Das Fremdkörpergranulom ist eine chronische entzündliche granulomatöse Reaktion gegen einen im Weichteilgewebe verbliebenen Fremdkörper (Glas, Holz, Metall, Dorn, Splitter, Plastik, chirurgisches Material). US ist die primäre diagnostische Modalität und der Fremdkörper selbst erscheint als hyperechogene lineare Struktur; posteriorer akustischer Schatten (Glas, Metall, Knochen) oder posteriorer Reverberationsartefakt (Metall, Glas) sind pathognomonische Befunde. Umgebendes Granulationsgewebe erscheint als hypoechogener Halo oder Raumforderung. Die US-Sensitivität für Fremdkörperdetektion beträgt 87-98% und ist der Radiographie überlegen, da sie auch nicht-opake Materialien (Holz, Plastik, Dorn) darstellen kann.
Altersbereich
5-80
Häufigkeitsalter
30
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Häufig
Das Fremdkörpergranulom ist eine Typ-IV-verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion gegen Fremdmaterial, das in das Gewebe eindringt und nicht entfernt werden kann. Makrophagen versuchen den Fremdkörper zu phagozytieren, können aber große oder inerte Materialien nicht verdauen — folglich bilden sich Epitheloidzellen und mehrkernige Riesenzellen (Langhans-Typ) und granulomatöse Entzündung entwickelt sich. Granulationsgewebe enthält neue Kapillaren, Fibroblasten und Kollagen — im US erscheint dieses Gewebe als hypoechogener Halo. Das hyperechogene Erscheinungsbild des Fremdkörpers im US resultiert aus dem großen akustischen Impedanzunterschied zwischen Fremdmaterial und umgebendem Gewebe. Posteriorer akustischer Schatten resultiert daraus, dass der Fremdkörper die Ultraschallwellenübertragung blockiert. Reverberationsartefakt bei hoch reflektierenden flächigen Materialien (Metall, Glas) resultiert aus multiplen Hin-und-Her-Reflexionen der Ultraschallwelle zwischen der Material-Gewebe-Grenzfläche und der Sondenoberfläche.
Die Kombination aus hyperechogener linearer Struktur mit posteriorem akustischem Schatten und/oder Reverberationsartefakt im Weichteilgewebe ist der pathognomonische US-Befund für Fremdkörper.
Im B-Modus-US erscheint der Fremdkörper als hyperechogene lineare oder fragmentierte lineare Struktur. Glas- und Metallfremdkörper zeigen prominenten posterioren akustischen Schatten.
Berichtssatz
Eine hyperechogene lineare Struktur mit posteriorem akustischem Schatten wird im Weichteilgewebe gesehen, vereinbar mit einem Fremdkörper.
Posteriorer Reverberationsartefakt (Kometenschweif) kann bei Metall- und Glasfremdkörpern gesehen werden — erscheinend als Serie gleichmäßig beabstandeter paralleler echogener Linien distal zum Fremdkörper.
Berichtssatz
Reverberationsartefakt (Kometenschweif) wird distal zum Fremdkörper festgestellt, was auf Metall-/Glasmaterial hindeutet.
Ein hypoechogener Halo (Granulationsgewebe) entwickelt sich um chronische Fremdkörper. Dieser Halo repräsentiert die granulomatöse entzündliche Reaktion um den Fremdkörper.
Berichtssatz
Ein hypoechogener Halo, der Granulationsgewebe repräsentiert, wird um den Fremdkörper gesehen, vereinbar mit einer chronischen Fremdkörperreaktion.
Im Power-Doppler kann minimale-milde periphere Vaskularität im Granulationsgewebe um den Fremdkörper nachgewiesen werden.
Berichtssatz
Minimale periphere Vaskularität wird im Granulationsgewebe um den Fremdkörper im Power-Doppler festgestellt.
Im CT zeigen Metall- und Glasfremdkörper hohe Dichte. Glas ist generell >100 HU, Metall >1000 HU.
Berichtssatz
Eine hochdichte Struktur wird im Weichteilgewebe im CT gesehen, vereinbar mit einem Fremdkörper (Glas/Metall).
Im MRT zeigt der Fremdkörper generell niedriges Signal in allen Sequenzen (Signalvoid) — besonders metallische Fremdkörper erzeugen prominenten Suszeptibilitätsartefakt.
Berichtssatz
Anreicherndes granulomatöses Gewebe um eine signalarme Struktur wird im MRT gesehen, vereinbar mit Fremdkörpergranulom.
Kriterien
Hohe Impedanz, prominenter Schatten und/oder Reverberation, im Röntgen sichtbar
Unterscheidungsmerkmale
Leicht durch US und Radiographie erkennbar. Hohe Dichte im CT.
Kriterien
Niedrige-intermediäre Impedanz, Schatten akut vorhanden, kann chronisch abnehmen, im Röntgen nicht sichtbar
Unterscheidungsmerkmale
US ist primäre diagnostische Modalität (Radiographie negativ). Echogenität kann sich in chronischer Phase durch Wasserabsorption ändern. Höheres Infektionsrisiko.
Kriterien
Chirurgische Anamnese, Fremdkörperlage vereinbar mit Operationsfeld
Unterscheidungsmerkmale
Nahtgranulom häufigster Typ in der postoperativen Phase. Hyperechogener Herd + peripheres Granulationsgewebe im US.
Unterscheidungsmerkmal
Hämatom enthält keine hyperechogene lineare Struktur, zeigt zeitabhängige Echogenitätsänderung, avaskulär.
Unterscheidungsmerkmal
Glomustumor ist subungual, hypervaskulär, enthält keine Fremdkörperstruktur.
Unterscheidungsmerkmal
Fibromatose ist faszienassoziierter fusiformer Knoten, keine Fremdkörperstruktur.
Dringlichkeit
routineManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
3-monthSymptomatische Fremdkörper sollten chirurgisch entfernt werden. US-geführte Lokalisation erhöht die chirurgische Erfolgsrate.
Die Behandlung des Fremdkörpergranuloms besteht in der chirurgischen Entfernung des Fremdkörpers. US-gestützte Lokalisierung verbessert den chirurgischen Erfolg. Antibiotische Behandlung wird bei infizierten Granulomen hinzugefügt. Hölzerne Fremdkörper tragen ein hohes Infektionsrisiko. Einige Fremdkörper (Silikon, Nahtreaktion) können eine chronische granulomatöse Reaktion verursachen.