Die Wirbelmetastase ist der häufigste Tumor der Wirbelsäule, 70 % aller Knochenmetastasen befinden sich in den Wirbeln. Brust (21 %), Lunge (19 %), Prostata (7,5 %), Niere (5 %) und Schilddrüse (3 %) sind die häufigsten Primärquellen. Hämatogene Ausbreitung durch den Batson-Venenplexus ist der Hauptmechanismus. Osteolytische Metastasen sind am häufigsten, osteoblastische stammen von der Prostata. LWS am häufigsten betroffen (52 %), BWS (36 %), HWS (12 %). MRT ist die sensitivste Modalität — T1-hypointenses Signal des das Fettmark ersetzenden Tumors ist der früheste Befund. CT ist überlegen für kortikale Destruktion und osteoblastische Läsionen. Pathologische Fraktur und Myelonkompression erfordern das MESCC-Protokoll.
Altersbereich
40-85
Häufigkeitsalter
65
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Häufig
Die Pathogenese der Wirbelmetastase umfasst drei Hauptmechanismen: hämatogene Ausbreitung (häufigste), direkte Invasion und lymphatische Ausbreitung. Der Batson-Venenplexus ist der anatomische Hauptfaktor — das klappenlose paravertebrale Venensystem transportiert Tumorzellen direkt zum vertebralen Knochenmark. Bei osteolytischen Metastasen sezernieren Tumorzellen osteoklastaktivierende Zytokine. Im MRT resultiert T1-Hypointensität aus der Verdrängung normalen Fettmarks durch Tumorgewebe. Diffusionsrestriktion reflektiert eingeschränkte Wassermolekülbewegung durch hohe Zellularität. Bei osteoblastischen Metastasen (Prostata) sezernieren Tumorzellen osteoblaststimulierende Faktoren.
In der AP-Projektion oder koronalen CT erscheinen die zwei Pedikel des Wirbels wie 'Eulenaugen'. Bei metastatischer Pedikeldestruktion geht die Silhouette eines Pedikels verloren und erzeugt das 'Winking-Owl'-Erscheinungsbild.
T1-gewichtete Bilder zeigen fokale oder diffuse Hypointensität im Wirbelkörper. Gegen das hyperintense Signal des normalen Fettmarks erzeugt das niedrige Signal des Tumorgewebes scharfen Kontrast. Pedikelbeteiligung als T1-Hypointensität ist ein starker Indikator pathologischer Fraktur.
Berichtssatz
Hypointense Knochenmarksignaländerung im Wirbelkörper in der T1-gewichteten Sequenz, hinweisend auf Verdrängung des Fettmarks durch Tumorgewebe, vereinbar mit metastatischer Beteiligung.
In der DWI zeigt die metastatische Wirbelläsion hohes Signal (DWI-hyperintens) und niedriges Signal in der ADC-Karte (Diffusionsrestriktion). ADC-Schwellenwert <1,0 x 10^-3 mm2/s. DWI/ADC bietet 85-90 % Genauigkeit zur Differenzierung benignem Ödem von maligner Infiltration.
Berichtssatz
Hyperintenses Signal in der DWI und niedriges Signal in der ADC-Karte (Diffusionsrestriktion) im Wirbelkörper, hinweisend auf hohe Zellularität und unterstützend für metastatische Beteiligung.
Im CT erscheint osteolytische Metastase als kortikale Destruktion und hypodense Läsion, osteoblastische Metastase (Prostata) als sklerotische hyperdense Läsion. Pedikeldestruktion erzeugt 'Winking-Owl-Sign' in AP-Projektion.
Berichtssatz
Lytische Knochendestruktion und kortikale Erosion im Wirbelkörper im CT, vereinbar mit osteolytischer Metastase.
Kontrastmittelverstärktes MRT beurteilt epidurale Ausdehnung und Myelonkompression. Epidurale Weichteilmasse zeigt Enhancement und eliminiert Liquorsignal. MESCC erfordert dringende Radiotherapie oder chirurgische Dekompression.
Berichtssatz
Epidurale Ausdehnung der Wirbelmetastase und Myelonkompression im kontrastmittelverstärkten MRT; MESCC-Protokoll sollte angewandt werden.
FDG-PET-CT wird zur Ganzkörperstadiierung und Therapieansprehensbewertung vertebraler Metastasen verwendet. Osteolytische Metastasen sind generell FDG-avide, osteoblastische (Prostata) können niedrige FDG-Aufnahme zeigen.
Berichtssatz
Erhöhte FDG-Aufnahme (SUVmax: XX) in multiplen Wirbelkörpern im PET-CT, vereinbar mit metastatischer Knochenbeteiligung.
Kriterien
Knochendestruktion dominant — lytische, hypodense Läsion
Unterscheidungsmerkmale
Häufigster Typ; Brust, Lunge, Niere, Schilddrüse; kortikale Destruktion + hypodense Läsion im CT; MRT T1-hypointens, T2/STIR-hyperintens; FDG-PET-avide; hohes pathologisches Frakturrisiko
Kriterien
Neue Knochenbildung dominant — sklerotische, hyperdense Läsion
Unterscheidungsmerkmale
Am häufigsten von Prostata; hyperdense sklerotische Läsion im CT; MRT T1 UND T2 hypointens (Kalzium); FDG-PET kann niedrige Aufnahme zeigen — NaF-PET überlegen; erhöhtes PSA klinischer Hinweis
Kriterien
Sowohl lytische als auch blastische Komponenten — häufig von Brust, Lunge, GI-Trakt
Unterscheidungsmerkmale
Heterogene Dichte (Mischung lytischer + sklerotischer Bereiche im CT); heterogenes Signal im MRT; Musterwechsel bei Therapieansprehenüberwachung (lytisch → blastisch: Therapieansprechen)
Unterscheidungsmerkmal
Bei osteoporotischer Fraktur unterstützen bandförmiges Ödem, Fluid-Cleft-Sign, normaler Pedikelsignal, konkave Hinterwand und fehlende Diffusionsrestriktion Benignität. Bei metastatischer Fraktur begleiten konvexe Hinterwand, Pedikelbeteiligung und Diffusionsrestriktion.
Unterscheidungsmerkmal
Vertebrales Hämangiom zeigt 'Polka-Dot-Sign' im axialen CT, hyperintenses T1-Signal (Fettkomponente) und T2-Hyperintensität. Bei Metastasen fehlt Polka-Dot-Sign, T1 ist hypointens (Fettverlust).
Unterscheidungsmerkmal
Beim Schmorl-Knoten sind fokale Einsenkung begrenzt auf Endplatte, sklerotischer Rand und fehlende Diffusionsrestriktion unterscheidend. Bei Metastasen erstreckt sich die Signaländerung über die Endplatte hinaus.
Dringlichkeit
urgentManagement
medicalBiopsie
ErforderlichNachsorge
specialist-referralWirbelmetastase erfordert multidisziplinären Ansatz. SINS: 0-6 stabil, 7-12 potenziell instabil, 13-18 instabil. MESCC ist ein Notfall — hochdosiertes Dexamethason + Radiotherapie oder chirurgische Dekompression innerhalb 24 Stunden. Bei Patienten ohne bekannten Primärtumor ist Biopsie zur histopathologischen Diagnose erforderlich.
Die Wirbelmetastase ist der häufigste Wirbelsäulentumor. Die Beurteilung pathologischer Frakturen und Myelonkompression ist kritisch. SINS wird zur Stabilitätsbeurteilung verwendet. Myelonkompression erfordert dringende Radiotherapie oder chirurgische Dekompression.