Struma ovarii ist eine seltene Variante des reifen zystischen Teratoms (Dermoidzyste), bei der >50% des Tumorinhalts aus Schilddrüsengewebe besteht, klassifiziert als monodermales Teratom. Umfasst 2-5% aller ovariellen Teratome und <1% aller ovariellen Neoplasien. Da es funktionelles Schilddrüsengewebe enthält, kann sich in 5-8% eine Hyperthyreose (Thyreotoxikose) entwickeln. Unterscheidendes Bildgebungsmerkmal ist hochdichter Inhalt in der CT (Jodgehalt des Schilddrüsenkolloids) und variables T1/T2-Signal in der MRT (abhängig von Kolloidviskosität). Maligne Transformation (Struma-ovarii-Karzinom) tritt in 5-10% auf.
Altersbereich
30-60
Häufigkeitsalter
45
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Sehr selten
Struma ovarii ist ein monodermales Teratom, das aus ovariellen Keimzellen entsteht — während der Embryonalentwicklung differenzieren sich ektodermale Keimzellen in Schilddrüsengewebe und werden zum dominanten Gewebe (>50%). Schilddrüsenfollikel sind mit Kolloid gefüllt (Thyroglobulin, jodreiches Protein) — physikalische Eigenschaften dieses Kolloids bestimmen direkt die Bildgebung: (1) Hohe Dichte in CT — hoher Jodgehalt des Schilddrüsenkolloids absorbiert Röntgenstrahlen stark (aufgrund hoher Ordnungszahl von Jod); (2) MRT T1/T2-Signal — variabel abhängig von Kolloid-Proteinkonzentration und Viskosität: hohe Konzentration ('gelartig') gibt hohes T1/niedriges T2, niedrige Konzentration ('wässrig') gibt niedriges T1/hohes T2; (3) Dunkler zystischer Inhalt im US — dickes Kolloid erzeugt niedrigstufige interne Echos. In multilokulärer Struktur zeigen Lokulationen mit unterschiedlicher Viskosität unterschiedliches Signal/Dichte — dieses 'Mosaik'- oder 'Buntglas'-Muster ist der diagnostische Hinweis für Struma ovarii.
Hohe Dichte von 70-110 HU in zystischen Komponenten der Ovarialmasse in der nativen CT. Dieser Befund ist auf die natürliche Jodkonzentration des Schilddrüsenkolloids zurückzuführen und ist spezifisch für Struma ovarii unter Ovarialläsionen. Einfache Ovarialzysten zeigen 0-20 HU, hämorrhagische Zysten 40-70 HU, Fettkomponente von Dermoidzysten negative HU, während Schilddrüsenkolloidkomponente von Struma ovarii mit 70-110 HU höher als alle diese ist. Verschiedene Lokulationen mit unterschiedlichen Dichten in multilokulärer Struktur ('Mosaik'-Muster) stärken die Diagnose. Dieser Befund ist kritisch in der präoperativen Diagnose, da er aufgrund der Seltenheit klinisch selten erwogen wird.
Hohe Dichte (70-110 HU) im zystischen Inhalt in der nativen CT. Deutlich verschieden von einfacher Flüssigkeit (0-20 HU). Diese hohe Dichte ist auf den Jodgehalt des Schilddrüsenkolloids zurückzuführen. Verschiedene Lokulationen in multilokulärer Struktur können unterschiedliche Dichten zeigen.
Berichtssatz
Hohe Dichte (>70 HU) zugeschrieben Schilddrüsenkolloid wird in zystischen Komponenten der Ovarialmasse in der nativen CT beobachtet, und Struma ovarii sollte erwogen werden.
Variable Signalintensität in verschiedenen Lokulationen in T1-gewichteten Aufnahmen. Dichtes viskoses Kolloid zeigt hohes T1-Signal, wässriges Kolloid zeigt niedriges T1-Signal. Diese Variabilität erzeugt ein 'Mosaik'-Muster.
Berichtssatz
Variable Signalintensität wird in den Massenlokulationen in T1-gewichteten Sequenzen beobachtet, vereinbar mit Kolloidinhalt variierender Viskosität.
Variables Signal in verschiedenen Lokulationen der multilokulären Struktur in T2-gewichteten Aufnahmen. Viskoses Kolloid zeigt niedriges T2-Signal ('dunkles Kolloid'), wässriges Kolloid zeigt hohes T2-Signal. 'Buntglas'-artiges Muster entsteht.
Berichtssatz
Lokulationen variierender Signalintensitäten werden in einer multilokulären Struktur in T2-gewichteten Sequenzen beobachtet, mit 'Buntglas'-Muster vereinbar mit Struma ovarii.
Multilokuläre zystische oder solide-zystische Ovarialmasse. Unterschiedliche Echogenität in verschiedenen Lokulationen — einige hypoechogen (wässriges Kolloid), einige hyperechogen (viskoses Kolloid). Dermoidkomponente (Haare, Fett, Verkalkung) kann begleiten.
Berichtssatz
Eine multilokuläre zystische Masse ovariellen Ursprungs wird beobachtet mit variabler Echogenität in Lokulationen, vereinbar mit Struma ovarii.
