Pulmonale Sequestration ist eine Masse abnormalen Lungengewebes ohne Verbindung zum normalen Bronchialbaum und mit systemischer arterieller Versorgung (meist von der Aorta). Zwei Typen: intralobäre Sequestration (ILS, 75%) und extralobäre Sequestration (ELS, 25%). Der diagnostische Schlüssel ist die Darstellung der aberranten Speisungsarterie von der Aorta in der CT-Angiographie. Behandlung ist chirurgische Resektion.
Altersbereich
0-18
Häufigkeitsalter
0.5
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Sehr selten
Pulmonale Sequestration entsteht aus einer abnormalen Lungenknospe, die sich während der Embryonalentwicklung vom Vorderdarm trennt und unabhängig entwickelt. Dieses anomale Gewebe behält systemische arterielle Versorgung (von Aorta). Die intralobäre Sequestration entwickelt möglicherweise über die poröse Grenze partielle Atemwegsverbindungen — daher anfällig für rezidivierende Infektionen. Die aberrante Arterie in der CT-Angiographie reflektiert direkt die Persistenz der embryologischen systemischen vaskulären Verbindung.
Der Signaturbefund der pulmonalen Sequestration ist die Darstellung einer aberranten Speisungsarterie von der Aorta in der CT-Angiographie. Dieser Befund ist pathognomonisch und differenziert Sequestration definitiv von anderen kongenitalen Lungenläsionen.
Der diagnostischste Befund in der CT-Angiographie ist die Darstellung einer aberranten Speisungsarterie von der Aorta. Diese Arterie ist meist einzeln und großkalibrig (5-10 mm). MIP- und VR-Rekonstruktionen zeigen Arterienursprung, Verlauf und Verzweigung detailliert.
Berichtssatz
In der CT-Angiographie wird eine aberrante Speisungsarterie von ___ mm aus der thorakalen/abdominalen Aorta auf Höhe ___ beobachtet, die die Masse im linken/rechten Unterlappen-Posterobasalsegment versorgt; pathognomonisch für pulmonale Sequestration.
Sequestration erscheint im CT als solide, zystische oder gemischte Masse im linken Unterlappen-Posterobasalsegment. Subdiaphragmatische ELS kann mit Neuroblastom verwechselt werden.
Berichtssatz
Eine solide/zystische Masse von ___ × ___ cm wird im linken/rechten Unterlappen-Posterobasalsegment beobachtet.
Venöse Drainage der Sequestration wird in der venösen Phase der CT-Angiographie beurteilt. ILS drainiert über normale Pulmonalvenen zum linken Vorhof. ELS drainiert über systemische Venen — meist Azygos, Hemiazygos oder VCI.
Berichtssatz
Die venöse Drainage der Sequestration erfolgt über Pulmonalvenen/systemische Venen (Azygos/VCI), vereinbar mit ILS/ELS.
Im pränatalen US erscheint Sequestration als homogene echogene Masse — meist im linken unteren Thorax oder subdiaphragmatisch. Farb-Doppler kann Speisungsarterie von Aorta zeigen.
Berichtssatz
Im US wird eine echogene Masse im linken/rechten unteren Thorax/subdiaphragmatisch mit Speisungsarterie von Aorta im Doppler beobachtet; vereinbar mit pulmonaler Sequestration.
MRT kann für fetale Sequestrationsbewertung und als Alternative zur CT postnatal verwendet werden. In T2 erscheint Sequestration meist hyperintens. MR-Angiographie (MRA) kann aberrante Speisungsarterie ohne Strahlung darstellen.
Berichtssatz
Im MRT wird eine T2-hyperintense Masse im linken/rechten Unterlappen mit aberranter Speisungsarterie von der Aorta in der MRA beobachtet.
Kriterien
75% der Fälle. Innerhalb des normalen Lungenparenchyms, kein eigener Pleuraüberzug. Drainage über Pulmonalvenen.
Unterscheidungsmerkmale
Präsentation mit rezidivierender Pneumonie. Assoziierte Anomalien selten. Lobektomie ist Behandlung.
Kriterien
25% der Fälle. Eigener Pleuraüberzug. Drainage über systemische Venen. Linker unterer Thorax oder subdiaphragmatisch. 60% CDH-Assoziation.
Unterscheidungsmerkmale
Meist pränatale/neonatale Diagnose. Häufig assoziierte Anomalien (60%+ CDH). Einfache Resektion (separate Masse). Infektion selten.
Unterscheidungsmerkmal
CPAM wird von Pulmonalarterie versorgt, Sequestration von Aorta. CT-Angiographie liefert definitive Differenzierung.
Unterscheidungsmerkmal
CDH hat Zwerchfelldefekt mit abdominellen Organen im Thorax. Bei Sequestration ist Zwerchfell intakt. ELS koexistiert häufig mit CDH.
Unterscheidungsmerkmal
Subdiaphragmatische ELS kann mit Neuroblastom verwechselt werden. Neuroblastom erhöht Katecholamin-Metabolite, Verkalkung häufig. ELS zeigt direkte Aortenversorgung, Katecholamine normal.
Dringlichkeit
routineManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralPulmonale Sequestration wird mit chirurgischer Resektion behandelt. Präoperative CT-Angiographie für genaue Arterienlokalisation obligat. Prognose nach Operation exzellent.
Zweithäufigste kongenitale Lungenanomalie nach CPAM. Der kritischste diagnostische Schritt ist die Darstellung des systemischen arteriellen Zuführungsgefäßes — Sequestration kann ohne diesen Befund nicht diagnostiziert werden. CTA ist der Goldstandard für die präoperative Gefäßkartierung. Der intralobare Typ präsentiert sich mit rezidivierenden Pneumonien, der extralobare Typ wird meist pränatal oder in der Neugeborenenperiode erkannt. Die chirurgische Resektion ist die definitive Behandlung. Hybridläsionen (CPAM + Sequestration) können auftreten — können sowohl pulmonale als auch systemische arterielle Versorgung aufweisen.