Retinierte Konzeptionsprodukte (RPOC) sind verbliebene plazentare/deziduale/trophoblastische Gewebereste in der Uteruskavität nach Entbindung oder Abort. Wichtige Ursache der postpartalen Blutung (~1-6% der Entbindungen) und häufigste Ursache der verzögerten postpartalen Blutung. Im US zeigen sich endometriale Verdickung (>10 mm), heterogene Masse und erhöhte Farbdoppler-Vaskularität. Vaskularitätsstatus ist kritisch für Therapieplanung — hypervaskuläres RPOC enthält vitales Trophoblastengewebe mit massivem Blutungsrisiko bei Kürettage; Embolisation vorher erwägen. Avaskuläres RPOC repräsentiert nekrotisches Gewebe oder Blutkoagel.
Altersbereich
18-45
Häufigkeitsalter
30
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Selten
RPOC entsteht, wenn trophoblastisches Gewebe oder Plazentalotyledonen nach Entbindung/Abort in der Kavität verbleiben. Verbliebenes Gewebe verhindert die uterine Involution → Spiralarterienblutung. Vitales Trophoblastengewebe erhält das schwangerschaftsinduzierte vaskuläre Remodeling → niedrigresistente Kanäle → Doppler-Vaskularität (RI <0,5). Nekrotisches RPOC hat keine Vaskularität → niedriges Blutungsrisiko. Langfristige Retention → Endometritis, Pyometra, Sepsis. Echogenität variiert: vitaler Trophoblast echogen, nekrotisch heterogen/hypoechogen, Blutkoagel variabel. Seltene Komplikation: Uterusarterienaneurysma durch Wandschwächung.
Echogene Masse in Kavität + erhöhte Vaskularität mit niedrigem RI (<0,5) im Doppler — pathognomonisch für vaskularisiertes RPOC. Embolisation vor Kürettage erwägen.
Endometriale Dicke >10 mm oder heterogene echogene Masse in der Kavität des postpartalen Uterus im TVUS. Normales postpartales Endometrium <10 mm und homogen. Echogene Masse repräsentiert dezidual-trophoblastische Reste. Intrauterine Gasblasen (Dirty Shadowing) deuten auf Infektionskomplikation.
Berichtssatz
Eine heterogene echogene Masse von __ mm in der Endometriumkavität des postpartalen Uterus ist vereinbar mit RPOC.
Im Farbdoppler zeigt sich erhöhte Vaskularität in und um die endometriale Masse — niedrigresistenter arterieller Fluss (RI <0,5) zeigt vitales Trophoblastengewebe mit erhaltenem Remodeling. Vaskularitätsgrad variiert von mild bis intensiv. Vaskularitätspräsenz bestimmt Blutungsrisiko bei Kürettage und erfordert Embolisationserwägung. Avaskulär = Blutkoagel/nekrotisches Gewebe — diese Unterscheidung ist Therapiegrundlage.
Berichtssatz
Erhöhte Vaskularität und niedrigresistenter arterieller Fluss (RI: __) in der endometrialen Masse im Farbdoppler ist vereinbar mit vaskularisiertem RPOC — Embolisation vor Kürettage erwägen.
Im Kontrastmittel-CT kann eine anreichernde Masse in der Kavität in arterieller Phase dargestellt werden — für Notfallblutungsbeurteilung oder interventionelle Planung. Intensive arterielle Anreicherung zeigt vitales Trophoblastengewebe. Pseudoaneurysma wird als fokale, runde, intensiv anreichernde vaskuläre Struktur detektiert.
Berichtssatz
Eine anreichernde Masse in der Endometriumkavität im Kontrastmittel-CT ist vereinbar mit vaskularisiertem RPOC; auf Pseudoaneurysma und aktive Blutung beurteilt.
In T2-gewichteten MRT-Bildern wird eine Masse mit heterogener Signalintensität in der Kavität dargestellt. Vitaler Trophoblast zeigt hohes T2-Signal; nekrotisches Gewebe niedrig-intermediäres Signal. Kontrastmittel-MRT: vaskularisiertes RPOC reichert an, nekrotisches nicht — korreliert mit US-Doppler. DWI kann Diffusionsrestriktion vitaler Trophoblasten zeigen. MRT beurteilt myometriale Invasion und Komplikationen besser als US.
