Die zirkumvallate Plazenta ist eine Morphologieanomalie, bei der die Chorionplatte kleiner als die Basalplatte ist und die Membranen (Amnion + Chorion) auf der fetalen Seite nach innen falten und einen verdickten Ring bilden. Inzidenz 1-7%, meist im zweiten Trimester erkannt. Verdickte, gefaltete Membranen und Fibrinablagerungen am Chorionplattenrand — 'gerollter Rand' ist pathognomonisch. Subchorionische Fibrin- und Hämatomakkumulation entlang des Plazentarandes. Klinische Bedeutung ist umstritten; komplette Zirkumvallation kann Risiko für Hämatom, Ablösung, Frühgeburt und IUGR erhöhen. Partielle Zirkumvallation ist meist klinisch unbedeutend.
Altersbereich
18-45
Häufigkeitsalter
30
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Selten
Die Pathogenese der zirkumvallaten Plazenta ist nicht vollständig geklärt; deziduale Blutung und periphere Begrenzung der trophoblastischen Invasion spielen eine Rolle. Die Chorionplatte bleibt kleiner als die Basalplatte — trophoblastische Invasion kann periphere Zottenstrukturen nicht vollständig überdecken. Membranen falten sich nach innen und bilden den 'gerollten Rand'. Fibrin, organisiertes Hämatom und Verkalkung akkumulieren am Faltungsort. Periphere Plazenta unter den Membranen kann reduzierte funktionelle Kapazität haben. Subchorionische Fibrin-/Hämatomakkumulation kann marginale Sinus komprimieren → Blutung und Ablösung. Bei kompletter Zirkumvallation kann die funktionelle Plazentafläche signifikant reduziert sein → IUGR. Im US erscheinen verdickte Membranen als echogene 'Regal'-Strukturen. Im MRT zeigt sich Fibrin/Hämosiderin als niedrig-T2 Ring.
Membranfaltung zur fetalen Seite mit verdicktem echogenem Ring am Plazentarand — pathognomonischer Befund. Bei kompletter Form um den gesamten Umfang. Subchorionisches Fibrin/Hämatom kann begleiten.
Am Plazentarand wird Faltung der Membranen zur fetalen Seite mit verdicktem echogenem Ring dargestellt — 'gerollter Rand'- oder 'Regal'-Zeichen. Die Verdickung besteht aus Fibrin und organisiertem Hämatom. Bei kompletter Form um den gesamten Umfang, bei partieller Form teilweise. In der Frühschwangerschaft schwer erkennbar — am besten im 2. Trimester detektiert.
Berichtssatz
Membranfaltung zur fetalen Seite mit verdicktem echogenem Ring am Plazentarand ist vereinbar mit zirkumvallater Plazenta — ___ (komplette/partielle) Form.
Fibrin- und/oder organisierte Hämatomakkumulation wird im subchorionischen Bereich entlang des Plazentarandes dargestellt. Echogenität abhängig von Alter und Organisation. Diese Akkumulation ist charakteristisch für Zirkumvallation und reflektiert Störung der vaskulären Integrität am Plazentarand.
Berichtssatz
Subchorionische Fibrin-/Hämatomakkumulation wird entlang des Plazentarandes dargestellt — Zirkumvallation-Befund.
In T2-gewichteten MRT-Bildern wird ein verdickter Ring mit niedrigem Signal (Fibrin + Hämosiderin) am Plazentarand dargestellt. Kleinere Chorionplatte und Membranfaltung werden in multiplen Ebenen beurteilt. Subchorionisches Hämatom wird nach T1/T2-Signal gealtert. Zirkumvallationsausdehnung (komplett vs partiell) wird in koronalen und axialen Ebenen beurteilt.
Berichtssatz
Ein verdickter Ring mit niedrigem T2-Signal am Plazentarand wird im MRT dargestellt, vereinbar mit zirkumvallater Plazenta.
Im Farbdoppler wird der marginale Sinusfluss am Plazentarand beurteilt. Bei zirkumvallater Plazenta kann die marginale Vaskularität gestört sein — Fibrin- und Hämatomakkumulation können marginale Sinus komprimieren → verminderter oder unregelmäßiger Fluss. Diese vaskuläre Störung kann Grundlage der Ablösungs- und Blutungspathophysiologie sein.
