Der Peritonsillarabszess (Quinsy) ist eine tiefe Halsinfektion, die durch Ansammlung von eitrigem Material im peritonsillären Raum zwischen der Gaumentonsillenkapsel und dem oberen Pharynxkonstriktor entsteht. Er ist der häufigste tiefe Halsabszess bei jungen Erwachsenen (15-35 Jahre) und entwickelt sich meist als Komplikation einer akuten Tonsillitis. Die CT zeigt eine randenhancende hypodense Kollektion mit medialisierter Tonsille, umgebendem Fett-Stranding und reaktiver zervikaler Lymphadenopathie. Er erfordert eine Notdrainage; bei Verzögerung kann er zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Atemwegsobstruktion, parapharyngealer/retropharyngealer Ausbreitung, Karotisarterienarrosion und Jugularvenen-Thrombophlebitis (Lemierre-Syndrom) führen.
Altersbereich
15-45
Häufigkeitsalter
25
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Häufig
Der Peritonsillarabszess entwickelt sich meist als Komplikation einer akuten Tonsillitis. Die Infektion überschreitet die Tonsillenkapsel und breitet sich in den peritonsillären Raum aus — einen potenziellen Raum, der mit lockerem areolaren Gewebe zwischen der Tonsillenkapsel und der Faszie des oberen Pharynxkonstriktors gefüllt ist. Die Infektion beginnt initial als peritonsilläre Cellulitis (Phlegmone) und schreitet durch Suppuration zur Abszessbildung fort. Die Abszesswand wird von einer pyogenen Membran gebildet, die von Granulationsgewebe und Fibrin umgeben ist — Randenhancement in der CT spiegelt diese vaskularisierte Abszesswand wider. Das eitrige Material im Abszess ist proteinreiche Flüssigkeit und nekrotischer Debris — niedrige CT-Dichte und Diffusionsrestriktion im DWI resultieren aus diesem proteinreichen, viskosen Inhalt. Entzündliches Ödem und Vasodilatation im umgebenden Fett werden als Fett-Stranding in der CT gesehen. Die Tonsillenmedialisierung resultiert daraus, dass der Abszess die Tonsille medial verdrängt. Die Infektion kann entlang faszialer Ebenen in parapharyngeale, retropharyngeale und sogar mediastinale Räume wandern — die Bewertung dieser Kompartmente ist daher obligat. Aufgrund der Nähe zur Karotisscheide ist das vaskuläre Komplikationsrisiko hoch.
Eine randenhancende hypodense Kollektion im peritonsillären Raum ist der pathognomonische CT-Befund des Peritonsillarabszesses. Die Kollektion verdrängt die Tonsille medial und den weichen Gaumen anterior, was die charakteristische Asymmetrie erzeugt.
Die kontrastmittelverstärkte CT zeigt eine randenhancende hypodense Kollektion im peritonsillären Raum. Die Abszesswand zeigt glattes oder irreguläres Randenhancement mit einer Dicke von 2-4 mm. Der Abszessinhalt ist hypodens bei 10-30 HU und reflektiert eitriges Material. Die Tonsille ist deutlich medialisiert und vergrößert. Umgebendes Weichteilödem und Fett-Stranding sind vorhanden. Palatopharyngeale Muskeln können verdickt und enhanced sein. Zervikale reaktive Lymphadenopathie begleitet.
Berichtssatz
Eine randenhancende hypodense Kollektion von ca. ...x... mm wird im linken peritonsillären Raum gesehen, vereinbar mit Peritonsillarabszess; die Tonsille ist medialisiert und der Atemweg verengt.
DWI zeigt ausgeprägte Diffusionsrestriktion (hohes Signal) im Abszesslumen mit korrespondierend niedrigem ADC-Wert. Die hohe Viskosität des eitrigen Materials und die Dichte des zellulären Debris schränken die Wassermolekülbewegung ein. Dieses Merkmal ist kritisch wichtig bei der Unterscheidung von Abszess und zystischen/nekrotischen Tumoren — Tumornekrose zeigt in der Regel keine Diffusionsrestriktion. Die Kombination von Randenhancement + DWI-Restriktion hat eine hohe Spezifität für die Abszessdiagnose.
