Die Thymuszyste ist eine benigne zystische Läsion im vorderen Mediastinum, die von Thymusresten ausgeht. Es gibt zwei Haupttypen: angeboren und erworben. Angeborene Thymuszysten entstehen durch Verschlussdefekte des thymopharyngealen Gangs während der Thymusentwicklung und sind meist unilokulär. Erworbene Thymuszysten können sich nach Entzündung, Radiotherapie oder Chirurgie entwickeln und neigen zur Multilokulärität. Sie sind im Allgemeinen asymptomatisch und werden zufällig entdeckt.
Altersbereich
20-60
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Angeborene Thymuszysten entstehen durch Verschlussdefekte des thymopharyngealen Gangs während der embryologischen Entwicklung. Der Thymus entwickelt sich aus der dritten Schlundtasche und steigt vom Hals zum vorderen Mediastinum ab, wobei der thymopharyngeale Gang normalerweise obliteriert. Unvollständiger Verschluss dieses Gangs bildet zystische Strukturen. Die Zystenwand ist mit normalem Thymusepithel ausgekleidet. Erworbene Thymuszysten bilden sich durch Degeneration und Verschmelzung von Hassall-Körperchen nach entzündlichen oder neoplastischen Prozessen. Der Zysteninhalt ist meist seröse Flüssigkeit, kann aber nach Hämorrhagie oder Infektion proteinreich oder hämorrhagisch werden.
Wasserisodense (0-20 HU), dünnwandige, nicht anreichernde zystische Läsion im vorderen Mediastinum ist der typischste Befund einer Thymuszyste.
Wasserisodense (0-20 HU), gut definierte, dünnwandige zystische Läsion im nativen CT. Homogene niedrige Dichte ist typisch. Die Dichte kann bei hämorrhagischem oder proteinreichem Inhalt ansteigen (20-60 HU).
Berichtssatz
Eine wasserisodense (... HU), gut definierte, dünnwandige zystische Läsion wird im vorderen Mediastinum gesehen, vereinbar mit einer Thymuszyste.
Der Zysteninhalt zeigt keine Anreicherung im kontrastverstärkten CT. Die Zystenwand ist dünn und glatt; eine leichte Wandanreicherung kann vorhanden sein, aber keine solide noduläre Komponente.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt keine interne Anreicherung in den kontrastverstärkten Serien mit dünner glatter Wand, vereinbar mit einer einfachen zystischen Läsion.
Zeigt ein deutlich hyperintenses Signal in T2-gewichteten Bildern (Flüssigkeitssignal). Homogenes hyperintenses Signal reflektiert einfachen serösen Inhalt.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt ein homogenes, deutlich hyperintenses Signal in T2-gewichteten Sequenzen, das einfachen Flüssigkeitsinhalt widerspiegelt, vereinbar mit einer Thymuszyste.
Zeigt im Allgemeinen ein niedriges Signal in T1-gewichteten Bildern (reine seröse Flüssigkeit). T1-Signal kann bei proteinreichem Inhalt ansteigen (intermediär bis hoch). Hohes Signal in T1 wird bei hämorrhagischer Zyste gesehen (Methämoglobin).
Berichtssatz
Die Läsion zeigt ein niedriges Signal in T1-gewichteten Sequenzen, vereinbar mit einfachem serösem Flüssigkeitsinhalt.
Im Ultraschall (über parasternalen oder suprasternalen Zugang) erscheint als anechogene oder hypoechogene, dünnwandige zystische Läsion mit dorsaler Schallverstärkung.
Berichtssatz
Eine anechogene, dünnwandige zystische Läsion mit dorsaler Schallverstärkung wird im vorderen Mediastinum gesehen, vereinbar mit einer Thymuszyste.
Zeigt keine Diffusionsrestriktion im DWI — Signalerhöhung im DWI kann durch T2-Shine-through auftreten, aber es gibt keine entsprechende ADC-Absenkung.
Berichtssatz
Keine Diffusionsrestriktion wird in der Läsion im DWI mit hohen ADC-Werten beobachtet, vereinbar mit einfacher zystischer Natur.
Kriterien
Entwickelt sich aus dem Überrest des thymopharyngealen Gangs. Meist unilokulär, dünnwandig, mit serösem Flüssigkeitsinhalt.
Unterscheidungsmerkmale
Unilokulär, homogene Wasserdichte, kann sich entlang Hals-Mediastinum erstrecken
Kriterien
Entwickelt sich nach Entzündung oder Radiotherapie. Kann multilokulär sein mit dünnen Septen.
Unterscheidungsmerkmale
Multilokulär, dünne Septen, Entzündungsanamnese, leichte Wandverdickung möglich
Kriterien
Entwickelt sich durch Einblutung in die Zyste. CT-Dichte ist erhöht (40-60 HU), hohes T1-Signal im MRT.
Unterscheidungsmerkmale
Hohe CT-Dichte, hohes T1-Signal, kann solide Läsion imitieren — MRT ist differenzierend
Unterscheidungsmerkmal
Thymom zeigt solide Komponenten und Anreicherung, während die Thymuszyste Wasserdichte ohne Anreicherung hat.
Unterscheidungsmerkmal
Teratom enthält Fett, Verkalkungen und Weichgewebekomponenten (drei Gewebe). Thymuszyste hat homogene Wasserdichte ohne Fett oder Verkalkung.
Unterscheidungsmerkmal
Bronchogene Zyste liegt meist im mittleren Mediastinum (subkarinal). Thymuszyste liegt im vorderen Mediastinum. Beide sind zystisch, aber die Lokalisation ist differenzierend.
Unterscheidungsmerkmal
Perikardzyste liegt im kardiphrenischen Winkel (besonders rechts) und steht in Kontakt mit dem Perikard. Thymuszyste hat eine kranialere Position im vorderen Mediastinum.
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
12-monthUnkomplizierte Thymuszysten benötigen keine Behandlung und Nachsorge ist ausreichend. Chirurgische Resektion kann erwogen werden bei verdächtiger solider Komponente, Wandverdickung oder symptomatischer Kompression.
Die Thymuszyste ist eine benigne Läsion, die in der Regel keine Behandlung erfordert. Bei großen oder symptomatischen Zysten kann eine chirurgische Exzision durchgeführt werden. Es besteht kein Risiko einer malignen Transformation. Follow-up ist nicht erforderlich, bei atypischen Merkmalen (Wandverdickung, solide Komponente) wird jedoch eine weitere Abklärung empfohlen.