Das Ovarialfibrom ist der häufigste solide benigne Tumor des Ovars und gehört zur Gruppe der Keimstrang-Stroma-Tumoren. Es besteht aus einer Proliferation spindelzelliger fibröser Stroma. In der Bildgebung erscheint es als solide, hypoechogene/hypointense Raumforderung — deutliche T2-Hypointensität ist charakteristisch für fibröses Gewebe. Die Kontrastmittelanreicherung ist gering oder verzögert. Die Assoziation mit dem Meigs-Syndrom (Aszites + Pleuraerguss) ist eine klassische und wichtige klinische Beziehung. Verkalkung kann vorhanden sein. In der Regel unilateral und gut abgrenzbar. Kein malignes Potenzial (außer zellulärem Fibrom). Die Behandlung ist die chirurgische Exzision; selbst bei Meigs-Syndrom bilden sich Aszites und Pleuraerguss nach der Operation vollständig zurück.
Altersbereich
40-70
Häufigkeitsalter
55
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Selten
Das Ovarialfibrom geht von Fibroblasten/Myofibroblasten des ovariellen Stromas aus. Es ist durch dichte Kollagenfaserakkumulation gekennzeichnet — diese fibröse Struktur bestimmt direkt die Bildgebungsmerkmale. Der niedrige Wassergehalt und die dichte Packung der Kollagenfasern erzeugen deutliche T2-Hypointensität (kurze T2-Relaxation). Aus dem gleichen Grund erscheint es hypoechogen im US und mit Weichteildichte im CT. Die Vaskularität des fibrösen Gewebes ist gering — die Anreicherung ist schwach oder verzögert, da das Kontrastmittel langsam in die dichte Kollagenmatrix diffundiert. Meigs-Syndrom-Mechanismus: Flüssigkeitstranssudation von der Tumoroberfläche in die Peritonealhöhle (venöse/lymphatische Drainagebeeinträchtigung) → Aszites → Pleuraerguss über diaphragmatische Lymphkanäle. Bei Tumorentfernung wird die Flüssigkeitsquelle beseitigt und die Ergüsse bilden sich zurück. Verkalkung entsteht durch degenerative Veränderungen und dystrophische Kalzifikation.
Solide ovarielle Raumforderung mit Signalintensität ähnlich oder niedriger als Skelettmuskulatur in T2. Diese deutliche T2-Hypointensität ist pathognomonisch für fibröses Gewebe und ist der wertvollste Befund zur Unterscheidung des Ovarialfibroms von anderen soliden ovariellen Raumforderungen (Granulosazelltumor, Brenner-Tumor, Thekom, Metastase). Granulosazelltumor und Thekom zeigen intermediäres bis hyperintenses T2, während Metastasen variables Signal zeigen.
Homogene, hypoechogene solide Läsion. Gut abgrenzbar, oval oder rund. Zystische Komponente fehlt in der Regel (außer bei Degeneration). Posteriore Schallauslöschung bei vorhandener Verkalkung. Zentrale Degeneration (Ödem, zystische Veränderung) bei großen Fibromen kann Heterogenität erzeugen.
Berichtssatz
Im rechten/linken Ovar zeigt sich eine ___ x ___ mm große, gut abgrenzbare, homogene hypoechogene solide Läsion, vereinbar mit einem Ovarialfibrom.
Avaskulär oder minimale Vaskularität im Doppler. Intratumoraler vaskulärer Fluss fehlt oder ist sehr niedrig. Periphere kapsuläre Vaskularität kann gesehen werden. Prominente intratumorale Vaskularität wird bei malignen soliden Tumoren (Granulosazelltumor, Karzinom) erwartet.
Berichtssatz
Keine signifikante intratumorale Vaskularität in der soliden Läsion bei Doppler-Untersuchung nachweisbar.
Deutlich hypointense solide Raumforderung in T2 — Signalintensität ähnlich oder niedriger als Skelettmuskulatur. Homogenes Signal. T2-hyperintense Areale können bei großen Fibromen aufgrund zentraler Ödeme/Degeneration gesehen werden. T2-Hypointensität des fibrösen Gewebes ist der wertvollste MRT-Befund zur Unterscheidung des Ovarialfibroms von anderen soliden ovariellen Raumforderungen.
Berichtssatz
In T2 zeigt sich im rechten/linken Ovar eine deutlich hypointense solide Raumforderung von ___ x ___ mm mit Signalintensität ähnlich der Skelettmuskulatur; vereinbar mit einem Ovarialfibrom.
Intermediäres bis hypointenses Signal in T1. Iso- oder leicht hypointens zu Muskel. Keine Hyperintensität (außer bei Einblutung). Homogenes Signal vereinbar mit benigner fibröser Struktur.
