Die akute Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhautauskleidung der Nasennebenhöhlen mit einer Dauer von weniger als 4 Wochen. Sie entwickelt sich am häufigsten als bakterielle Superinfektion nach einer viralen Infektion der oberen Atemwege; Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae und Moraxella catarrhalis sind die häufigsten Erreger. Die Kiefer- und Siebbeinzellen sind am häufigsten betroffen. In der Bildgebung zeigen sich charakteristisch Luft-Flüssigkeits-Spiegel, Schleimhautschwellung und Verschattung der Nebenhöhlen. Bei unkomplizierten Fällen ist eine Bildgebung in der Regel nicht erforderlich; bei Verdacht auf orbitale oder intrakranielle Komplikationen sind CT und MRT jedoch indiziert.
Altersbereich
5-80
Häufigkeitsalter
35
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Sehr häufig
Die akute Sinusitis beginnt typischerweise mit einer viralen Infektion der oberen Atemwege; die virale Infektion verursacht ein Schleimhautödem und eine Ziliardysfunktion, die zur Obstruktion des ostiomeatalen Komplexes führen. Die ostiomeatale Obstruktion beeinträchtigt die Belüftung der Nasennebenhöhlen und die mukoziliäre Clearance, erzeugt einen Unterdruck in der Nebenhöhle und erleichtert die Sekretansammlung. Diese Stase schafft ideale Bedingungen für bakterielle Kolonisation und Superinfektion. Die bakterielle Infektion verursacht eine intensive neutrophile Infiltration und vaskuläre Kongestion in der Schleimhaut, was die Schleimhautschwellung weiter verstärkt und zur Ansammlung von eitrigem Material führt. Im Bildgebung spiegelt der Luft-Flüssigkeits-Spiegel die schwerkraftbedingte Ansammlung eitriger Sekretionen am Sinusboden wider; die Schleimhautschwellung ist eine direkte Folge des entzündlichen Ödems und der vaskulären Kongestion.
Ein scharfer Übergang zwischen Luft und Flüssigkeit in Form einer geraden Linie innerhalb der Nasennebenhöhle ist der charakteristischste und spezifischste Befund einer akuten Sinusitis. Dieser Befund spiegelt die schwerkraftbedingte Ansammlung eitriger oder seröser Sekretionen am Sinusboden wider. Er wird am besten in der aufrechten seitlichen Röntgenaufnahme oder der koronaren CT dargestellt. Bei chronischer Sinusitis ist die Nebenhöhle meist vollständig verschattet, sodass kein Luft-Flüssigkeits-Spiegel zu erwarten ist. Luft-Flüssigkeits-Spiegel können selten auch bei Hämatosinus durch Barotrauma oder Nebenhöhlenfraktur auftreten — eine klinische Korrelation ist erforderlich.
In der nativen CT zeigt sich ein Luft-Flüssigkeits-Spiegel in der Nebenhöhle als gerade horizontale Linie. Die Flüssigkeitskomponente misst typischerweise 10-25 HU für seröse Sekretionen, während 25-40 HU auf dichteres eitriges Material hinweist. In aufrechter oder Bauchlage sammelt sich die Flüssigkeit schwerkraftbedingt am Sinusboden. Er wird am häufigsten und am leichtesten in der Kieferhöhle erkannt. Der Luft-Flüssigkeits-Spiegel ist ein starker Indikator eines akuten Prozesses und spielt eine wichtige Rolle bei der Differenzierung von der chronischen Sinusitis.
Berichtssatz
In der linken Kieferhöhle zeigt sich ein Luft-Flüssigkeits-Spiegel, vereinbar mit einer akuten Sinusitis.
Eine glatte, konzentrische Schleimhautschwellung entlang der Sinuswände ist zu erkennen. Die normale Nasennebenhöhlenschleimhaut ist zu dünn, um in der CT sichtbar zu sein (<1 mm), und eine Verdickung von mehr als 3 mm gilt als pathologisch. Bei akuter Sinusitis ist die Verdickung typischerweise glatt und homogen; polypoide oder unregelmäßige Verdickung spricht eher für chronische Prozesse. Die verdickte Schleimhaut zeigt Weichteildichte (30-60 HU) und eine deutliche Kontrastmittelanreicherung in kontrastmittelverstärkten Untersuchungen. Manchmal ist das Schleimhautödem so ausgeprägt, dass es die Nebenhöhle vollständig verschatten kann.
Berichtssatz
Eine glatte Schleimhautschwellung zeigt sich in beiden Kieferhöhlen, vereinbar mit einer entzündlichen/infektiösen Sinusitis.
