Die peritoneale Inklusionszyste (peritoneale Pseudozyste, benignes zystisches Mesotheliom) ist eine reaktive, nicht-neoplastische zystische Flüssigkeitsansammlung, die durch seröse Flüssigkeit entsteht, die sich zwischen pelvinen/abdominellen peritonealen Adhäsionen ansammelt. Es handelt sich nicht um eine echte Zyste — sie hat keine epitheliale Kapsel und wird stattdessen als zwischen adhärenten peritonealen Oberflächen eingeschlossene Flüssigkeit beschrieben. Sie tritt charakteristisch bei prämenopausalen Frauen (funktionelles Ovar = Flüssigkeitsproduktion) und bei Zuständen auf, die Adhäsionen verursachen, wie abdominelle/pelvine Operationsanamnese, Endometriose, pelvine entzündliche Erkrankung (PID) oder Strahlentherapie. Das Ovar ist typischerweise in der Zyste in einem 'Spider-in-Web'-Erscheinungsbild eingebettet — dies ist der pathognomonische Befund. Im Ultraschall formt sich eine anechogene-hypoechogene Flüssigkeitsansammlung nach den peritonealen Oberflächen im Becken (passt sich Darmschlingen, Uterus und Ovar an). Im CT zeigt sich eine Flüssigkeitsansammlung mit Wasserdichte, und Adhäsionsbänder können als dünne Septen erscheinen. In der MRT wird das Ovar innerhalb der T2-hyperintensen Flüssigkeitsansammlung identifiziert. Behandlung symptomatischer Fälle erfolgt durch perkutane Aspiration oder chirurgische Exzision, mit hoher Rezidivrate (30-50%).
Altersbereich
20-55
Häufigkeitsalter
35
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Selten
Die Bildung einer peritonealen Inklusionszyste erfordert zwei koexistierende Bedingungen: (1) ein funktionelles Ovar, das aktiv Flüssigkeit produziert, und (2) gestörte Flüssigkeitsresorption durch peritoneale Adhäsionen. Unter normalen Bedingungen produziert das Ovar geringe Mengen peritonealer Flüssigkeit während der follikulären Ruptur, und diese Flüssigkeit wird von peritonealen Mesothelzellen reabsorbiert — das Nettogleichgewicht wird aufrechterhalten. Peritoneale Adhäsionen durch Operation, Infektion oder Entzündung blockieren die freie Zirkulation dieser Flüssigkeit → Flüssigkeit wird zwischen adhärenten peritonealen Oberflächen eingeschlossen → akkumuliert progressiv und bildet eine zystische Ansammlung. Die Ansammlung hat keine echte Kapsel — ihre Wand besteht aus adhärenten peritonealen Oberflächen, die mit Mesothelzellen ausgekleidet sind. Da das Ovar weiterhin Flüssigkeit produziert, wächst die Ansammlung und das Ovar wird darin eingebettet → das 'Spider-in-Web'-Erscheinungsbild entsteht. Der Flüssigkeitsinhalt ist seröses Transsudat — niedrige Proteinkonzentration, wenige zelluläre Elemente. Daher zeigt er Wasserdichte im CT (0-15 HU), T1-hypointenses und deutlich T2-hyperintenses Signal in der MRT. Adhäsionen erscheinen als dünne Septen in der Ansammlung — dies sind keine mesenchymalen Bänder, sondern adhärente peritoneale Falten.
Im Ultraschall erscheint das Ovar suspendiert und eingebettet durch dünne Adhäsionen in einer peritonealen Flüssigkeitsansammlung — das Ovar ähnelt der 'Spinne', Adhäsionen dem 'Netz'. Pathognomonischer Befund der peritonealen Inklusionszyste.
