Das Dünndarm-Lipom ist ein benigner mesenchymaler Tumor aus reifem Fettgewebe in submuköser Lage. Es ist einer der häufigsten benignen Tumoren des Dünndarms und macht etwa 20-25 % aller gastrointestinalen Lipome aus. Es tritt am häufigsten im Ileum auf. Die meisten sind asymptomatisch und werden zufällig entdeckt; große Lipome (>2 cm) können Intussuszeption, Obstruktion oder GI-Blutung verursachen. Die Diagnose ist mit homogener Fettdichte (-50 bis -100 HU) im CT meist definitiv. T1-Hyperintensität und Signalverlust bei Fettsuppression im MRT bestätigen die Diagnose. Lipome zeigen keine maligne Transformation; symptomatische werden chirurgisch oder endoskopisch reseziert.
Altersbereich
35-75
Häufigkeitsalter
55
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Dünndarm-Lipome entstehen aus hamartomatöser Ansammlung reifer Adipozyten in der submukösen Schicht. Sie sind von einer dünnen fibrösen Kapsel umgeben und zeigen langsames Wachstum in der Submukosa. Der Tumor bildet durch polypoide Protrusion ins Dünndarmlumen eine intraluminale Raumforderung. Bei Wachstum können Erosion und Ulzeration der darüberliegenden Mukosa entstehen — dies verursacht GI-Blutung. Aufgrund der weichen und komprimierbaren Beschaffenheit des Lipoms kann es während der Darmperistaltik seine Form verändern ('Squeeze-Sign'). Große Lipome können als Lead Point eine Intussuszeption verursachen — peristaltische Wellen schieben das Lipom nach distal und ziehen das benachbarte Segment mit. Die Fettdichte (-50 bis -100 HU) im CT ist pathognomonisch, da reifes Fettgewebe Triglyzeride enthält und die niedrige Molekularmasse und niedrige Elektronendichte der Triglyzeride Röntgenstrahlen schwach attenuieren. Im MRT reflektiert die kurze T1-Relaxationszeit von Fett sich als T1-Hyperintensität, und Signalverlust bei frequenzselektiver Fettsuppression bestätigt den Fettgehalt.
Gut abgrenzbare submuköse Raumforderung mit homogener Fettdichte (-50 bis -100 HU) im CT — pathognomonisch für Lipom. Der Dichtewert wird durch ROI-Messung präzise bestimmt. Da keine andere Dünndarmlsion Fettdichte aufweist, ist dieser Befund diagnostisch.
Gut abgrenzbare, runde/ovale submuköse Raumforderung mit homogener Fettdichte (-50 bis -100 HU) im CT. Die Läsion zeigt polypoide Protrusion ins Darmlumen. Eine dünne Kapsel ist selten sichtbar. Homogene Fettdichte ist pathognomonisch und keine andere Läsion zeigt diese Dichtewerte. Die Läsionsgröße beträgt in der Regel 1-5 cm.
Berichtssatz
Gut abgrenzbare submuköse Raumforderung mit homogener Fettdichte (-... HU) im Dünndarm ist vereinbar mit einem Lipom.
Homogen hyperintense submuköse Läsion im T1-gewichteten MRT — isointens zu subkutanem Fett. Signalintensität entspricht subkutanem Fett und bestätigt den Fettgehalt. Eine dünne Kapsel kann als dünne hypointense Linie im T1 sichtbar sein. Die Läsion ist glatt begrenzt und homogen.
Berichtssatz
Submuköse Läsion hyperintens im T1 isointens zu subkutanem Fett im Dünndarm ist vereinbar mit einem Lipom.
Homogener Signalverlust in der Läsion in Fettsuppressions-Sequenzen (STIR oder frequenzselektives Fat-Sat) — definitive Bestätigung des Fettgehalts. Die Läsion, die im T1 hyperintens ist, wird mit Fettsuppression vollständig dunkel. Dieser Befund bestätigt die Diagnose eines Lipoms und unterscheidet von anderen T1-hyperintensen Läsionen wie Melanommetastasen und hämorrhagischen Läsionen.