Die kontrastmittelverstärkte CT dient der Beurteilung orbitaler Komplikationen. Nach der Chandler-Klassifikation: Stadium I präseptale Zellulitis (periorbitale Weichteilschwellung), Stadium II orbitale Zellulitis (Unschärfe und streifige Dichtezunahme in den intraorbitalen Fettgewebsebenen), Stadium III subperiostaler Abszess (bikonvexe, randständig anreichernde Kollektion zwischen medialer Orbitalwand und Periorbita), Stadium IV Orbitalabszess (intrakonale oder extrakonale Abszessformation), Stadium V Sinus-cavernosus-Thrombose (Füllungsdefekt und Erweiterung des Sinus cavernosus). Am häufigsten als Komplikation der Siebbeinsinusitis, da die Lamina papyracea eine sehr dünne knöcherne Barriere darstellt.
Berichtssatz
Eine subperiostale Abszessformation zeigt sich entlang der linken medialen Orbitalwand mit Lamina-papyracea-Defekt, sekundär bei linksseitiger Siebbeinsinusitis.
In der T2-gewichteten MRT zeigen die Sekretionen der akuten Sinusitis ein deutlich hyperintenses Signal. Seröse Sekretionen weisen aufgrund des hohen Wassergehalts ein sehr helles T2-Signal auf, während eitrige Sekretionen mit zunehmendem Proteingehalt ein etwas niedrigeres, aber immer noch hyperintenses Signal zeigen. Die Schleimhautschwellung erscheint ebenfalls hyperintens in T2 und lässt sich leicht vom normalen Knochenmark unterscheiden. Entzündliche Schleimhautveränderungen und Retentionszysten können ähnliche Signaleigenschaften zeigen. Die T2-Bildgebung ergänzt die CT, insbesondere bei der Beurteilung orbitaler und intrakranieller Komplikationen.
Berichtssatz
In der rechten Kieferhöhle zeigen sich Flüssigkeitsretention und Schleimhautschwellung mit hyperintensem Signal in T2-gewichteten Sequenzen, vereinbar mit einer akuten Sinusitis.
In der kontrastmittelverstärkten T1-gewichteten MRT zeigt die entzündete Schleimhaut eine deutliche und homogene Anreicherung. Die Anreicherung zeigt sich als glattes Band entlang der Sinuswand und lässt sich klar von den nicht anreichernden Sekretionen im Sinuslumen unterscheiden. Dieses Muster wird als 'Tramline-Zeichen' bezeichnet — außen die anreichernde Schleimhaut und innen die nicht anreichernden Sekretionen bilden zwei parallele Schichten. Bei komplizierten Fällen sollten perimukosale Ausbreitung, Anreicherung in den orbitalen Fettgewebsebenen und meningeale Anreicherung untersucht werden. Die diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI) zeigt eine eingeschränkte Diffusion in eitrigen Kollektionen und unterstützt die Abszessdiagnose.
Berichtssatz
In den kontrastmittelverstärkten T1-gewichteten Sequenzen zeigt sich eine Schleimhautanreicherung in beiden Siebbeinzellen, wobei die Sekretionen im Sinuslumen nicht anreichern.
Die Ultrasonographie spielt bei der Beurteilung der Nasennebenhöhlen eine begrenzte Rolle, kann aber als strahlungsfreie Alternative eingesetzt werden, insbesondere bei pädiatrischen Patienten und Schwangeren. In normal pneumatisierten Nebenhöhlen zeigt sich ein starkes Echo von der Vorderwand mit Luft-Knochen-Reflexion und die Hinterwand kann nicht dargestellt werden (Totalreflexion). Wenn sich die Nebenhöhle mit Flüssigkeit füllt, entsteht ein akustisches Fenster und das Hinterwandecho wird sichtbar — dies ist als 'Nasennebenhöhlen-Ultrasonographie-Befund' bekannt. Eine Schleimhautverdickung >4 mm kann als anechogenes oder hypoechogenes Band hinter der Vorderwand der Nebenhöhle erscheinen. Luft-Flüssigkeits-Spiegel können manchmal auch in der B-Mode-Bildgebung nachgewiesen werden.
Berichtssatz
In der Ultrasonographie der rechten Kieferhöhle ist ein Hinterwandecho sichtbar, was auf eine intrasinusoidale Flüssigkeitsansammlung hindeutet.