Berichtssatz
Eine Masse mit heterogener Signalintensität in der Kavität im MRT mit ___ (Anreicherung vorhanden/nicht) — vereinbar mit RPOC.
Flüssigkeit und selten Gas in der Kavität. Gas deutet stark auf Infektionskomplikation (Endometritis/Pyometra) — 'Dirty Shadowing' im US. Flüssigkeit hebt Gewebekonturen hervor. Hämorrhagische Flüssigkeit kann interne Echos und Sedimentation zeigen.
Berichtssatz
Flüssigkeit in der Kavität mit Gas ___ (vorhanden/nicht) — auf RPOC und Infektionskomplikation beurteilt.
Seltene aber schwere Uterusarterien-Pseudoaneurysma-Komplikation wird im Farbdoppler durch 'Yin-Yang'-Muster (bidirektionaler turbulenter intraluminaler Fluss — Rot-Blau-Mosaik) erkannt. Entsteht durch trophoblastische Wandschwächung. Pulse-Wave-Doppler zeigt 'To-and-Fro'-Flussmuster.
Berichtssatz
Eine fokale vaskuläre Struktur auf Myometrium-/Kavitätsniveau mit Yin-Yang-Muster und To-and-Fro-Fluss im Farbdoppler ist vereinbar mit Pseudoaneurysma.
Kriterien
Erhöhte Vaskularität im Doppler, RI <0,5, enthält vitales Trophoblastengewebe
Unterscheidungsmerkmale
Hohes massives Blutungsrisiko bei Kürettage, Embolisation vorher erwägen, hysteroskopische Resektion als Alternative, β-hCG meist persistierend erhöht
Kriterien
Keine Vaskularität im Doppler, nekrotischer Trophoblast oder organisiertes Blutkoagel
Unterscheidungsmerkmale
Konservatives Management möglich (spontane Expulsion), sichere Kürettage (niedriges Blutungsrisiko), medikamentöse Behandlung mit Misoprostol möglich
Kriterien
Fieber, übelriechender Ausfluss, Gas in Kavität (Dirty Shadowing), Leukozytose
Unterscheidungsmerkmale
Dringende Antibiotikatherapie + kontrollierte Kürettage (Sepsisrisiko), engmaschige Vitalzeichenüberwachung, multidisziplinäres Management
Unterscheidungsmerkmal
PAS wird pränatal mit myometrialer Invasion diagnostiziert (gestörte Junctional Zone, Lakunen); RPOC ist postpartales retiniertes Gewebe typisch ohne myometriale Invasion — Timing- und Invasionsgradunterschied
Unterscheidungsmerkmal
Blasenmole zeigt Schneesturm-Muster + sehr hohes β-hCG (>100.000); RPOC zeigt postpartale fokale endometriale Masse — Muster- und β-hCG-Unterschied
Unterscheidungsmerkmal
Endometriumkarzinom in postmenopausaler Periode; RPOC im geburtshilflichen Kontext — klinische Anamnese differenziert
Dringlichkeit
urgentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralRPOC-Behandlung basiert auf Vaskularitätsstatus — Doppler bestimmt Therapiestrategie. Avaskuläres RPOC: konservativ, Misoprostol oder sichere Kürettage. Vaskularisiertes RPOC: Embolisation → Kürettage oder hysteroskopische Resektion. Pseudoaneurysma: Kürettage ABSOLUT kontraindiziert — erst Embolisation. Infiziertes RPOC: Breitspektrum-Antibiotika + kontrollierte Kürettage. β-hCG-Monitoring obligat. Persistierendes β-hCG deutet auf GTD.
RPOC sind eine wichtige Ursache postpartaler und post-abortiver Blutungen. Bei vaskularisierten RPOC kann eine Embolisation der A. uterina vor der Kürettage die Blutung reduzieren. Diagnose: US + Doppler + β-hCG-Kombination. Therapie: Kürettage bei schwerer oder persistierender Blutung (US-gesteuert empfohlen), konservatives Management kann in stabilen Fällen versucht werden. Komplikationen: Endometritis, Sepsis, DIC, Asherman-Syndrom (bei wiederholter Kürettage).