Die akute Appendizitis ist eine akute Entzündung der Appendix vermiformis und eine der häufigsten Indikationen für Notfallchirurgie. Das Lebenszeitrisiko beträgt 7-8%. Am häufigsten zwischen 10-30 Jahren. Luminale Obstruktion (Fekalith, lymphoide Hyperplasie, Tumor) ist der auslösende Faktor. Komplikationen umfassen Perforation, Abszess, Peritonitis und Pylephlebitis. CT hat 94-98% Sensitivität und 95-99% Spezifität für die Diagnose und ist der Goldstandard für die Notfallevaluation.
Altersbereich
5-50
Häufigkeitsalter
25
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Häufig
Appendizitis beginnt typischerweise mit Obstruktion des Appendixlumens — häufigste Ursachen sind Fekalith (35%), lymphoide Hyperplasie (60%, besonders bei Kindern) und selten Tumor oder Parasit. Luminale Obstruktion erhöht den intraluminalen Druck, die Mukosabarriere wird gestört und bakterielle Translokation tritt auf. Venöse und lymphatische Drainage wird beeinträchtigt — zuerst Ödem und Kongestion (katarrhalische Phase), dann transmurale Entzündung und Nekrose (gangränöse Phase) entwickeln sich. Perforationsrisiko steigt bei gangränöser Wand — nach Perforation kann lokalisierter Abszess oder diffuse Peritonitis entstehen. Im CT wird diese Pathophysiologie sequenziell visualisiert: dilatierte Appendix (>6 mm) → periappendizeales Fat Stranding → Wandverdickung und Enhancement → Perforationszeichen (freie Flüssigkeit, Abszess, extraluminale Luft). Fekalith (Appendikolith) erscheint als verkalkte Struktur im CT und liefert einen diagnostischen Hinweis.
Die Kombination einer dilatierten Appendix >6 mm mit umgebendem Fat Stranding ist pathognomonisch für akute Appendizitis. Diese Zweibefund-Kombination hat 98% Sensitivität und 95% Spezifität. In Kombination mit klinischer Anamnese (Schmerzen im rechten Unterbauch, McBurney-Punkt-Druckempfindlichkeit) wird die Diagnose bestätigt.
Appendixdurchmesser >6 mm (normal <6 mm). Dilatation reflektiert erhöhten intraluminalen Druck. Kann mit Flüssigkeit oder Stuhlmaterial gefüllt sein.
Berichtssatz
Die Appendix ist dilatiert mit einem Durchmesser von ca. ___ mm; vereinbar mit akuter Appendizitis.
Erhöhte Dichte im Fettgewebe um die Appendix (Fat Stranding). Zeigt Ausbreitung der Entzündung auf periappendizeale Gewebe an. Sensitivster sekundärer Befund.
Berichtssatz
Deutliches periappendizeales Fat Stranding ist um die Appendix sichtbar.
Verkalkte Struktur im Appendixlumen (Appendikolith/Fekalith). Dichte variiert zwischen 100-600 HU. In 25-30% der Fälle vorhanden. Erhöht das Perforationsrisiko.
Berichtssatz
Ein verkalkter Appendikolith von ca. ___ mm ist im Appendixlumen sichtbar.
Appendixwandverdickung (>3 mm) und verstärktes Enhancement. Reflektiert transmurale Entzündung. Targetzeichen — innerer Ring enhancende Mukosa, äußerer Ring ödematöse Submukosa.
Berichtssatz
Appendixwandverdickung und verstärktes Enhancement sind sichtbar, vereinbar mit transmuraler Entzündung.
Perforationszeichen: periappendizeale freie Flüssigkeit, extraluminale Luft, Abszessbildung (rim-enhancende Flüssigkeitskollektion), Appendixwand-Diskontinuität.
Berichtssatz
Freie Flüssigkeit/Luft um die Appendix und eine rim-enhancende Kollektion von ___ cm sind sichtbar, vereinbar mit perforierter Appendizitis.
