Ösophagusvarizen sind portosystemische Kollateralgefäße, die durch Dilatation des submukosalen Venenplexus des Ösophagus bei portaler Hypertension entstehen. Sie entwickeln sich bei 50% der Zirrhosepatienten, und bei 25-35% der Patienten mit Varizen tritt eine Blutung auf. Varizenblutung ist eine der wichtigsten Mortalitätsursachen bei Zirrhose (15-20% Mortalität/Episode). Varizen entwickeln sich bei portalvenösem Druck >12 mmHg. Im CT erscheinen sie als kontrastmittelaufnehmende serpiginöse vaskuläre Strukturen in der distalen Ösophaguswand. Submukosale serpiginöse Füllungsdefekte sind im Barium charakteristisch.
Altersbereich
30-80
Häufigkeitsalter
55
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Häufig
Portale Hypertension (meist durch Zirrhose) erhöht den Druck im portalen Venensystem. Wenn der Portaldruck >12 mmHg übersteigt, öffnen sich portosystemische Kollateralwege. Portalblut wird über die linke Magenvene (Koronarvene) → ösophagealer submukosaler Venenplexus → Azygos-/Hemiazygos-Venen in den systemischen Kreislauf umgeleitet. Progressive Dilatation der submukosalen Venen bildet Ösophagusvarizen. Varizen sind am ausgeprägtesten im distalen Ösophagus, da diese Region das Hauptdrainagegebiet der linken Magenvene ist. Sie erscheinen als kontrastmittelaufnehmende tubuläre Strukturen im CT, da diese dilatierten Venen mit Kontrastmittel gefüllt sind. Die Varizenwand ist dünn und fragil — Rupturrisiko und lebensbedrohliche Blutung bestehen bei mechanischem Stress oder erhöhtem Portaldruck.
Serpiginöse, lobulierte Füllungsdefekte im distalen Ösophagus im Barium, gebildet durch dilatierte submukosale Venen. Varizen werden mit Valsalva-Manöver deutlicher. Dies ist der klassische Bariumbefund portal-hypertensiver Ösophagusvarizen.
Kontrastmittelaufnehmende serpiginöse tubuläre Strukturen in der distalen Ösophaguswand in der portalvenösen Phase. Varizen sind submukosal und können als Wandverdickung erscheinen. Varizen zeigen maximale Kontrastmittelaufnahme in der portalvenösen Phase. Varizendurchmesser ist proportional zum Blutungsrisiko.
Berichtssatz
Serpiginöse kontrastmittelaufnehmende vaskuläre Strukturen in der distalen Ösophaguswand in der portalvenösen Phase; vereinbar mit Ösophagusvarizen.
Dilatierte venöse Kollateralgefäße um den Ösophagus (paraösophageale Region). Paraösophageale Varizen sind von submukosalen Varizen getrennt und außerhalb der Adventitia lokalisiert. Dilatation der linken Magenvene (>5 mm) ist assoziiert. Dilatation der Azygos-Vene (>10 mm) zeigt erhöhte systemische venöse Drainage an.
Berichtssatz
Dilatierte venöse Kollateralgefäße in der periösophagealen Region mit Dilatation der linken Magenvene; vereinbar mit portal-hypertensiver Kollateralzirkulation.
Serpiginöse, lobulierte submukosale Füllungsdefekte im distalen Ösophagus im Barium. Varizen erzeugen ein 'Perlschnur'- oder 'Wurmspur'-Erscheinungsbild, das nicht von Barium beschichtet wird. Varizen werden mit Valsalva-Manöver deutlicher. Können mit Mueller-Manöver abnehmen.
Berichtssatz
Serpiginöse submukosale Füllungsdefekte im distalen Ösophagus; vereinbar mit Ösophagusvarizen.
Uphill-Varizen (distales 2/3): Ursprung portale Hypertension, häufigster Typ. Downhill-Varizen (proximales 1/3): Ursprung Vena-cava-superior-Obstruktion, selten. Bei Downhill-Varizen sind Varizen im oberen Ösophagus sichtbar, begleitet von mediastinaler Masse/VCS-Syndrom-Befunden.
