Gallenblasenpolypen sind Schleimhautvorsprünge, die von der Gallenblasenwand ins Lumen ragen. Die überwiegende Mehrheit (60-90%) sind Cholesterinpolypen und benigner Natur. Echte neoplastische Polypen (Adenome) sind selten und tragen Malignitätspotential. Im US erscheinen sie als echogene, an der Wand befestigte, immobile Strukturen ohne Schallschatten. Größe ist der kritischste Risikofaktor: Malignitätsrisiko steigt bei Polypen >10 mm. Schlüsselunterscheidung von Gallensteinen: Polypen sind immobil, Steine sind mobil.
Altersbereich
30-70
Häufigkeitsalter
50
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Häufig
Der häufigste Typ der Gallenblasenpolypen sind Cholesterinpolypen (60-90%). Diese resultieren aus exzessiver Cholesterinester-Akkumulation in submukösen Makrophagen — lipidbeladene Makrophagen (Schaumzellen) bilden kleine gestielte oder sessile Vorsprünge in der Mukosa. Diese Polypen sind keine echten Neoplasien und tragen kein Malignitätsrisiko. Im US deutet kleine Größe (<5 mm), multiple und gestielte Erscheinung auf Cholesterinpolyp hin. Entzündliche Polypen resultieren aus Granulationsgewebeproliferation aufgrund chronischer Entzündung. Echte adenomatöse Polypen sind dysplastische epitheliale Proliferationen und können der Adenom-Karzinom-Sequenz folgen — Größe >10 mm, sessile Morphologie, solitäre Struktur und Alter >50 erhöhen das Malignitätsrisiko. Das Fehlen des Schallschattens bei Polypen resultiert aus ihrer Weichteilstruktur — ihnen fehlt die starke Absorption der kristallinen Struktur von Steinen.
Kardinaler US-Befund von Gallenblasenpolypen: wandgebunden, sich bei Positionswechsel nicht bewegend (immobil), echogene Struktur ohne Schallschatten. Diese Triade differenziert den Polyp vom Stein (mobil + Schallschatten) und Sludge (mobil + niedrige Echogenität). Immobilitätstest: bestätigt durch Drehen des Patienten in Dekubitus- oder Semi-Erekt-Position, um zu verifizieren, dass die Läsion ihre Position an der Wand nicht ändert.
Echogene Struktur, die von der Gallenblasenwand ins Lumen ragt, sich bei Positionswechsel nicht bewegt (immobil), ohne Schallschatten. Cholesterinpolypen zeigen typischerweise multiple, kleine und helle Echogenität.
Berichtssatz
Eine immobile echogene polypoide Läsion von … mm, die von der Gallenblasenwand ins Lumen ragt, ist ohne Schallschatten sichtbar.
Ein dünner vaskulärer Stiel (zuführendes Gefäß) kann bei gestielten Polypen im Doppler-US sichtbar sein. Cholesterinpolypen zeigen meist keine oder minimale Vaskularität, während adenomatöse Polypen prominentere Vaskularität zeigen können.
Berichtssatz
Ein vaskulärer Stiel ist in der polypoiden Läsion im Doppler-US sichtbar.
Kontrastmittelanreichernde polypoide Läsion im Gallenblasenlumen in der kontrastmittelverstärkten CT. CT ist weniger sensitiv als US für die Polypendetektion, aber nützlich zur Beurteilung von Wandinvasion und Beziehung zu umgebenden Strukturen bei großen Polypen (>10 mm).
Berichtssatz
Eine kontrastmittelanreichernde polypoide Läsion (… mm) ist in der Gallenblase in der kontrastmittelverstärkten CT sichtbar.
Polypoide Läsion, die niedrigeres Signal als Gallenflüssigkeit in T2-gewichteter MRT zeigt. Zeigt Enhancement in kontrastmittelverstärkten Sequenzen. MRT kann helfen, Cholesterinpolyp vs. adenomatösen Polyp zu differenzieren.
Berichtssatz
Eine polypoide Läsion (… mm) ist in der Gallenblase in T2-gewichteter MRT sichtbar.