Im B-Mode-Ultraschall ist das Ovar eingebettet in einer anechogenen-hypoechogenen Flüssigkeitsansammlung im pelvinen Peritonealraum sichtbar — dünne Adhäsionen um das Ovar bilden ein 'Spinnennetz' und das Ovar erscheint als 'Spinne' im Zentrum. Das Ovar kann in normaler Größe und Morphologie sein oder funktionelle Zysten enthalten. Die Ansammlung passt sich den Organen im Becken an — umhüllt die posterioren und lateralen Oberflächen des Uterus, den Douglas-Raum und das Ovar. Es ist eine unregelmäßig geformte Flüssigkeitsansammlung, keine runde zystische Raumforderung. Dünne Septen (Adhäsionen) können innerhalb der Ansammlung sichtbar sein, aber keine dicken Septen, solide Komponente oder papilläre Projektion.
Berichtssatz
Eine __ mm große anechogene Flüssigkeitsansammlung, die sich den Organen anpasst, im Becken mit eingebettetem Ovar (Spider-in-Web-Erscheinungsbild); vereinbar mit peritonealer Inklusionszyste.
Im Farbdoppler zeigt das Ovar innerhalb der Ansammlung ein normales vaskuläres Muster — arterieller und venöser Fluss sind erhalten. Keine oder minimale Vaskularität in Septen und Ansammlungswand. Dieser Befund ist wichtig für die Unterscheidung der peritonealen Inklusionszyste von ovariellen Kystadenomen und malignen Läsionen — bei neoplastischen Läsionen zeigt sich Neovaskularisation in Septen und soliden Komponenten.
Berichtssatz
Das Ovar innerhalb der Ansammlung zeigt ein normales vaskuläres Muster ohne signifikante Vaskularität in Septen oder Wand.
Im kontrastmittelverstärkten CT zeigt sich eine unregelmäßig geformte Flüssigkeitsansammlung mit Wasserdichte (0-15 HU) im Becken. Die Ansammlung passt sich den Konturen der Beckenorgane (Uterus, Ovar, Rektosigmoid) an — erscheint nicht als runde zystische Läsion. Das Ovar wird als anreichernde solide Struktur innerhalb der Ansammlung identifiziert. Dünne Septen können innerhalb der Ansammlung sichtbar sein, zeigen aber keine oder minimale Anreicherung. Zeichen peritonealer Adhäsionen (Angulation von Darmschlingen, mesenteriale Bänder) können begleiten. Keine signifikante Wandanreicherung oder Wandverdickung.
Berichtssatz
Eine unregelmäßig geformte __ mm große Flüssigkeitsansammlung mit Wasserdichte, die sich den Organen anpasst, im Becken mit eingeschlossenem Ovar; vereinbar mit peritonealer Inklusionszyste.
In der T2-gewichteten MRT zeigt sich eine deutlich hyperintense Flüssigkeitsansammlung im Becken — Signalintensität ist CSF-ähnlich. Das Ovar wird innerhalb der Ansammlung als Struktur mit intermediärem Signal erkannt, umgeben von dünnen hypointensen Septen (Adhäsionen). Ovarielle Follikel erscheinen als kleine T2-hyperintense zystische Strukturen — dieser Befund ist das MRT-Äquivalent des 'Spider-in-Web'-Musters. Die Ansammlung ist unregelmäßig geformt und folgt den Konturen der Beckenorgane.
Berichtssatz
Eine deutlich hyperintense unregelmäßige Flüssigkeitsansammlung im Becken in T2 mit einem normalmorphologischen Ovar und dünnen Adhäsionen darin (Spider-in-Web); vereinbar mit peritonealer Inklusionszyste.
In der T1-gewichteten MRT zeigt die Ansammlung homogenes hypointenses Signal — aufgrund des serösen Transsudat-Inhalts. Dieser Befund bestätigt, dass die Ansammlung nicht hämorrhagisch oder proteinös ist. Ovarstroma zeigt intermediäres T1-Signal und kann innerhalb der Ansammlung identifiziert werden. Wenn hyperintense Komponente in T1 sichtbar ist, sollte proteinöser Inhalt oder Blutung in Betracht gezogen werden.