Schilddrüsenaufnahme in der Beckenregion in der Tc-99m-Pertechnetat- oder I-123-Szintigraphie. Direkter Nachweis funktionellen Schilddrüsengewebes. Bei Hyperthyreose kann die zervikale Schilddrüsenaufnahme supprimiert sein.
Berichtssatz
Aufnahme zugeschrieben funktionellem Schilddrüsengewebe wird in der Beckenregion in der Schilddrüsenszintigraphie beobachtet, die Diagnose Struma ovarii bestätigend.
Kriterien
Normales reifes Schilddrüsengewebe. Follikuläre Architektur erhalten, keine Atypie. 90-95% der Fälle.
Unterscheidungsmerkmale
Glatt konturiert, gekapselt, keine oder minimale prominente solide Komponente. Multilokuläre zystische Struktur. Benigne Prognose — Zystektomie ist kurativ.
Kriterien
Funktionelles Schilddrüsengewebe, das Schilddrüsenhormon produziert. Hyperthyreose-Zeichen (Tachykardie, Tremor, Gewichtsverlust, TSH-Suppression). 5-8% der Fälle.
Unterscheidungsmerkmale
TSH supprimiert, fT4/fT3 erhöht. Zervikale Schilddrüsenaufnahme in Szintigraphie supprimiert, pelvine Aufnahme prominent. Symptome lösen sich nach Chirurgie. Präoperative Thyreostatikatherapie kann nötig sein.
Kriterien
Maligne Transformation innerhalb des Schilddrüsengewebes. Papilläres Schilddrüsenkarzinom am häufigsten (70%), follikuläres Karzinom (20%). 5-10% der Fälle.
Unterscheidungsmerkmale
Prominente solide enhancende Komponente, irregulärer Rand, umgebende Invasion. Erhöhtes Thyroglobulin als Tumormarker. Postoperative I-131-Ablationstherapie kann nötig sein. Prognose generell gut (differenziertes Schilddrüsenkarzinom).
Unterscheidungsmerkmal
Dermoidzyste zeigt Fettdichte (-20 bis -120 HU), Verkalkung/Zähne, Fett-Flüssigkeitsspiegel. Struma ovarii wird durch hochdichten zystischen Inhalt (70-110 HU — jodhaltiges Kolloid) unterschieden. Beide gehören zur Teratom-Familie und können koexistieren — Dermoidkomponente + Struma ovarii-Kombination ist möglich.
Unterscheidungsmerkmal
Muzinöses Karzinom kann 'Buntglas'-Muster in multilokulärer zystischer Struktur zeigen (Lokulationen unterschiedlicher Signalintensität) — kann mit Struma ovarii verwechselt werden. Jedoch zeigt muzinöses Karzinom keine hohe Dichte in nativer CT (Muzin 10-30 HU), sehr groß (>10 cm), CA-125/CA-19.9 erhöht. Struma ovarii wird durch hohe CT-Dichte (70-110 HU — Jod), kleinere Größe und Schilddrüsenfunktionstests unterschieden.
Unterscheidungsmerkmal
Endometriom zeigt homogenes hohes T1-Signal (Methämoglobin), 'Shading' in T2 (homogene Signalabnahme), Signal in Fettunterdrückung erhalten. Struma ovarii hat multilokuläres und variables T1/T2-Signal (unterschiedliches Signal in verschiedenen Lokulationen), hohe Dichte in nativer CT (70+ HU — Endometriom 20-45 HU). Klinisch: Endometriom mit zyklischem Schmerz + Endometriose, Struma ovarii mit Hyperthyreose.
Dringlichkeit
routineManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
annualStruma ovarii-Behandlung ist chirurgisch — laparoskopische Zystektomie oder unilaterale Oophorektomie ist ausreichend bei benignen Fällen. Bei Hyperthyreose sollte präoperative Thyreostatikatherapie (Methimazol) gegeben und euthyreoter Status vor Chirurgie sichergestellt werden. Malignes Struma ovarii (<10%) erfordert totale Hysterektomie + bilaterale Salpingo-Oophorektomie + Thyreoidektomie — gefolgt von I-131-Radiojodablationstherapie (differenziertes Schilddrüsenkarzinom-Protokoll). Postoperative Nachsorge: Thyroglobulinspiegel als Tumormarker überwacht (bei malignen Fällen), jährliche Schilddrüsenfunktionstests. Prognose ist exzellent — kurativ bei benignen Fällen, selbst bei malignen Fällen 90%+ 10-Jahres-Überleben (Prognose des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms). Aufgrund der Seltenheit wird präoperative Diagnose meist nicht gestellt — als histopathologische Überraschung berichtet.
Struma ovarii ist in der Regel benigne. Malignes Struma ovarii (Schilddrüsenkarzinom innerhalb des Struma ovarii) tritt in 5-10 % der Fälle auf. Eine Hyperthyreose wird in 5-8 % der Fälle beobachtet und kann ohne Thyreoidektomie behandelt werden. Die Behandlung ist die chirurgische Resektion (Zystektomie oder Oophorektomie). Maligne Fälle können eine Thyreoidektomie und RAI-Therapie erfordern.