Nicht-komprimierbare tubuläre Struktur im US, Durchmesser >6 mm. Targetzeichen — konzentrische Wandschichten. Periappendizeales hyperechogenes Fettgewebe (Entzündung). Primäre Bildgebungsmodalität bei Kindern und Schwangeren.
Berichtssatz
Eine nicht-komprimierbare tubuläre Struktur mit einem Durchmesser von ___ mm und umgebendem hyperechogenem Fettgewebe ist im rechten Unterbauch sichtbar, vereinbar mit akuter Appendizitis.
Kriterien
Dilatierte Appendix, Fat Stranding, Wandverdickung vorhanden. Keine Perforation, Abszess oder freie Luft.
Unterscheidungsmerkmale
Behandlung mit Antibiotika oder laparoskopischer Appendektomie. Konservativer (Antibiotika-)Ansatz kann in manchen Fällen ausreichen.
Kriterien
Wanddiskontinuität, extraluminale Luft, periappendizeale freie Flüssigkeit. Entwickelt sich in 20-30% der Fälle.
Unterscheidungsmerkmale
Erfordert Notfallchirurgie. Risiko einer diffusen Peritonitis. Perforationsrate ist bei Kindern und Älteren höher.
Kriterien
Periappendizeale rim-enhancende Flüssigkeitskollektion. Lokalisierte Infektion begrenzt durch Omentum- und Darmadhäsion nach Perforation.
Unterscheidungsmerkmale
Kann mit perkutaner Drainage + Antibiotika behandelt werden. Intervallappendektomie 6-8 Wochen später geplant. CT-gesteuerte Drainage ist sicher und effektiv.
Unterscheidungsmerkmal
Zäkaldivertikulitis kann ähnliches Fat Stranding zeigen, aber die Appendix ist normal und ein entzündetes Divertikel ist im Zäkum sichtbar. Bei Appendizitis ist die Appendix dilatiert und entzündet.
Unterscheidungsmerkmal
Morbus Crohn zeigt terminale Ileumverdickung, Skip-Läsionen, Kammzeichen und Fisteltrakte. Isolierte Appendixbeteiligung ist selten. Bei Appendizitis sind die Befunde auf die Appendix lokalisiert.
Unterscheidungsmerkmal
Muzinöse Neoplasie kann niedrigdichte (muzinöse) Dilatation, Wandverkalkung und peritoneale Ausbreitung zeigen. Akute Appendizitis hat prominente entzündliche Befunde (Fat Stranding, Wand-Enhancement).
Unterscheidungsmerkmal
Zäkales Adenokarzinom zeigt Massenbildung, Apfelkernzeichen und Lymphadenopathie. Appendizitis ist durch dilatierte Appendix und periappendizeale entzündliche Veränderungen charakterisiert.
Dringlichkeit
emergentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
no-follow-upAkute Appendizitis ist eine Notfallchirurgie-Indikation. Laparoskopische Appendektomie ist Goldstandard bei unkomplizierter Appendizitis — manche Zentren bieten konservative (Antibiotika-)Behandlung an. Behandlungsstrategie ändert sich bei komplizierter Appendizitis (Perforation, Abszess): diffuse Peritonitis→Notfallchirurgie, lokalisierter Abszess→perkutane Drainage + Antibiotika + Intervallappendektomie 6-8 Wochen später. CT-Befunde leiten Therapieentscheidungen: die Unterscheidung kompliziert vs unkompliziert ist kritisch. Pathologische Untersuchung der Appendix ist obligatorisch zum Ausschluss eines Tumors (Karzinoid, muzinöse Neoplasie).
Erfordert Notfalloperation (Appendektomie). Komplizierte Appendizitis (Abszess, phlegmonös) kann mit perkutaner Drainage und verzögerter Chirurgie behandelt werden. Perforation und Peritonitis sind lebensbedrohlich.