In der nativen CT wird in koronaren Schnitten die Obstruktion des ostiomeatalen Komplexes (OMK) beurteilt. Der OMK besteht aus dem Kieferhöhlenostium, dem Infundibulum, dem Processus uncinatus, dem Hiatus semilunaris und dem mittleren Nasengang — eine enge anatomische Region. Bei akuter Sinusitis zeigt sich eine Obstruktion durch Schleimhautödem und Sekretansammlung in diesen Strukturen. Ein infundibuläres Muster (Einzelhöhlenobstruktion) oder OMK-Muster (ipsilaterale Kieferhöhle, vordere Siebbeinzellen und Stirnhöhle gemeinsam betroffen) kann beobachtet werden. Die dünnschichtige (≤1 mm) koronare CT ist die Goldstandard-Bildgebung zur Beurteilung der infundibulären Verengung. Anatomische Varianten (Concha bullosa, Haller-Zelle, Septumdeviation, paradoxe mittlere Muschel) sind prädisponierende Faktoren für eine OMK-Obstruktion.
Berichtssatz
Der rechte ostiomeatale Komplex ist durch Schleimhautödem obstruiert, mit Sekretansammlung in der ipsilateralen Kieferhöhle und den vorderen Siebbeinzellen.
Die vollständige Verschattung der Nebenhöhle mit Weichteildichte zeigt eine fortgeschrittene Sinusitis an. Die komplette Verschattung resultiert aus der Kombination von Sekretansammlung und ausgeprägter Schleimhautschwellung. Dichtemessungen geben Hinweise auf die Ätiologie: niedrige Dichte (10-25 HU) spricht für serös, mittlere Dichte (25-40 HU) für eitrig und hohe Dichte (>60 HU) für Pilzmuzin oder eingetrocknete Sekretionen. Die komplette Verschattung allein differenziert nicht zwischen akuter und chronischer Sinusitis; klinische Dauer und Knochenveränderungen (Sklerose, Remodeling) sind bei dieser Unterscheidung hilfreich. Bilaterale ausgedehnte Verschattung spricht für Polyposis oder Pilzsinusitis, während eine einzelne Nebenhöhlenverschattung eher mit einer akuten bakteriellen Sinusitis oder Mukozele vereinbar ist.
Berichtssatz
Die linke Kieferhöhle ist vollständig mit homogenem Weichteilinhalt verschattet; eine akute Sinusitis ist die primäre Differentialdiagnose.
Kriterien
Symptome <10 Tage, nasale Kongestion, klare-mukoide Rhinorrhoe, leichte Gesichtsschmerzen. Meist selbstlimitierend.
Unterscheidungsmerkmale
Leichte Schleimhautschwellung in der Bildgebung, meist kein Luft-Flüssigkeits-Spiegel. Leichte bis mäßige Nebenhöhlenverschattung kann vorhanden sein. CT ist nicht indiziert — klinische Diagnose ist ausreichend.
Kriterien
Symptome ≥10 Tage oder Verschlechterung (Double-Worsening), eitrige Nasensekretion, Gesichtsschmerz/Druck, Fieber kann vorhanden sein. Erfordert Antibiotikatherapie.
Unterscheidungsmerkmale
Luft-Flüssigkeits-Spiegel, ausgeprägte Schleimhautschwellung, Nebenhöhlenverschattung in der CT. Die Dichte eitriger Sekretionen beträgt typischerweise 25-40 HU. In der kontrastmittelverstärkten Untersuchung zeigt die Schleimhaut eine intensive Anreicherung.
Kriterien
Chandler-Klassifikation: Stadium I präseptale Zellulitis, Stadium II orbitale Zellulitis, Stadium III subperiostaler Abszess, Stadium IV Orbitalabszess, Stadium V Sinus-cavernosus-Thrombose. Siebbeinsinusitis ist die häufigste Ursache.
Unterscheidungsmerkmale
In der kontrastmittelverstärkten CT: Unschärfe der orbitalen Fettgewebsebenen, Lamina-papyracea-Defekt, randständig anreichernde Kollektionen, Verdickung der extraokulären Muskulatur, Proptosis. MRT ist bei der Beurteilung intrakranieller Ausbreitung überlegen. DWI zeigt eingeschränkte Diffusion in eitrigen Kollektionen.
Kriterien
Epiduralabszess, Subduralabszess (Empyem), Hirnabszess, Meningitis, Sinus-cavernosus/Sagittalis-Thrombose. Stirnhöhlenentzündung ist die häufigste Quelle (Pott's puffy tumor). Mortalität 5-10%.
Unterscheidungsmerkmale
In der kontrastmittelverstärkten MRT: meningeale Anreicherung, epidurale/subdurale randständig anreichernde Kollektionen, DWI-Restriktion im Hirnparenchym (Abszess). Kontrastmittelverstärkte MR-Venographie zeigt die Sinusthrombose. Die CT kann eine Osteomyelitis des Os frontale und einen Pott's puffy tumor (subperiostaler Abszess in der Stirnregion) zeigen.
