Ischämische Kolitis ist ischämischer Schaden der Kolonschleimhaut durch inadäquaten Blutfluss. Am häufigsten bei älteren Patienten (>60 Jahre). Kolon-'Watershed'-Bereiche mit schwächstem Blutfluss (Milzflexur — Griffiths-Punkt, rektosigmoidale Übergangszone — Sudeck-Punkt) sind am häufigsten betroffen. Nicht-okklusive mechanische Ursache (Low-Flow — Hypotension, Herzinsuffizienz) ist die häufigste Ursache (95%). Segmentale Wandverdickung, submuköses Ödem/Einblutung und perikolisches Fat Stranding sind im CT charakteristisch. Prognose variabel — milde Fälle lösen sich spontan, bei transmuraler Nekrose Mortalität bis 60%.
Altersbereich
50-90
Häufigkeitsalter
70
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Selten
Ischämische Kolitis ist ischämischer Schaden der Kolonmukosa durch inadäquaten Blutfluss. Die duale Kolonblutversorgung kommt von SMA (rechtes Kolon) und IMA (linkes Kolon) — Milzflexur ist der Watershed-Bereich zwischen diesen beiden Arterien (Griffiths-Punkt). Bei Hypotension, Atherosklerose, kardialem Low-Output oder Vaskulitis werden Watershed-Bereiche zuerst betroffen. Ischämiekaskade: Hypoxie → mukosales Ödem → hämorrhagische Infiltration → submuköse Einblutung → Ulzeration → transmurale Nekrose. Reperfusionsschaden verschlechtert die Pathologie — freie Sauerstoffradikale und Entzündungsmediatoren verursachen zusätzlichen Schaden. Im CT reflektiert diese Pathophysiologie als segmentale Wandverdickung (Ödem), submuköser hyperdenser Bereich (Einblutung — CT-Äquivalent des 'Thumbprinting'), und perikolisches Fat Stranding. Pneumatosis und portalvenöses Gas zeigen transmurale Nekrose an.
Segmentale konzentrische Wandverdickung an der Milzflexur oder rektosigmoidalen Übergangszone (Watershed-Bereiche) mit submuköser hyperdenser Einblutung (CT-Äquivalent des Thumbprinting) ist das Signaturzeichen der ischämischen Kolitis.
Segmentale symmetrische/konzentrische Wandverdickung (>4 mm, meist 8-15 mm) an der Milzflexur oder rektosigmoidalen Übergangszone. Watershed-Bereich-Beteiligung ist pathognomonisch.
Berichtssatz
Segmentale konzentrische Wandverdickung an der Milzflexur/rektosigmoidalen Übergangszone ist sichtbar, vereinbar mit ischämischer Kolitis.
Hyperdenser (Einblutung — 40-60 HU) oder hypodenser (Ödem — 10-20 HU) Bereich in der submukösen Zone. Geschichtete Wandstruktur erzeugt 'Targetzeichen'-ähnliches Erscheinungsbild (CT-Äquivalent des Thumbprinting).
Berichtssatz
Submuköser hyperdenser Bereich ist in der verdickten Darmwand sichtbar, vereinbar mit submuköser Einblutung (Thumbprinting).
Pneumatosis intestinalis (intramurale Luft) und portalvenöses Gas — zuverlässigste CT-Befunde transmuraler Nekrose. Notfallchirurgie-Indikation.
Berichtssatz
Pneumatosis intestinalis im ischämischen Kolonsegment und portalvenöses Gas in der Leber sind sichtbar, was transmurale Nekrose nahelegt; Notfall-chirurgische Konsultation wird empfohlen.
Perikolisches Fat Stranding und freie Flüssigkeit — Ausbreitung ischämischer Entzündung auf umgebendes Gewebe.
Berichtssatz
Perikolisches Fat Stranding und freie pelvine Flüssigkeit sind um das ischämische Kolonsegment sichtbar.