Berichtssatz
Ausgeprägte Diffusionsrestriktion und niedrige ADC-Werte werden in der peritonsillären Kollektion im DWI beobachtet, als Abszess interpretiert.
Der Abszess verdrängt die Tonsille medial und verengt den oropharyngealen Atemweg. Die ipsilaterale Tonsille ist signifikant vergrößert und medialisiert. Die Uvula kann zur kontralateralen Seite abweichen. Die Atemwegbreite ist ein kritischer Bewertungsparameter — schwere Verengung kann eine Notfall-Atemwegintervention erfordern.
Berichtssatz
Die linke Tonsille ist deutlich medialisiert und verengt den oropharyngealen Atemweg; die Uvula ist nach rechts abgewichen.
Die Nähe zur Karotisscheide ist ein kritischer Bewertungsparameter beim Peritonsillarabszess. Eine Abszesskollektion, die parapharyngeale Fettebenen durchquert und die Karotisscheide erreicht, erhöht das Risiko einer Erosion der A. carotis interna und einer Thrombophlebitis der V. jugularis interna. Die CT sollte bewerten, ob die Fettebene zwischen Karotisarterie und Abszess erhalten ist, Füllungsdefekt in der Jugularvene (Thrombus) und Gefäßwandirregularität.
Berichtssatz
Die Peritonsillarabszesskollektion dehnt sich in die parapharyngealen Fettebenen aus, aber die Fettebene zur Karotisscheide ist erhalten; kein Thrombus wurde in der V. jugularis interna detektiert.
Der intraorale US zeigt eine hypoechogene/anechogene Kollektion in der peritonsillären Region. Interne Echogenitäten durch Debris und dünne Linien durch Septen können sichtbar sein. Peripher erhöhte Doppler-Vaskularität reflektiert das vaskularisierte Granulationsgewebe der Abszesswand. US kann auch zur Lokalisation und Führung bei der Drainage verwendet werden.
Berichtssatz
Der intraorale US zeigt eine hypoechogene Kollektion mit internem Debris in der linken peritonsillären Region, vereinbar mit Peritonsillarabszess.
Kriterien
Noch nicht eitrig, diffuses Weichteilödem/Enhancement
Unterscheidungsmerkmale
Keine Kollektion, diffuses Enhancement; Antibiotikabehandlung; keine Drainage erforderlich
Kriterien
Organisierte eitrige Kollektion, Randenhancement
Unterscheidungsmerkmale
Drainage obligat (Aspiration oder inzisional); DWI-Restriktion ausgeprägt
Kriterien
Parapharyngeale/retropharyngeale Ausbreitung oder vaskuläre Komplikation
Unterscheidungsmerkmale
Multikompartimentbeteiligung; Karotis-/Jugularkomplikationen; notfallmäßige chirurgische Drainage
Unterscheidungsmerkmal
Lymphom ist eine solide homogene Raumforderung ohne Randenhancement oder Kollektion; Abszess ist eine randenhancende hypodense Kollektion
Unterscheidungsmerkmal
SCC zeigt solide Raumforderung + zentrale Nekrose mit invasiven Rändern; Abszess ist eine Flüssigkeitskollektion mit akuter klinischer Präsentation
Unterscheidungsmerkmal
Hypertrophie ist bilateral symmetrisch, solide homogen, keine Kollektion; Abszess ist unilaterale Kollektion + klinische Inflammation
Dringlichkeit
emergentManagement
interventionalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralDer Peritonsillarabszess erfordert eine NOTFALL-Drainage. Nadelaspiration oder inzisionale Drainage + IV-Antibiotika ist die Standardbehandlung. Karotisscheidenbeteiligung, Atemwegkompromittierung und deszendierende Mediastinitis sind lebensbedrohliche Komplikationen. CT-Befunde bestimmen Drainageindikation und -methode.
Der Peritonsillarabszess ist eine Erkrankung, die eine Notdrainage erfordert. Unbehandelt kann er zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Atemwegsobstruktion, Karotisarrosion, Jugularvenen-Thrombophlebitis (Lemierre-Syndrom) und Mediastinitis führen.