Strahlenzystitis ist eine strahlenbedingte Entzündung der Blasenmukosa nach Beckenbestrahlung. Akute Form (reversibel) und chronische Form (progressiv, irreversibel). Entwickelt sich bei 5-15% der bestrahlten Patienten. Chronische Form resultiert aus obliterativer Endarteriitis und submuköser Fibrose. Bildgebung zeigt diffuse Wandverdickung, Wandverkalkung und verminderte Blasenkapazität.
Altersbereich
40-85
Häufigkeitsalter
65
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Strahlenzystitis entwickelt sich in zwei Phasen. Akutphase: DNA-Schädigung und Apoptose. Chronische Phase: obliterative Endarteriitis führt zu submuköser Ischämie. Dystrophische Wandverkalkung und verminderte Blasenkapazität sind im CT sichtbar. MRT T2 zeigt fibrotische Wand (niedriges Signal) und Ödemareale (hohes Signal).
Verkalkung in der Blasenwand begrenzt auf das Bestrahlungsfeld — hochgradig hinweisend auf chronische Strahlenzystitis.
Diffuse Blasenwandverdickung, Wandverkalkung und verminderte Blasenkapazität in der portalvenösen Phase.
Berichtssatz
Diffuse Blasenwandverdickung, Wandverkalkung und verminderte Blasenkapazität, vereinbar mit chronischer Strahlenzystitis.
Im T2W-MRT zeigen fibrotische Areale niedriges Signal, Ödembereiche hohes Signal. In chronischer Phase Fibrose vorherrschend.
Berichtssatz
Fibrotische niedrigsignalintense Areale und fokales Ödem im T2W-MRT, vereinbar mit chronischer Strahlenzystitis.
Keine fokale Masse-typische Diffusionsrestriktion in DWI. Kritisch zur Ausschluss eines sekundären Tumors im Bestrahlungsfeld.
Berichtssatz
Keine fokale Masse-typische Diffusionsrestriktion in der Blasenwand in DWI.
Dünne lineare oder punktförmige Verkalkung in der Blasenwand im Nativ-CT. Verteilung auf Bestrahlungsfeld begrenzt.
Berichtssatz
Dünne lineare Verkalkung in der ___ Wand der Harnblase im Nativ-CT, mit Verteilung vereinbar mit dem Bestrahlungsfeld.
Diffuse Wandverdickung und verminderte Blasenkapazität im US.
Berichtssatz
Diffuse Wandverdickung, verminderte Kapazität und erhöhte Wandechogenität im US, hinweisend auf chronische Strahlenveränderungen.
Erhöhte mukosale Kontrastierung (aktive Entzündung/Teleangiektasien). Verminderte Kontrastierung in fibrotischen Arealen.
Berichtssatz
Heterogene mukosale Kontrastierung im kontrastmittelverstärkten MRT, vereinbar mit chronischer Strahlenzystitis; Fistel ___ (nicht/identifiziert).
Kriterien
Form, die während oder unmittelbar nach Strahlentherapie auftritt (0-6 Monate).
Unterscheidungsmerkmale
Generell reversibel. Keine Verkalkung. Symptome bessern sich innerhalb 4-6 Wochen.
Kriterien
Progressive, irreversible Form, die 6 Monate-20+ Jahre nach RT auftritt.
Unterscheidungsmerkmale
Wandfibrose + Verkalkung + verminderte Kapazität + Teleangiektasien → Hämaturie. Irreversibel.
Kriterien
Schwere Variante der chronischen Form — gekennzeichnet durch signifikante Hämaturie.
Unterscheidungsmerkmale
Blutgerinnsel im Blasenlumen, Risiko einer Blasentamponade. Behandlung: zystoskopische Koagulation, hyperbarer Sauerstoff.
Unterscheidungsmerkmal
Infektiöse Zystitis zeigt keine Wandverkalkung. Kein Bestrahlungsanamnese.
Unterscheidungsmerkmal
Urothelkarzinom zeigt fokale Masse + fokale DWI-Restriktion. Strahlenzystitis zeigt diffuse Veränderungen.
Unterscheidungsmerkmal
SCC zeigt fokale Masse + heterogene Kontrastierung + Verkalkung. Strahlenzystitis zeigt diffuse Veränderungen.
Unterscheidungsmerkmal
Neurogene Blase zeigt Trabekulation aber Verkalkung selten und keine Bestrahlungsanamnese.
Dringlichkeit
routineManagement
medicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthBehandlung abhängig vom Schweregrad. Hyperbare Sauerstofftherapie bei hämorrhagischer Strahlenzystitis. Sekundärtumor-Screening im Bestrahlungsfeld erforderlich.
Strahlenzystitis tritt bei 5-10% der Patienten auf, die eine pelvine Radiotherapie erhalten. Die hämorrhagische Form ist die schwerste Komplikation und kann mit massiver Blutung lebensbedrohlich sein. Die Behandlung kann konservativ (hyperbare Sauerstofftherapie, intravesikale Instillation), endoskopisch (Koagulation) oder chirurgisch (Zystektomie) sein. Das Risiko einer Blasenkarzinomentstehung ist bei chronischer Strahlenzystitis erhöht (2-5%). Die Differenzierung vom Tumorrezidiv ist wichtig — eine Biopsie ist erforderlich, wenn eine fokale Masse oder deutliche Diffusionsrestriktion vorliegt.