Das mediastinale Lipom ist ein seltener benigner Tumor aus reifem Fettgewebe und macht 2-4 % der mediastinalen Raumforderungen aus. Es kann in allen drei mediastinalen Kompartimenten auftreten, ist aber im vorderen Mediastinum am häufigsten. Typischerweise wird die Diagnose zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr gestellt. Meist asymptomatisch und als Zufallsbefund entdeckt. Der charakteristische Bildgebungsbefund ist eine homogene Fettdichte im CT (-50 bis -120 HU) OHNE Kontrastmittelanreicherung. Im MRT zeigt es Signal isointens zu Fett in T1 und T2 und verliert homogen Signal in Fettunterdrückungssequenzen. Keine soliden anreichernden Komponenten, Verkalkungen oder dicke Septen — deren Vorhandensein sollte den Verdacht auf ein Liposarkom oder Thymolipom lenken.
Altersbereich
40-70
Häufigkeitsalter
55
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Das mediastinale Lipom entsteht durch klonale Proliferation reifer Adipozyten im mediastinalen Fettgewebe. Histologisch ist es schwer von normalem Fettgewebe zu unterscheiden. Die Fettdichte im CT (-50 bis -120 HU) erklärt sich durch die niedrige Röntgenabsorption der triglyzeridreichen Adipozyten mit niedrigen Ordnungszahlen. T1-Hyperintensität im MRT wird durch die kurze T1-Relaxation der Fettprotonen erklärt. Der Signalverlust in Fettunterdrückungssequenzen ist diagnostisch pathognomonisch. Lipome wachsen langsam, maligne Transformation ist extrem selten.
Homogene -50 bis -120 HU Fettdichte und fehlende Anreicherung im CT sind pathognomonisch für ein Lipom.
Im Nativ-CT zeigt sich eine gut abgrenzbare, homogene Raumforderung mit Fettdichte (-50 bis -120 HU) im Mediastinum. Dichtewerte identisch mit subkutanem Fettgewebe. Dichtemessung sollte durch mehrere ROIs bestätigt werden — zeigt ein Bereich Weichteildichte (über +20 HU), sollte ein Liposarkom ausgeschlossen werden.
Berichtssatz
Gut abgrenzbare Raumforderung mit homogener Fettdichte (__ HU) im Mediastinum, vereinbar mit einem Lipom.
Im kontrastverstärkten CT zeigt die Läsion keine Anreicherung. Kein signifikanter Unterschied zwischen Nativ- und Kontrastmitteldichtewerten (<10 HU). Das Fehlen der Anreicherung hilft bei der Differenzierung von anderen fetthaltigen Läsionen.
Berichtssatz
In den kontrastverstärkten Serien zeigt die Läsion keine Anreicherung; vereinbar mit reinem Fettgewebe.
In T1-gewichteten Bildern zeigt das Lipom ein homogenes hyperintenses Signal, isointens zum subkutanen Fett. Kapsel kann als dünne hypointense Linie sichtbar sein.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt ein homogenes hyperintenses Signal, isointens zum subkutanen Fett in T1-gewichteten Sequenzen; vereinbar mit einem Lipom.
In T2-gewichteten Bildern zeigt das Lipom intermediäres bis hohes Signal, isointens zum subkutanen Fett. Signalverlust in fettunterdrücktem T2 bestätigt intraläsionalen Fettgehalt.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt Signal isointens zum subkutanen Fett in T2 mit Signalverlust in fettgesättigtem T2.
In Fettunterdrückungssequenzen (STIR oder frequenzselektive Fettsättigung) verliert das Lipom homogen Signal. Dieser vollständige Signalverlust beweist definitiv reines Fettgewebe. Bei Signalretention nach Fettunterdrückung → Liposarkom-Verdacht.
Berichtssatz
Homogener und vollständiger Signalverlust in Fettunterdrückungssequenzen bestätigt reine Fettgewebezusammensetzung; vereinbar mit Lipom.
Das Lipom ist gut abgrenzbar mit einer dünnen Kapsellinie. Kapsel erscheint als dünne (<2 mm) glatte Linie. Raumforderung verdrängt, invadiert nicht. Fehlen besorgniserregender Merkmale unterstützt Lipom-Diagnose.
Berichtssatz
Die Raumforderung ist gut abgrenzbar mit dünner Kapsel; keine dicke Septierung oder solide Komponente; vereinbar mit benignem Lipom.
Kriterien
Reines reifes Fettgewebe; häufigste Form
Unterscheidungsmerkmale
Vollständig homogene Fettdichte im CT, homogenes Fettsignal im MRT, vollständiger Signalverlust bei Fettsättigung.
Kriterien
Erhöhte fibröse Komponente innerhalb des Fettgewebes
Unterscheidungsmerkmale
Fettdichte im CT mit dünnen fibrösen Bändern. Diese Bänder zeigen in der Fettunterdrückung weiterhin Signal.
Kriterien
Mischung aus Fett + Thymusgewebe; große Raumforderung im vorderen Mediastinum
Unterscheidungsmerkmale
CT zeigt Fettdichtebereiche neben Weichteildichtebändern (Thymusgewebe). Meist sehr groß mit hängendem Erscheinungsbild.
Unterscheidungsmerkmal
Teratom zeigt Fett+Verkalkung+Weichgewebe-Trias. Lipom hat homogene Fettdichte ohne andere Komponenten.
Unterscheidungsmerkmal
Thymom hat Weichteildichte (30-50 HU) mit Anreicherung. Lipom hat Fettdichte ohne Anreicherung.
Unterscheidungsmerkmal
Perikardzyste hat Wasserdichte (0-20 HU). Lipom hat Fettdichte. Beide nicht anreichernd, aber Dichtewerte völlig verschieden.
Unterscheidungsmerkmal
Gut differenziertes Liposarkom zeigt dicke Septen, noduläre anreichernde Komponenten und heterogene Dichte. Lipom hat homogene Fettdichte ohne diese Merkmale.
Dringlichkeit
surveillanceManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
no-follow-upMediastinales Lipom ist benigne, maligne Transformation extrem selten. Bei typischen Befunden ist die Diagnose gesichert, keine Biopsie nötig. Keine Behandlung bei asymptomatischen Fällen. Bei atypischen Befunden Liposarkom ausschließen.
Das mediastinale Lipom ist eine benigne Läsion, die in der Regel keine Behandlung erfordert. Große Lipome können mediastinale Strukturen komprimieren. Bei kontrastmittelaufnehmenden Komponenten oder dicken Septen sollte ein Liposarkom ausgeschlossen werden. Kein Follow-up erforderlich.