Die intervillöse Thrombose (IVT) ist eine häufige plazentare Läsion mit Thrombusbildung maternalen Blutes in intervillösen Räumen. Histologisch in ~36-50% der Plazenten gefunden; die meisten sind klinisch unbedeutend und werden als Zufallsbefunde berichtet. Im US als gut abgrenzbare, runde/ovale hypoechogene oder echogene Läsion dargestellt — Echogenität hängt vom Thrombusalter ab. Große (>4 cm) oder multiple IVT können die intervillöse Perfusion reduzieren → IUGR-Assoziation. AVASKULÄR im Doppler — kritischstes Unterscheidungsmerkmal vom Chorioangiom (hypervaskulär). MRT-T1-Signal variiert mit Thrombusalter: subakut hyperintens durch Methämoglobin.
Altersbereich
18-45
Häufigkeitsalter
30
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Häufig
IVT entwickelt sich durch Thrombose maternalen Blutes in intervillösen Räumen durch drei Hauptmechanismen: (1) Villöse Schädigung — Syncytiotrophoblast-Schaden erzeugt thrombogene Oberfläche; (2) Fetal-maternale Hämorrhagie — fetale Erythrozyten aktivieren Koagulationskaskade; (3) Vaskuläre Anomalien — lokale Turbulenz oder Stase. Organisierter Thrombus bildet Zahn-Linien. Echogenität zeigt zeitabhängige Evolution: akut hyperechogen → subakut gemischt → chronisch hypoechogen/anechogen. MRT-T1: subakutes Methämoglobin → hyperintens (spezifischster MR-Befund). Klinische Bedeutung abhängig von Größe und Anzahl: große/multiple IVT können Perfusion reduzieren → IUGR. Bei fetal-maternaler Hämorrhagie kann fetale Anämie entstehen — Kleihauer-Betke-Test bestätigt Erythrozytenpassage.
Gut abgrenzbare, avaskuläre Läsion im Plazentagewebe im Doppler — pathognomonisch. Avaskularität allein unterscheidet von Chorioangiom. Doppler-Beurteilung obligat.
Eine gut abgrenzbare, runde/ovale Läsion wird im Plazentagewebe dargestellt. Akuter Thrombus ist hyperechogen, subakuter gemischt, chronischer hypoechogen oder anechogen. Größe variiert von mm bis 5+ cm. Kann multipel sein — Anzahl und Gesamtvolumen sind wichtig. Ränder meist glatt und oval/rund.
Berichtssatz
Eine gut abgrenzbare, ___ (hypoechogene/echogene/gemischte) Läsion von __ × __ mm im Plazentagewebe ist vereinbar mit intervillöser Thrombose.
Im Farbdoppler zeigt sich KEINE Vaskularität in der Läsion — avaskulär. Umgebendes Plazentagewebe hat normale Vaskularität. Kritischstes Unterscheidungsmerkmal von Chorioangiom (hypervaskulär). Doppler-Beurteilung obligat bei jeder intraplazentaren Läsion — B-Mode-Morphologie allein unzureichend.
Berichtssatz
Die Läsion ist im Farbdoppler avaskulär, was die Diagnose einer intervillösen Thrombose unterstützt; Chorioangiom wurde ausgeschlossen.
In T1-gewichteten MRT-Bildern erscheint subakute IVT mit hoher Signalintensität wegen Methämoglobingehalt — helles T1-Signal ist der spezifischste MR-Befund. Akute IVT ist T1-isointens, chronische IVT kann niedriges Signal zeigen. T1-hyperintense intraplazentare Läsion legt IVT in der Differenzialdiagnose nahe.
Berichtssatz
Eine Läsion mit hoher Signalintensität im Plazentagewebe in T1-gewichteten MRT-Bildern ist vereinbar mit subakuter intervillöser Thrombose.
IVT zeigt variables Signal in T2-gewichteten MRT-Bildern: akut (Desoxyhämoglobin) → niedrig, subakut (Methämoglobin) → hoch (besonders extrazelluläres), chronisch (Hämosiderin) → niedrig mit Rim. T1- und T2-Signalkombination wird für Thrombusalterung verwendet.