Berichtssatz
Die Ansammlung zeigt homogenes hypointenses Signal in T1, nicht hinweisend auf hämorrhagischen oder proteinösen Inhalt.
In DWI zeigt die Ansammlung keine Diffusionsrestriktion — Signal fällt bei hohen b-Werten ab und hohe ADC-Werte (>2,0 x 10^-3 mm2/s) sind auf der ADC-Karte sichtbar. Dieser Befund bestätigt, dass der Inhalt freies Wasser ist, und spielt eine kritische Rolle in der Differenzialdiagnose zum Abszess.
Berichtssatz
Die Ansammlung zeigt keine Diffusionsrestriktion, vereinbar mit serösem Inhalt; kein Hinweis auf Abszess.
Kriterien
Einzelne oder wenige lokulierte Flüssigkeitsansammlung, dünne Septen, keine komplizierten Befunde. Meist <10 cm und asymptomatisch oder leichte Beckenschmerzen.
Unterscheidungsmerkmale
Wasserdichte, homogen, dünne Septen, Ovar mit normaler Morphologie. Konservative Nachsorge ausreichend.
Kriterien
Große Ansammlung (>10 cm), multiple Septen, verdrängt Beckenorgane signifikant. Symptomatisch — Beckenschmerzen, Kompressionssymptome.
Unterscheidungsmerkmale
Kann mit ovariellem zystischem Neoplasma verwechselt werden — aber unregelmäßige Form und Fehlen solider Komponente sind unterscheidend.
Kriterien
Rezidivierende Ansammlung nach vorheriger Aspiration oder Operation. Rezidivrate 30-50%.
Unterscheidungsmerkmale
GnRH-Agonisten zur Ovulationssuppression können Rezidive reduzieren. Oophorektomie kann erwogen werden, aber sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse bei prämenopausalen Patientinnen.
Unterscheidungsmerkmal
Seröses Kystadenom ist eine runde/ovale, dünnkapsulierte echte zystische Läsion — peritoneale Inklusionszyste passt sich Organen an und ist unregelmäßig geformt.
Unterscheidungsmerkmal
Endometriom zeigt T1-Hyperintensität und T2-Verdunklung durch hämorrhagischen Inhalt. Peritoneale Inklusionszyste ist T1-hypointens, deutlich T2-hyperintens.
Unterscheidungsmerkmal
Seröses Karzinom zeigt solide Komponente, papilläre Projektion und prominente Anreicherung. Peritoneale Inklusionszyste hat KEINE solide Komponente oder papilläre Projektion.
Unterscheidungsmerkmal
Abszess zeigt Diffusionsrestriktion in DWI, dicke Randanreicherung und entzündliche Veränderungen. Peritoneale Inklusionszyste zeigt keine Diffusionsrestriktion und klinische Präsentation ist nicht akut.
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthDie peritoneale Inklusionszyste ist ein benigner, nicht-neoplastischer Zustand ohne Malignitätsrisiko. Asymptomatische Fälle benötigen keine Behandlung — US-Nachsorge in 6-12-Monats-Intervallen ist ausreichend. Für symptomatische Fälle ist perkutane Aspiration die erste Option, aber die Rezidivrate ist hoch (30-50%). Sklerotherapie kann die Rezidivrate reduzieren. Chirurgische Exzision erfolgt bei refraktären Fällen. Nach der Menopause zeigt die Zyste meist spontane Resolution. Keine Biopsie erforderlich.
Die peritoneale Inklusionszyste ist eine benigne Läsion. Perkutane Drainage oder chirurgische Exzision kann bei symptomatischen Patienten durchgeführt werden. Rezidive sind häufig (wenn Adhäsionen fortbestehen). Differentialdiagnose zu ovariellen Malignomen ist wichtig.