Berichtssatz
Marginaler Sinusfluss am Plazentarand wurde im Farbdoppler beurteilt; Vaskularität in der Rolled-Edge-Region ist ___ (normal/vermindert/absent).
Am Plazentarand wird ein 'Regal' dargestellt, gebildet durch von der fetalen Oberfläche angehobene Chorionmembranen. Diese Regalstruktur repräsentiert den Winkel zwischen Chorionplatte und gefalteten Membranen. Subchorionisches Fibrin/Hämatom kann unter dem Regal sichtbar sein.
Berichtssatz
Eine 'Regal'-Struktur durch angehobene Membranen wird am Plazentarand festgestellt — Zirkumvallation-Befund.
CT ist keine Primärmodalität für Zirkumvallation-Diagnose, kann aber insidentell in CTs anderer Indikation entdeckt werden. In kontrastlosem CT kann ein dichter Verkalkungsring oder Fibrinakkumulation als hyperdenser Bereich am Plazentarand dargestellt werden.
Berichtssatz
Ein hyperdenser Ring am Plazentarand im CT kann mit Zirkumvallation vereinbar sein — US-Bestätigung empfohlen.
Kriterien
Zirkumvallation um den gesamten Plazentaumfang — 360-Grad gerollter Rand
Unterscheidungsmerkmale
Signifikant höheres Komplikationsrisiko — Ablösung, Frühgeburt, IUGR, rezidivierende 2. Trimester-Blutung, effektive Plazentafläche möglicherweise signifikant reduziert
Kriterien
Zirkumvallation an einem Teil des Plazentarandes — gerollter Rand an einem Anteil des Umfangs
Unterscheidungsmerkmale
Meist klinisch unbedeutend, niedriges Komplikationsrisiko, kann insidentell detektiert werden
Kriterien
Membranen verlaufen flach vom Rand, keine Faltung — milde Form der Zirkumvallation
Unterscheidungsmerkmale
Klinisch unbedeutend, bildet im Gegensatz zur Zirkumvallation keine Ringstruktur, Zufallsbefund
Unterscheidungsmerkmal
SCH zeigt meist sichelförmige Ansammlung im 1. Trimester nicht am Plazentarand limitiert; Zirkumvallation zeigt verdickten Ring im 2. Trimester entlang des Plazentaumfangs — Timing- und Morphologieunterschied
Unterscheidungsmerkmal
Ablösung zeigt retroplazentares Hämatom mit akuter schmerzhafter Blutung; Zirkumvallation-Randveränderung ist anatomische Variante, meist schmerzlose oder rezidivierende leichte Blutung — Lokalisations- und Präsentationsunterschied
Unterscheidungsmerkmal
Intervillöse Thrombose ist fokale intraplazentare Läsion im Parenchym ohne Randmorphologie-Effekt; Zirkumvallation betrifft die Randmorphologie — Lokalisationsunterschied
Dringlichkeit
routineManagement
surveillanceBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthPartielle Zirkumvallation ist klinisch meist unbedeutend. Komplette Zirkumvallation erfordert verstärkte obstetretrische Überwachung: serielle US für fetale Wachstumsmonitoring, AFI-Messung, klinische Blutungsüberwachung. Keine spezifische Behandlung — anatomische Variante. Obstetretrische Intervention bei Komplikationen: Tokolyse, IUGR-Entbindungsplanung, Notfall-Kaiserschnitt bei Ablösung. Postpartale Plazentauntersuchung bestätigt die Diagnose definitiv.
Die komplette circumvallate Plazenta ist mit einem erhöhten Risiko für geburtshilfliche Komplikationen assoziiert: Frühgeburt, IUGR, Plazentalösung und perinatale Mortalität. Die partielle Form trägt weniger Risiko. Nach Diagnose werden engmaschige Schwangerschaftsvorsorge, serielle Wachstums-US und Beurteilung des fetalen Wohlbefindens empfohlen. Die Diagnose wird durch sorgfältige Plazentainspektion bei der Geburt bestätigt.