Fehlendes/vermindertes Darmwand-Enhancement — reflektiert Verlust der arteriellen Versorgung (transmurale Ischämie). Normales oder verstärktes Enhancement zeigt mukosale/submuköse Ischämie (Reperfusion) an.
Berichtssatz
Vermindertes/fehlendes Wand-Enhancement im ischämischen Kolonsegment ist sichtbar, was transmurale Ischämie/Nekrose nahelegt.
Beurteilung von SMA/IMA und Ästen — okklusive (Thrombus, Embolus) vs nicht-okklusive (Low-Flow) Ischämie-Unterscheidung. Vaskuläre Pathologie kann durch CT-Angiographie detektiert werden.
Berichtssatz
Keine signifikante Okklusion in SMA/IMA und Ästen detektiert, was nicht-okklusive ischämische Kolitis nahelegt.
Kriterien
Mukosale/submuköse Ischämie. Löst sich spontan. 50-60% der Fälle.
Unterscheidungsmerkmale
Milde Wandverdickung, submuköses Ödem im CT. Konservative Behandlung (IV-Flüssigkeit, Darmruhe, Antibiotika) ausreichend.
Kriterien
Fibrotische Striktur nach chronischem ischämischem Schaden. 10-15% der Fälle.
Unterscheidungsmerkmale
Segmentale Lumenverengung, Wandverdickung (fibrotisch) im CT. Endoskopische Dilatation oder segmentale Resektion.
Kriterien
Transmurale Nekrose. Pneumatosis, portalvenöses Gas, fehlendes Enhancement. 15-20% der Fälle.
Unterscheidungsmerkmale
Notfallchirurgie (subtotale/totale Kolektomie). Mortalität 60-80%. Peritonitiszeichen und septischer Schock begleitend.
Unterscheidungsmerkmal
Colitis ulcerosa zeigt kontinuierliche Beteiligung ausgehend vom Rektum. Ischämische Kolitis zeigt segmentale Beteiligung im Watershed-Bereich, Rektum meist verschont (duale Versorgung außerhalb IMA).
Unterscheidungsmerkmal
Divertikulitis zeigt fokales entzündetes Divertikel und Divertikel. Ischämische Kolitis zeigt segmentale Wandverdickung, submuköse Einblutung und Fehlen von Divertikeln.
Unterscheidungsmerkmal
Morbus Crohn zeigt Skip-Läsionen, Kammzeichen, Fisteln und Beginn in jungem Alter. Ischämische Kolitis zeigt Watershed-Bereich-Beteiligung, älterer Patient, plötzlicher Beginn und vaskuläre Risikofaktoren.
Unterscheidungsmerkmal
Adenokarzinom zeigt fokale asymmetrische Masse, schulterförmige Ränder und Lymphadenopathie. Ischämische Kolitis zeigt segmentale symmetrische Verdickung, submuköse Einblutung und Fehlen einer Masse.
Dringlichkeit
emergentManagement
medicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
3-monthTherapie nach Ischämieschweregrad. Transiente/milde ischämische Kolitis (50-60%): IV-Flüssigkeitsresuszitation, Darmruhe, Breitspektrum-Antibiotika, Korrektur der zugrunde liegenden Ursache (Herzauswurf-Optimierung, Absetzen von Vasokonstriktoren). Transmurale Nekrose/Gangrän (15-20%): Notfallchirurgie (subtotale/totale Kolektomie). Chirurgische Indikationen: Pneumatosis + portalvenöses Gas, Peritonitiszeichen, fehlendes Enhancement, septischer Schock, kein Ansprechen auf konservative Therapie in 24-48 Stunden. Nachsorge: Koloskopie nach 2-4 Wochen (Striktur-/chronische Veränderungsbeurteilung), vaskuläres Risikofaktormanagement, 3-monatliche klinische Kontrolle.
Die meisten Fälle heilen unter konservativer Therapie. Transmurale Nekrose erfordert Notfalloperation. Pneumatosis und portomesenteriales Gas sind mit Mortalität assoziiert. Striktur kann in der chronischen Phase entstehen.