Berichtssatz
Varizen im distalen/proximalen Ösophagus; die Lokalisation ist mit Uphill-/Downhill-Varizenmuster vereinbar.
Bei aktiver Varizenblutung Austritt von kontrastmittelaufnehmendem Blut ins Ösophaguslumen (aktive Extravasation). Hochdichtes Blut im Lumen sichtbar. Intramurales Hämatom kann assoziiert sein. Aktiver Blutungsfokus kann im Notfall-Multiphasen-CT nachgewiesen werden.
Berichtssatz
Aktive Kontrastmittelextravasation aus Ösophagusvarizen ins Lumen; vereinbar mit aktiver Varizenblutung — DRINGENDE endoskopische Intervention erforderlich.
Serpiginöse Strukturen mit Flow-Voids in der distalen Ösophaguswand in T2-gewichteten Sequenzen. Hohes Signal kann in Arealen mit langsamer Strömung sichtbar sein. Kontrastmittelgestützte MR-Angiographie zeigt Varizenanatomie im Detail. Vorteilhaft für Verlaufskontrollen ohne Strahlenexposition.
Berichtssatz
Serpiginöse vaskuläre Strukturen mit Flow-Voids in T2 in der distalen Ösophaguswand; vereinbar mit Ösophagusvarizen.
Kriterien
Ursprung portale Hypertension, distales 2/3 des Ösophagus.
Unterscheidungsmerkmale
Häufigster Typ (95%+). Zirrhose, Pfortaderthrombose. Magenvarizen können assoziiert sein.
Kriterien
Ursprung VCS-Obstruktion, proximales 1/3 des Ösophagus.
Unterscheidungsmerkmale
Mediastinale Masse, VCS-Syndrom-Befunde. Lungenkrebs, Lymphom. Selten (<5%).
Kriterien
Sowohl ösophageale als auch Magenvarizen zusammen. GOV1: kleine Kurvatur, GOV2: Fundus.
Unterscheidungsmerkmale
GOV2 hat höheres Blutungsrisiko. TIPS oder BRTO sollten erwogen werden. Sarin-Klassifikation verwendet.
Unterscheidungsmerkmal
PEK zeigt asymmetrische solide Masse mit Schleimhautdestruktion; Varizen sind serpiginöse tubuläre Strukturen mit intakter Mukosa
Unterscheidungsmerkmal
Ösophagitis zeigt diffuse Schleimhautverdickung; Varizen sind fokale serpiginöse vaskuläre Strukturen mit portalen HT-Zeichen
Unterscheidungsmerkmal
Leiomyom ist eine solide, homogen kontrastmittelaufnehmende Einzelmasse; Varizen sind multiple, serpiginöse vaskuläre Strukturen mit Kontrastmittelaufnahme in der Portalphase
Unterscheidungsmerkmal
Fibrovaskulärer Polyp ist intraluminale gestielte Masse; Varizen sind submukosale serpiginöse Füllungsdefekte, die sich mit Valsalva ändern
Dringlichkeit
emergentManagement
interventionalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthAktive Varizenblutung ist ein lebensbedrohlicher Notfall — Mortalität 15-20%/Episode. Dringende endoskopische Bandligatur oder Sklerotherapie wird durchgeführt. Primäre Prophylaxe: nicht-selektive Betablocker (Propranolol/Nadolol) oder prophylaktische Bandligatur. TIPS (transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt) bei refraktärer Blutung. Lebertransplantation ist die definitive Behandlung der portalen Hypertension. CT zeigt Varizenanatomie, paraösophageale Kollateralen und Portalsystempathologie — kritisch für TIPS-Planung und Blutungsrisikobewertung.
Ösophagusvarizen sind eine der häufigsten Ursachen lebensbedrohlicher oberer GI-Blutungen. Prophylaktische Bandligatur oder Beta-Blocker-Therapie (Propranolol/Nadolol) reduziert das Blutungsrisiko. Akute Blutungen werden mit endoskopischer Bandligatur + Vasopressin/Octreotid + Antibiotika behandelt. TIPS wird bei refraktären Fällen erwogen.