Kriterien
Einseitige Kieferhöhlenentzündung ausgehend von einer Zahninfektion (periapikaler Abszess, Parodontalerkrankung, Zahnimplantat, oroantrale Fistel nach Zahnextraktion). Macht 10-12% aller Kieferhöhlenentzündungen aus.
Unterscheidungsmerkmale
Einseitige Kieferhöhlenverschattung + Zahnpathologie angrenzend an den Sinusboden (periapikale Läsion, Wurzelkanalerweiterung, Implantatpenetration) in der CT. Fokaler Knochendefekt oder periostale Reaktion am Sinusboden kann sichtbar sein. Antibiotikatherapie unterscheidet sich aufgrund der gemischten anaeroben Flora.
Unterscheidungsmerkmal
Chronische Sinusitis zeigt Knochenwandsklerose, Osteoneogenese und mukoide polypoide Veränderungen; ein Luft-Flüssigkeits-Spiegel fehlt in der Regel. Klinische Dauer >12 Wochen und Knochenwandverdickung in der CT sind unterscheidende Merkmale der chronischen Entzündung.
Unterscheidungsmerkmal
Retentionszyste ist eine glatt begrenzte, kuppelförmige, schleimhautbasierte Läsion ausgehend von der Sinuswand, die die Nebenhöhle nicht vollständig ausfüllt. Meist Zufallsbefund ohne Luft-Flüssigkeits-Spiegel. Akute Sinusitis zeigt diffuse Schleimhautschwellung und möglichen Luft-Flüssigkeits-Spiegel.
Unterscheidungsmerkmal
Mukozele füllt die Nebenhöhle vollständig aus UND erweitert/remodelliert die Sinuswände. Bei akuter Sinusitis behalten die Sinuswände ihre normale Größe und Form. Die Mukozele ist meist auf chronische Obstruktion zurückzuführen und die knöcherne Expansion ist pathognomonisch.
Unterscheidungsmerkmal
Sinonasale Malignome zeigen Knochendestruktion (Erosion, Lyse) — bei akuter Sinusitis sind die Knochenstrukturen intakt. Die tumoröse Raumforderung zeigt eine heterogene Anreicherung und eine Invasion in benachbarte Strukturen (Orbita, Fossa pterygopalatina, intrakraniell) kann sichtbar sein. Einseitige Raumforderung + Knochendestruktion = Malignitätsverdacht.
Unterscheidungsmerkmal
Allergische Pilzsinusitis zeigt hyperdenses Muzin (>60 HU) in den Nebenhöhlen und Erweiterung/Remodeling mehrerer Nebenhöhlen. T2-hypointenses Muzin in der MRT ist charakteristisch. Akute Sinusitis zeigt Sekretionen niedriger bis mittlerer Dichte ohne Knochenremodeling.
Dringlichkeit
urgentManagement
medicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
Komplike olmayan akut bakteriyel sinüzit antibiyotik tedavisi ile 7-10 günde iyileşir. Tedaviye yanıtsız veya komplikasyon gelişen olgularda BT çekilmelidir. Orbital semptomlar (proptozis, oftalmopleji, görme kaybı) veya intrakranyal semptomlar (başağrısı, bilinç değişikliği, fokal nörolojik defisit) acil görüntüleme ve cerrahi konsültasyon gerektirir.Die unkomplizierte akute Sinusitis heilt in der Regel mit medikamentöser Behandlung aus (Amoxicillin-Clavulansäure als Erstlinientherapie). Bildgebung ist nur bei Verdacht auf Komplikationen, bei nicht auf medikamentöse Therapie ansprechenden Fällen oder vor chirurgischer Planung indiziert. Orbitale Komplikationen erfordern eine dringende CT und Konsultation in Augenheilkunde/HNO. Intrakranielle Komplikationen (subdurales Empyem, Hirnabszess, Sinusthrombose) können eine notfallmäßige neurochirurgische Intervention erfordern. Rezidivierende akute Sinusitis (≥4 Episoden/Jahr) ist eine Indikation für endoskopische Nebenhöhlenchirurgie.
Die akute Sinusitis wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Komplikationen (orbitale Zellulitis, intrakranieller Abszess, Sinus-cavernosus-Thrombose) sind selten, erfordern aber eine notfallmäßige Intervention. Bei rezidivierenden Episoden sollten zugrunde liegende anatomische prädisponierende Faktoren untersucht werden.