Die Galaktozele ist eine Retentionszyste, die Milchprodukte (Fett, Protein, Laktose) enthält und durch Obstruktion der Milchgänge während der Laktations- oder Postlaktationsperiode entsteht. Sie tritt am häufigsten während des Stillens oder in den Wochen nach dem Abstillen auf. Histologisch besteht sie aus einem oder mehreren dilatierten Dukten, die mit milchigem oder cremigem Material gefüllt sind. Klinisch präsentiert sie sich als weiche, palpable, schmerzlose oder leicht druckschmerzhafte Raumforderung. Kann ein pathognomonisches Fett-Flüssigkeits-Niveau in der Mammographie zeigen — dieser Befund unterscheidet die Galaktozele von allen anderen Brustläsionen. Es ist ein gutartiger Zustand, der meist spontan zurückgeht oder durch einfache Aspiration behandelt wird.
Altersbereich
20-40
Häufigkeitsalter
30
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Selten
Die Galaktozele entsteht durch Milchgangsobstruktion verschiedener Ursachen (mechanische Obstruktion, Entzündung, kongenitale Anomalie). Während der Laktation führt die Gangobstruktion bei fortgesetzter aktiver Milchproduktion zur Ansammlung von Milchprodukten im proximalen Duktus. Die angesammelte Milch verändert sich im Laufe der Zeit: anfänglich homogene flüssige Milch, Fettglobuli (cremige Schicht) und Protein-Laktose-Gemisch (wässrige Schicht) separieren unter Schwerkraft → pathognomonisches Fett-Flüssigkeits-Niveau in der Mammographie. Die Dichte der Fettkomponente (-30 bis -100 HU) ist niedriger als Wasser und positioniert sich superior; das Protein-Wasser-Gemisch bleibt inferior. Das US-Erscheinungsbild der Galaktozele hängt vom Stadium ihres Inhalts ab: frische Milch erscheint anechoisch/hypoechogen, Fettkristallisation erzeugt echogene Foci, und alte Galaktozelen können vollständig hyperechogen erscheinen (eingedickte/getrocknete Milch). In der MRT spiegelt sich der Fettgehalt als hohes Signal in T1-gewichteten Bildern wider und zeigt Signalverlust in fettunterdrückten Sequenzen — ein Beweis für das Vorhandensein von intraläsionalem Fett. Bei infizierten Galaktozelen kann bakterielle Invasion zu sekundärer Entzündung und einem abszessähnlichen Erscheinungsbild führen.
Das Fett-Flüssigkeits-Niveau innerhalb der Raumforderung in der lateralen Mammographieaufnahme spiegelt die Trennung von Milchfett und Protein-Wasser-Gemisch unter Schwerkraft wider und ist pathognomonisch für die Galaktozele. Keine andere Brustläsion zeigt diesen Befund. Die Verschiebung des Niveaus bei Positionsänderung der Patientin bestätigt die Diagnose.
In der lateralen Mammographieaufnahme (oder in echter Lateralposition) zeigt sich ein Fett-Flüssigkeits-Niveau innerhalb der Raumforderung. Oben befindet sich Fettdichte (radioluzent/dunkel), unten Wasser-/Proteindichte (opaker). Dieses Niveau bildet eine horizontale und klare Grenzfläche. Das Vorhandensein des Niveaus kann bestätigt werden, indem in verschiedenen Positionen aufgenommene Bilder eine Verschiebung des Niveaus zeigen. Dieser Befund ist pathognomonisch für eine Galaktozele.
Berichtssatz
In der lateralen Mammographieaufnahme zeigt sich ein Fett-Flüssigkeits-Niveau innerhalb der Raumforderung; dieser Befund ist pathognomonisch für die Galaktozele-Diagnose im laktationellen/postlaktationellen Kontext.
Kann auch als vollständig oder teilweise fettdichte Raumforderung ohne Fett-Flüssigkeits-Niveau erscheinen. Homogen fettdichte Galaktozelen werden in der Differentialdiagnose fettahhaltiger Läsionen bewertet (Lipom, Fettnekrose, Hamartom). Eine dünne, glatte Kapsel kann vorhanden sein. Verkalkung ist nicht typisch. Gemischt-dichte Galaktozelen zeigen eine Kombination aus Fett- und Weichteilgewebedichte.
Berichtssatz
In der Mammographie zeigt sich eine glatt begrenzte, fettdichte Raumforderung; eine Galaktozele sollte im laktationellen Kontext vorrangig in Betracht gezogen werden.
Das US-Erscheinungsbild der Galaktozele zeigt ein breites Spektrum abhängig vom Stadium des Inhalts: (1) Frische Milch — anechoisch oder hypoechogen mit niedrigen Echos, einfach-zystenartig, posteriore Schallverstärkung (+). (2) Teilweise eingedickt — gemischte Echogenität, Fett-Flüssigkeits-Niveau kann auch im US sichtbar sein, interne Echos vorhanden. (3) Vollständig eingedickt — hyperechogenes oder heterogen solides Erscheinungsbild, posteriorer Schallschatten möglich. Typischerweise oval, gut abgrenzbar, kompressibel. Keine Vaskularisation im Doppler.
Berichtssatz
Im Brustparenchym zeigt sich eine glatt begrenzte, ovale, kompressible zystische Läsion mit internen Echos, vereinbar mit einer Galaktozele im laktationellen Kontext; in der Doppler-Untersuchung wird keine Vaskularisation nachgewiesen.