Berichtssatz
Die solide Läsion zeigt in T1 Signal isointens zur Muskulatur.
Gut abgrenzbare solide Raumforderung mit Weichteildichte (40-60 HU) im CT. Anreicherung ist gering oder verzögert — minimal in der arteriellen Phase, kann in der Spätphase leicht zunehmen. Verkalkung kann peripher oder zentral sein. Bei Aszites und Pleuraerguss sollte das Meigs-Syndrom in Betracht gezogen werden.
Berichtssatz
Im rechten/linken Ovar zeigt sich eine ___ x ___ mm große solide Raumforderung mit Weichteildichte und geringer Anreicherung; bei Aszites und/oder Pleuraerguss sollte das Meigs-Syndrom in Betracht gezogen werden.
Verkalkungsherde können in der soliden Raumforderung im nativen CT gesehen werden — zentral amorph, peripher randständig oder grob punktförmig. Verkalkung stützt einen chronischen/degenerativen Prozess und deutet stark auf benignen Charakter hin. Ausgedehnte Verkalkung kann ein dicht verkalktes Erscheinungsbild erzeugen, das die gesamte Raumforderung bedeckt.
Berichtssatz
Verkalkungsherde im ___ Muster zeigen sich in der soliden Raumforderung.
Kriterien
Vollständig fibröse Zusammensetzung, homogen. Mitotische Aktivität <4/10 HPF. In der Regel <10 cm.
Unterscheidungsmerkmale
Homogen deutlich T2-hypointens. Keine zystische Komponente. Minimale Anreicherung. Kein malignes Potenzial.
Kriterien
Erhöhte Zellularität, aber mitotische Aktivität <4/10 HPF und keine Atypie. Nicht an der Fibrosarkom-Schwelle.
Unterscheidungsmerkmale
Etwas höheres T2-Signal als klassisches Fibrom (erhöhte Zellularität = mehr Wasser). Anreicherung kann relativ stärker sein. Rezidivrisiko leicht erhöht — vollständige Exzision ist wichtig.
Kriterien
Ovarialfibrom + Aszites + Pleuraerguss (meist rechtsseitig). Fibromgröße meist >10 cm. Syndrom bildet sich nach Operation vollständig zurück.
Unterscheidungsmerkmale
Aszites und Pleuraerguss können Malignitätsverdacht wecken — aber T2-Hypointensität und geringe Anreicherung der soliden Raumforderung stützen die Diagnose eines benignen Fibroms. CA-125 kann leicht erhöht sein (durch Aszites, nicht Malignität).
Unterscheidungsmerkmal
Thekom erscheint in T2 etwas hyperintenser als Fibrom (höherer Wasser-/Lipidgehalt). Zeigt hormonelle Aktivität (Östrogen → Endometriumverdickung). Fibrom produziert keine Hormone und ist in T2 deutlicher hypointens.
Unterscheidungsmerkmal
Granulosazelltumor zeigt solide-zystische Mischstruktur, intermediäres bis hyperintenses T2-Signal, prominente Anreicherung und hormonelle Aktivität (Östrogen/Inhibin). Fibrom ist vollständig solide, T2-hypointens und hormonell inaktiv.
Unterscheidungsmerkmal
Metastase (Krukenberg) ist meist bilateral, zeigt heterogenes Signal, intensive Anreicherung und Vorgeschichte einer bekannten Primärmalignität. Fibrom ist unilateral, homogen T2-hypointens, geringe Anreicherung und ohne Malignitätsanamnese.
Dringlichkeit
routineManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
12-monthDas Ovarialfibrom ist eine benigne Läsion. Jährliche Nachsorge kann für kleine (<5 cm), asymptomatische Fibrome ausreichend sein. Chirurgische Exzision (laparoskopische Zystektomie oder Oophorektomie) wird für große oder symptomatische Läsionen empfohlen. Bei Meigs-Syndrom bilden sich Aszites und Pleuraerguss nach der Operation vollständig zurück — dies ist eine diagnostische Bestätigung. Bei zellulärem Fibrom sind vollständige Exzision und engere Nachsorge erforderlich. Erhöhtes CA-125 durch Meigs-Syndrom kann zu Fehldiagnose einer Malignität führen — Bildgebungsmerkmale sind unterscheidend.
Das Ovarialfibrom ist ein benigner Tumor, und die chirurgische Exzision ist kurativ. Das Meigs-Syndrom (Aszites + Pleuraerguss) kann begleitend auftreten und bildet sich nach Tumorentfernung zurück. Es kann eine Malignität imitieren (solide Masse + Aszites), aber die Bildgebungsmerkmale (T2-Hypointensität) helfen bei der Diagnose.