Berichtssatz
Eine Läsion mit variabler Signalintensität im Plazentagewebe wird in T2-gewichteten MRT-Bildern dargestellt — signalabhängig vom Thrombosealter.
Läsionsgröße (3 Dimensionen) und -anzahl werden systematisch beurteilt. Einzelne, kleine (<2 cm) IVT sind klinisch unbedeutend. Große (>4 cm) oder multiple (≥3) IVT tragen IUGR-Risiko — serielle US und MCA-PSV-Monitoring empfohlen. Betroffene Fläche proportional zum Plazentavolumen für funktionelle Einschätzung.
Berichtssatz
__ IVTs werden im Plazentagewebe dargestellt, die größte misst __ × __ mm; Gesamtfläche wurde beurteilt.
Bei großen oder multiplen IVT werden fetale Wachstumsparameter und geschätztes Fetalgewicht beurteilt. Bei IUGR-Befunden (geschätztes Gewicht <10. Perzentile, abnormaler Umbilikal-Doppler) wird die funktionelle Auswirkung der IVT bedeutsamer.
Berichtssatz
Fetale Wachstumsparameter wurden beurteilt — geschätztes Fetalgewicht auf __ Perzentile; funktionelle Auswirkung der IVT sollte berücksichtigt werden.
Kriterien
<2 cm Größe, einzelne Läsion, keine begleitenden Komplikationen
Unterscheidungsmerkmale
Klinisch unbedeutend, histologischer Zufallsbefund, keine zusätzliche Nachsorge, routinemäßige obstetretrische Betreuung ausreichend
Kriterien
>4 cm Größe oder ≥3 Läsionen
Unterscheidungsmerkmale
Erhöhtes IUGR-Risiko, serielle US-Wachstumsüberwachung und MCA-PSV-Monitoring empfohlen, Umbilikalarterie-Doppler, obstetretrische Konsultation
Kriterien
Kleihauer-Betke-Test positiv, fetale Anämie-Befunde (MCA PSV >1,5 MoM), Evidenz für fetomaternale Transfusion
Unterscheidungsmerkmale
Hohes fetales Anämie-Risiko, MCA-PSV-Monitoring obligat, intrauterine Transfusion möglicherweise erforderlich, Anti-D-Immunglobulin bei Rh-Inkompatibilität
Unterscheidungsmerkmal
Chorioangiom ist HYPERVASKULÄR im Doppler; IVT ist AVASKULÄR — Doppler allein differenziert
Unterscheidungsmerkmal
Ablösungshämatom ist retroplazentar mit akuter schmerzhafter Blutung; IVT ist intraplazentar und meist asymptomatisch — Lokalisations- und Präsentationsunterschied
Unterscheidungsmerkmal
SCH ist sichelförmig subchorionisch; IVT ist rund/oval intraplazentar — Lokalisations- und Formunterschied
Unterscheidungsmerkmal
Infarkt kann keilförmig zum Plazentarand reichen; IVT ist meist rund/oval überall im Parenchym — Form- und T2-Signalunterschied
Dringlichkeit
routineManagement
surveillanceBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthKleine isolierte IVT sind klinisch unbedeutend — insidenteller Befund. Bei großen/multiplen IVT verstärkte obstetretrische Überwachung: serielle US-Biometrie, MCA-PSV-Screening, Umbilikalarterie-Doppler, AFI. Bei Verdacht auf fetal-maternale Hämorrhagie Kleihauer-Betke-Test. Anti-D bei Rh-negativen Müttern. Keine spezifische Therapie. Postpartale Plazentauntersuchung bestätigt histologisch — Zahn-Linien.
Die meisten intervillösen Thrombosen sind benigne und klinisch unbedeutend — sie werden als inzidentelle US-Befunde berichtet. Große (>4 cm), multiple oder massive intervillöse Thrombosen können die funktionelle Plazentaoberfläche reduzieren und mit fetaler Wachstumsrestriktion, Oligohydramnion und fetaler Notlage assoziiert sein. Rezidivierende intervillöse Thrombosen sollten auf Thrombophilie untersucht werden. Größenmonitoring und fetales Wachstumsmonitoring werden empfohlen.