Die Galaktozele zeigt eine hohe Signalintensität in T1-gewichteten Bildern — aufgrund des Milchfettgehalts. Signalverlust wird in fettunterdrückten Sequenzen (STIR oder Fat-Sat-T1) beobachtet, was das Vorhandensein von intraläsionalem Fett beweist. Ein Fett-Flüssigkeits-Niveau kann auch in T1 sichtbar sein (hohes Signal Fett oben, intermediäres Signal Flüssigkeit unten). In der kontrastmittelverstärkten MRT fehlt die Wandanreicherung oder ist minimal — Unterscheidung von malignen Prozessen.
Berichtssatz
Die Raumforderung zeigt eine hohe Signalintensität in T1-gewichteten Bildern mit Signalverlust in fettunterdrückten Sequenzen; dieser Befund ist mit intraläsionalem Fettgehalt vereinbar und spricht im laktationellen Kontext stark für eine Galaktozele.
Im CT (selten benötigt, meist inzidentell) erscheint die Galaktozele als fettdichte (-30 bis -100 HU) Raumforderung. Ein Fett-Flüssigkeits-Niveau kann auch im CT sichtbar sein. Dünne, glatte Wand und Fehlen von Verkalkung ist typisch. Zeigt keine Kontrastmittelaufnahme oder sehr leichtes Wand-Enhancement. Diese Befunde sollten vom Lipom oder Ölzyste (Fettnekrose) unterschieden werden.
Berichtssatz
Im CT zeigt sich eine glatt begrenzte, fettdichte (-XX HU) zystische Läsion im Brustparenchym ohne Kontrastmittelaufnahme; vereinbar mit einer Galaktozele im Kontext der Laktationsanamnese.
Kriterien
Während aktiver Laktation, enthält homogene flüssige Milch. Einfaches Zystenerscheinungsbild im US als anechoisch oder hypoechogen mit niedrigen Echos.
Unterscheidungsmerkmale
Isodense oder wasserdichte Raumforderung in der Mammographie. Fett-Flüssigkeits-Niveau möglicherweise noch nicht entwickelt. Weiße Milch bei Aspiration. Bildet sich meist ohne Behandlung zurück.
Kriterien
In der Postlaktationsperiode, enthält durch Wasserabsorption konzentrierte Milchprodukte. Cremiger oder halbfester Inhalt.
Unterscheidungsmerkmale
Fettdichte oder Fett-Flüssigkeits-Niveau-Raumforderung in der Mammographie. Gemischtes oder hyperechogenes Erscheinungsbild im US. Cremiges Material bei Aspiration. Mammographie kann diagnostisch sein.
Kriterien
Sekundäre Infektion der Galaktozele. Klinisch begleitet von Schmerz, Erythem, Fieber. Kann ein abszessähnliches Erscheinungsbild annehmen.
Unterscheidungsmerkmale
Wandverdickung und umgebendes Ödem werden im US hinzugefügt. Periläsionale Hypervaskularisation entwickelt sich im Doppler. Antibiotika + Drainage können erforderlich sein. Entzündliche Befunde überlagern die Galaktozele-Befunde.
Unterscheidungsmerkmal
Die einfache Zyste erscheint als wasserdichte Raumforderung in der Mammographie (keine Fettdichte, kein Fett-Flüssigkeits-Niveau). Erfüllt im US die Kriterien einer einfachen Zyste als anechoisch mit posteriorer Verstärkung. Die Galaktozele zeigt aufgrund des Fettgehalts eine niedrige Dichte oder ein Fett-Flüssigkeits-Niveau in der Mammographie.
Unterscheidungsmerkmal
Fettnekrose kann auch eine fetthaltige Läsion in der Mammographie zeigen (Ölzyste), hat aber meist eine Trauma-/chirurgische Anamnese und Verkalkung (dünner Rim oder grobe Verkalkung) kann begleiten. Die Galaktozele tritt im Laktationskontext auf und zeigt keine Verkalkung.
Unterscheidungsmerkmal
Das Hamartom zeigt in der Mammographie eine Mischung aus Fett- und Weichteilgewebedichte mit dünner Kapsel in einem 'Brust-in-Brust'-Erscheinungsbild. Die Galaktozele ist eine einkompartimentäre zystische Läsion mit Fett-Flüssigkeits-Niveau. Das Hamartom steht nicht in Beziehung zur Laktation.
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
no-follow-upDie Galaktozele ist ein vollständig gutartiger Zustand. Die meisten Galaktozelen bilden sich spontan zurück — besonders nach Abstillen. US-gesteuerte Aspiration ist bei symptomatischen Galaktozelen (Schmerz, kosmetische Bedenken, Infektionsrisiko) ausreichend. Aspiration ergibt typischerweise Milch oder cremiges Material — Zytologie ist benigne. Rezidive sind möglich, aber Wiederholungsaspiration ist ausreichend. Chirurgie ist selten erforderlich. Kein Malignitätsrisiko. Fett-Flüssigkeits-Niveau in der Mammographie ist pathognomonisch und erfordert keine Biopsie.
Die Galaktozele ist eine benigne Läsion, die sich meist spontan zurückbildet. Es ist keine Behandlung erforderlich. Eine Aspiration kann bei großen oder symptomatischen Läsionen durchgeführt werden. Eine infizierte Galaktozele kann zur Abszessbildung führen.