Multiple kleine (<5 mm) polypoide Läsionen — hinweisend auf Cholesterinpolypen. Meist im Fundus oder Körper lokalisiert. Alle sind immobil und ohne Schallschatten.
Berichtssatz
Multiple kleine polypoide Läsionen sind in der Gallenblase sichtbar, vereinbar mit Cholesterinpolypen.
Solitäre, breitbasige (sessile), >10 mm polypoide Läsion — Verdacht auf adenomatösen Polyp oder frühes Karzinom. Unregelmäßige Oberfläche und heterogene Echogenität sind zusätzliche Warnsignale.
Berichtssatz
Eine solitäre sessile polypoide Läsion von … mm ist in der Gallenblase sichtbar; weitere Evaluation wird empfohlen, um adenomatösen Polyp/frühes Karzinom aufgrund von Größe und Morphologie auszuschließen.
Kriterien
Häufigster Typ (60-90%). Bestehend aus lipidbeladenen Makrophagen. Meist <10 mm, multipel, gestielt.
Unterscheidungsmerkmale
Klein, hell echogen, multipel, kein Schallschatten oder Vaskularität. Kein Malignitätsrisiko.
Kriterien
Echter neoplastischer Polyp. Dysplastische epitheliale Proliferation. Trägt Malignitätspotential (Adenom-Karzinom-Sequenz).
Unterscheidungsmerkmale
Meist solitär, sessil, >10 mm. Prominentere Vaskularität im Doppler. Cholezystektomie-Indikation.
Kriterien
Granulationsgewebeproliferation aufgrund chronischer Entzündung. Meist im Rahmen einer chronischen Cholezystitis.
Unterscheidungsmerkmale
Kann von Wandverdickung begleitet sein. Sessil oder gestielt. Niedriges Malignitätsrisiko.
Unterscheidungsmerkmal
Gallensteine sind mobil (bewegen sich bei Positionswechsel) und erzeugen Schallschatten. Polyp ist immobil und hat keinen Schallschatten.
Unterscheidungsmerkmal
Sludge ist mobil und niedrig echogen, Polyp ist immobil und höher echogen. Tumefaktiver Sludge kann verwechselt werden — durch Doppler (avaskulär) und Verlaufs-US differenziert.
Unterscheidungsmerkmal
Bei Adenomyomatose kann fokale Wandverdickung (Fundustyp) polypoid erscheinen, aber Kometenschweif-Artefakt und intramurale zystische Räume sind pathognomonisch.
Unterscheidungsmerkmal
Karzinom zeigt Wandinvasion, Leberausdehnung, Lymphadenopathie und heterogenes Enhancement. Polyp zeigt keine Invasionszeichen. Differenzierung zwischen >10 mm sessilem Polyp und frühem Karzinom kann schwierig sein — Cholezystektomie wird empfohlen.
Dringlichkeit
surveillanceManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthDas Management von Gallenblasenpolypen wird durch Größe und Risikofaktoren bestimmt. Keine Nachkontrolle bei <6 mm Polypen ohne Risikofaktoren. 6-monatliche US-Verlaufskontrolle wird bei 6-9 mm Polypen empfohlen. Cholezystektomie ist bei ≥10 mm Polypen oder bei Polypen mit raschem Wachstum (Größenzunahme in <2 Jahren) indiziert. Risikofaktoren: Alter >50, solitärer Polyp, sessile Morphologie, begleitende Gallensteine, PSC. Biopsie wird nicht durchgeführt — pathologische Untersuchung am chirurgischen Spezimen. Cholesterinpolypen tragen kein Malignitätsrisiko, aber definitive Differenzierung vom adenomatösen Polyp ist mit US nicht möglich.
Cholesterinpolypen (<10 mm) sind benigne und erfordern Nachsorge. Polypen >10 mm rechtfertigen eine Cholezystektomie wegen Adenom- oder fruehes Karzinomrisiko. 6-10 mm Polypen werden mit 6-monatlichem US ueberwacht. Risikofaktoren: >50 Jahre, solitaer, sessil, wachsend.