflächige, echogene intrakavitäre Raumforderung, umgeben von Kochsalzlösung, vereinbar mit Endometriumpolyp.
Intrakavitäre Raumforderung mit intermediär-hohem Signal in der Endometriumhöhle in T2 — ähnliches oder leicht niedrigeres Signal als umgebendes Endometrium. Scharf unterschiedlich von deutlicher T2-Hypointensität des Leiomyoms — diese Unterscheidung ist der wertvollste MRT-Befund. Zystische glanduläre Dilatationen erscheinen als hyperintense Punkte in T2. Polypenstiel/-basis kann niedrigeres Signal in T2 zeigen (fibröse Komponente). Glatt begrenzt, der Endometriumhöhle folgend. Höhlenflüssigkeit kann als dünner hyperintenser Ring um den Polypen gesehen werden.
Berichtssatz
In T2 zeigt sich in der Endometriumhöhle eine ___ x ___ mm große, glatt begrenzte intrakavitäre Läsion mit intermediär-hohem Signal und kleinen hyperintensen zystischen Arealen darin; vereinbar mit Endometriumpolyp.
Polyp zeigt prominente Kontrastmittelanreicherung im MRT — besonders in der fibrösen Kern-/Stielregion. Anreicherung beginnt an vaskulären Strukturen in der Frühphase, fibröses Stroma hält Kontrast in der Spätphase. Anreicherungsmuster ist prominenter als Endometrium. Polyp zeigt generell keine signifikante Diffusionsrestriktion im DWI (benigne) — DWI ist kritisch für Differenzierung vom Endometriumkarzinom.
Berichtssatz
Die Läsion in der Endometriumhöhle zeigt prominente Kontrastmittelanreicherung in den kontrastmittelverstärkten Serien mit Kontrastretention im fibrösen Kern; vereinbar mit Endometriumpolyp.
Kriterien
Drüsen, die auf hormonelle Stimulation reagieren, proliferatives oder sekretorisches Endometrium-ähnliche Struktur
Unterscheidungsmerkmale
Häufigster Typ im reproduktiven Alter. Ändert sich teilweise mit Menstruationszyklus. Zyklische Echogenitätsänderung im US. Niedrigstes Risiko maligner Transformation. Kleine Polypen können spontan regredieren.
Kriterien
Atrophische Drüsen, dichtes fibröses Stroma, niedrige glanduläre Aktivität
Unterscheidungsmerkmale
Häufig bei postmenopausalen Frauen. Echogener im US (dichtes fibröses Stroma). Relativ niedrigeres Signal im MR T2 (fibröse Dominanz). Höheres Risiko maligner Transformation als funktioneller Typ — Biopsie erforderlich.
Kriterien
Assoziiert mit Tamoxifen-Anwendung, häufig multipel und groß, prominente zystische glanduläre Dilatationen
Unterscheidungsmerkmale
Bei 20-36% der Tamoxifen-Anwenderinnen. Häufig multipel, groß, prominente zystische Dilatationen. 'Schweizer Käse'-Muster im US (zahlreiche zystische Bereiche). Erhöhtes Risiko maligner Transformation (3-10%). Hysteroskopische Polypektomie + Biopsie obligatorisch.
Unterscheidungsmerkmal
Submukosales Myom zeigt deutliche T2-Hypointensität (fibröse Muskelstruktur), Polyp zeigt intermediär-hohes T2-Signal. Pseudokapsel beim Myom vorhanden, beim Polypen fehlend. Versorgende Arterie vom Myometrium (peripheres Muster) beim Myom, von endometrialer Basalschicht (einzelne zentrale Arterie) beim Polypen. Myometriale Komponente beim Myom vorhanden, beim Polypen fehlend.
Unterscheidungsmerkmal
Endometriumkarzinom zeigt deutliche Diffusionsrestriktion (niedriger ADC), irreguläre Grenzen, myometriale Invasion (JZ-Störung), heterogene Anreicherung, Endometriumdicke >15 mm bei postmenopausaler Blutung. Polyp zeigt keine DWI-Restriktion, glatte Grenzen, keine myometriale Invasion, homogene Anreicherung.
Unterscheidungsmerkmal
Endometriumhyperplasie zeigt diffuse Endometriumverdickung (keine fokale Raumforderung), keine intrakavitäre Raumforderung bei SIS, keine einzelne versorgende Arterie im Doppler. Polyp zeigt fokale Raumforderung, intrakavitäre Läsion bei SIS, positives Feeder-Vessel-Zeichen.
Unterscheidungsmerkmal
Gestationelle trophoblastische Erkrankung zeigt positives β-hCG, 'Schneesturm'-US-Muster (zahlreiche kleine zystische Areale), Hypervaskularität, Läsion, die Endometriumhöhle diffus ausfüllt. Polyp zeigt negatives β-hCG, fokale Raumforderung, normale Vaskularität, einzelnes Feeder-Vessel.
Dringlichkeit
routineManagement
surgicalBiopsie
ErforderlichNachsorge
6-monthEndometriumpolyp ist die häufigste benigne intrakavitäre Läsion. Risiko maligner Transformation ist niedrig (0,5-4,8%), aber erhöht bei Vorhandensein von Risikofaktoren: postmenopausaler Status, Größe >15 mm, symptomatischer Polyp, Tamoxifen-Anwendung, Lynch-Syndrom. Hysteroskopische Polypektomie ist der Goldstandard der Behandlung — sowohl diagnostisch (Histopathologie) als auch therapeutisch. Abwartendes Management (25% spontane Regression) ist eine Option bei kleinen (<10 mm), asymptomatischen, prämenopausalen Polypen. Jeder bei postmenopausaler Blutung nachgewiesene Polyp erfordert histopathologische Bewertung — 30-40% der Karzinome entwickeln sich in Polypen. Polypektomie verbessert Implantationsrate bei Infertilitätspatientinnen (Polypektomie vor IVF wird empfohlen). Jährliches US-Screening wird bei Brustkrebspatientinnen unter Tamoxifen empfohlen. Rezidivrate nach Polypektomie beträgt 10-15% — hormonelle Therapie (LNG-IUD) reduziert Rezidive.
Endometrialpolypen sind in der Regel benigne, aber das Malignitätsrisiko steigt in der Postmenopause an. Die hysteroskopische Polypektomie ist die Standardbehandlung für symptomatische Polypen. Asymptomatische kleine Polypen können kontrolliert werden. Tamoxifen-Anwenderinnen weisen eine hohe Polypeninzidenz auf und benötigen eine sorgfältige Nachkontrolle.