Divertikulitis ist eine akute Entzündung von Kolondivertikeln. In westlichen Gesellschaften ist das linke Kolon (Sigmoid) am häufigsten betroffen (85-90%). Divertikelerkrankung hat eine Prävalenz von 50-70% bei über 60-Jährigen, aber nur 10-25% werden symptomatisch. Komplikationen umfassen Abszess, Perforation, Fistel und Striktur. CT hat 94% Sensitivität und 99% Spezifität und ist der Goldstandard. Die Hinchey-Klassifikation bestimmt den Komplikationsgrad und die Therapiestrategie.
Altersbereich
40-85
Häufigkeitsalter
60
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Häufig
Divertikel sind Herniationen von Mukosa und Submukosa durch die Kolonwand an Vasa-recta-Penetrationspunkten (Muscularis-propria-Schwachstellen) — sie sind falsche (Pseudo-)Divertikel, keine wahren (alle Schichten). Obstruktion des Divertikellumens durch Fekalith oder eingedicktes Nahrungsresidue initiiert Entzündung — Mikroperforation, perikolische Entzündung und Abszess können sich entwickeln. Obstruktion erhöht den intraluminalen Druck, Mukosaerosion und bakterielle Translokation treten auf. Im CT ist das entzündete Divertikel von perikolischem Fat Stranding umgeben — was die Ausbreitung der Entzündung auf umgebendes Gewebe anzeigt. Die Divertikelwand verdickt sich und das Enhancement nimmt zu. Bei komplizierter Divertikulitis erscheint Perforation als freie Luft, Abszess als rim-enhancende Kollektion und Fistelgänge.
Die Kombination eines entzündeten Divertikels mit verdickter Wand und umgebendem perikolischem Fat Stranding ist das Signaturzeichen der akuten Divertikulitis. Vorhandensein von Divertikeln und Lokalisation entzündlicher Veränderungen auf ein fokales Divertikel unterscheidet vom Adenokarzinom.
Entzündetes Divertikel: verdickte Divertikelwand mit umgebendem perikolischem Fat Stranding. Entzündungsfokus kann auf ein einzelnes Divertikel lokalisiert sein.
Berichtssatz
Ein entzündetes Divertikel mit deutlichem perikolischem Fat Stranding ist im Sigmoid-Kolon sichtbar, vereinbar mit akuter Divertikulitis.
Segmentale symmetrische/konzentrische Wandverdickung im Sigmoid-Kolon. Verdickung meist 4-15 mm. Länge kann 5-15 cm sein.
Berichtssatz
Segmentale konzentrische Wandverdickung von ca. ___ cm Länge ist im Sigmoid-Kolon sichtbar.
Perikolischer Abszess: rim-enhancende Flüssigkeitskollektion. Hinchey I: perikolischer Mikro-Abszess (<4 cm), Hinchey II: Beckenabszess (>4 cm). Abszessinhalt kann Luftblasen enthalten.
Berichtssatz
Ein rim-enhancender perikolischer Abszess von ___ cm ist benachbart zum Sigmoid-Kolon sichtbar, vereinbar mit Hinchey-Stadium ___.
Perikolische/peritoneale freie Luft — Perforationsindikator. Lokalisierte Luft deutet auf perikolische Perforation (Hinchey I-II), diffuse freie Luft auf generalisierte Peritonitis (Hinchey III-IV).
Berichtssatz
Freie Luft ist um das Sigmoid-Kolon/in der Peritonealhöhle sichtbar, was eine divertikuläre Perforation nahelegt.
Sigmoid-Kolon-Wandverdickung mit hyperechogenem perikolischem Fett (Entzündung) im US. Entzündetes Divertikel kann als echogener Fokus erscheinen. US kann eine Alternative zum CT für die Notfallevaluation sein.
Berichtssatz
Sigmoid-Kolon-Wandverdickung mit umgebendem hyperechogenem Fettgewebe ist im linken Unterbauch sichtbar, vereinbar mit Divertikulitis.
Kolovesikale Fistel: abnormale Verbindung zwischen Kolon und Blase. Luft in der Blase (Pneumaturie) und/oder orales Kontrastmittel in der Blase ist diagnostisch.
Berichtssatz
Eine kolovesikale Fistel zwischen Sigmoid-Kolon und Blase ist sichtbar mit Luft an der Blasenkuppel.
Kriterien
Fat Stranding und Wandverdickung vorhanden. Kein Abszess, Perforation, Fistel oder Obstruktion.
Unterscheidungsmerkmale
75-85% der Fälle. Antibiotikatherapie ± Diätmodifikation. Koloskopie 6-8 Wochen später empfohlen (Malignitätsausschluss).
Kriterien
Hinchey I: perikolischer/mesokolischer Abszess (<4 cm). Hinchey II: Beckenabszess (>4 cm).
Unterscheidungsmerkmale
Hinchey I: IV-Antibiotika. Hinchey II: perkutane Drainage + Antibiotika. Intervallkolektomie umstritten.
Kriterien
Hinchey III: generalisierte purulente Peritonitis. Hinchey IV: generalisierte fäkale Peritonitis.
Unterscheidungsmerkmale
Notfallchirurgie: Hartmann-Prozedur oder primäre Anastomose ± protektives Ileostoma. Mortalität kann bei Hinchey IV 40% erreichen.
Unterscheidungsmerkmal
Adenokarzinom zeigt asymmetrische Wandverdickung, schulterförmige Ränder und Lymphadenopathie. Divertikulitis zeigt symmetrische/konzentrische Verdickung, Divertikel und perikolisches Fat Stranding. Unterscheidung kann schwierig sein — Koloskopie nach 6-8 Wochen empfohlen.
Unterscheidungsmerkmal
Appendizitis zeigt dilatierte Appendix mit lokalisierter Entzündung im rechten Unterbauch. Zäkaldivertikulitis kann ähnliches Fat Stranding zeigen, aber entzündetes Divertikel ist in der Zäkalwand sichtbar.
Unterscheidungsmerkmal
Ischämische Kolitis zeigt diffusere Segmentbeteiligung, submuköses Ödem/Einblutung und Beteiligung des vaskulären Watershed-Bereichs (Milzflexur). Divertikulitis zeigt fokales entzündetes Divertikel und Divertikel.
Unterscheidungsmerkmal
Morbus Crohn zeigt Skip-Läsionen, Kammzeichen, Fistelgänge und asymmetrische mesenteriale Beteiligung. Divertikulitis zeigt symmetrische Verdickung im Sigmoid-Kolon mit entzündetem Divertikel.
Dringlichkeit
urgentManagement
medicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthTherapie nach Hinchey-Stadium. Unkompliziert: orale/IV-Antibiotika, Diät. Hinchey I: IV-Antibiotika. Hinchey II: perkutane Drainage + Antibiotika. Hinchey III-IV: Notfallchirurgie (Hartmann-Prozedur oder primäre Anastomose). Koloskopie nach 6-8 Wochen ist obligatorisch zum Malignitätsausschluss — Divertikulitis maskiert gleichzeitigen Krebs in 1-2% der Fälle. Elektive Sigmoidkolektomie bei rezidivierender oder komplizierter Divertikulitis geplant. Nachsorge: CT bei Symptomrezidiv, 6-monatliche klinische Evaluation.
Unkomplizierte Divertikulitis wird mit Antibiotika behandelt. Abszess wird drainiert. Perforation erfordert Notfalloperation. Elektive Kolonresektion wird bei rezidivierenden Episoden erwogen.