Berichtssatz
Homogener Signalverlust bei Fettsuppression in der T1-hyperintensen submukösen Läsion im Dünndarm bestätigt die Diagnose eines Lipoms.
Keine Anreicherung in der Läsion im kontrastmittelverstärkten CT — Dichteunterschied <10 HU zwischen Nativ und Kontrast. Glatte, gut definierte Ränder. Die umgebende Darmwand ist normal. Bei großen Läsionen kann eine dünne anreichernde Linie über der Läsion (erhaltene Mukosa) gesehen werden.
Berichtssatz
Nicht anreichernde, glatt begrenzte submuköse Läsion mit Fettdichte im Dünndarm ist vereinbar mit einem Lipom.
Hyperechogene, homogene, gut abgrenzbare submuköse Raumforderung im B-Modus-US. Die Läsion ist im Vergleich zur umgebenden Darmwand ausgeprägt hyperechogen. Keine dorsale Schallabschwächung. Kann Formveränderung bei Kompression zeigen ('Squeeze-Sign'). Keine Vaskularität im Color-Doppler.
Berichtssatz
Hyperechogene, homogene, avaskuläre submuköse Läsion im Dünndarm ist vereinbar mit einem Lipom.
Intermediäre bis hohe Signalintensität im T2-gewichteten MRT — isointens zu subkutanem Fett. T2-Signal ist niedriger als Liquor, aber höher als Muskel. Vollständiger Signalverlust in der STIR-Sequenz bestätigt die Diagnose.
Berichtssatz
Submuköse Läsion isointens zu subkutanem Fett im T2 im Dünndarm mit vollständigem Signalverlust in der STIR bestätigt die Diagnose eines Lipoms.
Kriterien
Gut eingekapselte submuköse Läsion aus homogenem reifem Fettgewebe
Unterscheidungsmerkmale
Homogene Fettdichte, keine Anreicherung, meist asymptomatisch, kein Risiko maligner Transformation
Kriterien
Lipom größer als 4 cm — hohes Risiko für Intussuszeption und Obstruktion
Unterscheidungsmerkmale
Hohe Wahrscheinlichkeit symptomatisch zu sein, Intussuszeption-Lead-Point, Mukosaerosion und GI-Blutung, chirurgische Indikation
Kriterien
Multiple Lipome im Dünndarm — meist verteilt in Jejunum und Ileum
Unterscheidungsmerkmale
Erhöhtes Intussuszeptionsrisiko, jedes mit homogener Fettdichte, multiple fettdichte polypoide Läsionen im CT
Unterscheidungsmerkmal
GIST ist eine heterogen anreichernde Raumforderung mit Weichteildichte (30-60 HU); zeigt keine Fettdichte. GIST ist meist größer, zeigt exophytisches Wachstum und kann zentrale Nekrose enthalten.
Unterscheidungsmerkmal
Das Hämangiom zeigt intensive Anreicherung und T2-Hyperintensität; zeigt keine Fettdichte. Kann Phlebolithen aufweisen. Zeigt keinen Signalverlust bei Fettsuppression.
Unterscheidungsmerkmal
Das Karzinoid ist eine hypervaskuläre solide Raumforderung, zeigt keine Fettdichte. Mesenteriale Retraktion und verkalkte mesenteriale Raumforderung (Desmoplasie) sind charakteristisch.
Unterscheidungsmerkmal
Das Lymphom zeigt homogene Wandverdickung oder Raumforderung mit Weichteildichte; keine Fettdichte. Aneurysmatische Dilatation und Sandwich-Sign können begleitend auftreten.
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
12-monthDünndarm-Lipome sind benigne Läsionen und zeigen keine maligne Transformation. Asymptomatische kleine Lipome (<2 cm) erfordern keine Behandlung. Symptomatische Lipome (Blutung, Obstruktion, Intussuszeption) werden mit chirurgischer Resektion oder endoskopischer Polypektomie behandelt. Homogene Fettdichte im CT ist diagnostisch und eine Biopsie ist nicht erforderlich.
Das Dünndarm-Lipom ist benigne und erfordert bei typischen Bildgebungsmerkmalen keine Verlaufskontrolle oder Behandlung. Große Lipome können eine Invagination oder Obstruktion verursachen und eine Operation erfordern.