Der siderotische Knoten ist eine noduläre Läsion mit Eisen-(Hämosiderin-)Ablagerung im Leberparenchym. In der zirrhotischen Leber können regenerative und dysplastische Knoten Eisen akkumulieren. Eisen wird über das retikuloendotheliale System (Kupffer-Zellen) bei portaler Hypertension und chronischer Lebererkrankung retiniert. Er ist das hepatische Analogon der Gamna-Gandy-Körperchen in der Milz. Zeigt in der MRT ein ausgeprägt hypointenses Signal in T2-gewichteten und besonders GRE-Sequenzen.
Altersbereich
40-75
Häufigkeitsalter
55
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Häufig
In der zirrhotischen Leber ist der hepatische Blutfluss aufgrund portaler Hypertension gestört. Erhaltene portale Vaskularisation und Kupffer-Zellen (retikuloendotheliales System) in regenerativen Knoten akkumulieren weiterhin Eisen-(Hämosiderin-)Partikel durch Phagozytose. Die Eisenablagerung ist besonders ausgeprägt in Knoten mit erhaltenem portalen Blutfluss — daher werden siderotische Knoten typischerweise im Kontext von LGDN oder regenerativen Knoten gesehen. Im HGDN und HCC geht die Portaltraktarchitektur verloren und die Kupffer-Zell-Funktion nimmt ab → Eisen wird nicht retiniert → 'iron-sparing'-Phänomen. Eisen zeigt superparamagnetische Eigenschaften und verkürzt die T2/T2*-Relaxation dramatisch.
Viel ausgeprägtere Hypointensität und Blooming in GRE-Sequenzen im Vergleich zu T2-gewichteten (hypointenser Bereich größer als tatsächliche Knotengröße). Der superparamagnetische Effekt der Eisenpartikel stört die lokale Magnetfeldhomogenität und verkürzt die T2*-Relaxation dramatisch. Dieser Befund ist die pathognomonische MR-Signatur des siderotischen Knotens.
Ausgeprägt hypointenses Signal in T2-gewichteten Sequenzen. Resultiert aus der Verkürzung der T2-Relaxationszeit durch Eisenablagerung.
Berichtssatz
Multiple Knoten mit ausgeprägt hypointensem Signal in T2-gewichteten Sequenzen sind in der zirrhotischen Leber sichtbar, vereinbar mit siderotischen Knoten.
Viel ausgeprägterer Signalverlust und Blooming-Artefakt in GRE-(T2*-)Sequenzen im Vergleich zu T2-gewichteten. Sensitivste Sequenz für die Eisendetektion.
Berichtssatz
Übertriebenes hypointenses Erscheinungsbild der Knoten (Blooming-Artefakt) in GRE-(T2*-)Sequenzen bestätigt die Eisenablagerung.
Isointenses oder leicht hyperintenses Signal in T1-gewichteten. Eisen kann auch durch paramagnetischen Effekt eine T1-Verkürzung verursachen.
Berichtssatz
Die Knoten zeigen ein isointenses/leicht hyperintenses Signal in T1-gewichteten Sequenzen.
Keine Enhancement in der arteriellen Phase der kontrastmittelverstärkten MRT. Benigne Eisenablagerung enthält keine Neoangiogenese.
Berichtssatz
Keine signifikante Enhancement wird in siderotischen Knoten in den kontrastmittelverstärkten Serien beobachtet.
Kann in der nativen CT leicht hyperdens zum Leberparenchym erscheinen. CT ist jedoch viel weniger sensitiv als MRT für die Eisendetektion.
Berichtssatz
Kleine, leicht hyperdense Knoten im Vergleich zum Leberparenchym sind in der nativen CT sichtbar; MRT-Evaluation wird für Eisenablagerung empfohlen.
Variable Aufnahme in der hepatobiliären Phase mit Gadoxetsäure — Eisenablagerung erschwert die Signalbeurteilung. Gewöhnlich isointens oder schwer zu interpretieren.
Berichtssatz
Die hepatobiliäre Phasenbeurteilung in siderotischen Knoten ist aufgrund des Suszeptibilitätseffekts der Eisenablagerung eingeschränkt.
Kriterien
Eisenablagerung im regenerativen Knoten. Häufigster Typ. Sehr niedriges Malignitätspotenzial.
Unterscheidungsmerkmale
Gewöhnlich <10 mm, multipel und homogen hypointens. Größe und Signalcharakteristik bleiben über die Zeit stabil.
Kriterien
Eisenablagerung im dysplastischen Knoten. Portale Vaskularisation erhalten, Kupffer-Zellen aktiv.
Unterscheidungsmerkmale
LGDN-Merkmale + T2/GRE-Hypointensität. Entwicklung eines 'iron-sparing'-Fokus bei der Verlaufskontrolle zeigt Hepatokarzinogenese-Progression.
Kriterien
Diffuse Eisenablagerung in der gesamten Leber bei hereditärer Hämochromatose oder transfusioneller Siderose. Diffus statt fokal-nodulär.
Unterscheidungsmerkmale
Gesamte Leber homogen hypointens in T2/GRE. Pankreasbeteiligung kann begleiten (Hämochromatose). Milzbeteiligung spricht für transfusionelle Siderose (Milz ist bei Hämochromatose ausgespart).
Unterscheidungsmerkmal
Regenerativer Knoten ohne Eisen kann in T2 isointens oder leicht hypointens sein, zeigt aber kein ausgeprägtes Blooming in GRE. Im siderotischen Knoten ist die GRE-Hypointensität viel ausgeprägter (Suszeptibilitätseffekt).
Unterscheidungsmerkmal
HCC ist typischerweise 'iron-sparing' — während siderotisches umgebendes Parenchym/Knoten T2-hypointens sind, retiniert der HCC-Fokus kein Eisen und erscheint relativ T2-hyperintens. HCC zeigt arterielle Enhancement und Washout; siderotischer Knoten zeigt keine Enhancement.
Unterscheidungsmerkmal
Kalzifiziertes Granulom zeigt punktförmige Kalzifikation im CT — hypointens in T1/T2 in der MRT, zeigt aber kein so ausgeprägtes Blooming in GRE wie der siderotische Knoten. CT ist der MRT bei der Kalzifikationserkennung überlegen; MRT ist dem CT bei der Eisendetektion überlegen.
Unterscheidungsmerkmal
Peliosis hepatis enthält blutgefüllte sinusoidale Dilatation und ist T2-hyperintens (kein Hämosiderin, sondern frisches Blut/Lakunen). Kann T1-hyperintens sein bei Einblutung. Zeigt Enhancement. T2-Hypointensität und fehlende Enhancement im siderotischen Knoten sind unterscheidend.
Dringlichkeit
surveillanceManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
12-monthSiderotische Knoten sind benigne und erfordern allein keine Behandlung. Eine jährliche MRT-Verlaufskontrolle wird jedoch aufgrund des Hepatokarzinogeneserisikos in der zirrhotischen Leber empfohlen. Die Entwicklung eines 'iron-sparing'-Fokus (eisennichtretinierende Fläche innerhalb des siderotischen Knotens) bei der Verlaufskontrolle ist ein frühes Zeichen der HCC-Transformation und erfordert kurzfristige Verlaufskontrolle/Biopsie. Die zugrunde liegende Ursache (Hämochromatose, transfusionelle Siderose) sollte untersucht und behandelt werden.
Benigne Läsion, die keiner Behandlung bedarf. Da sie jedoch in der zirrhotischen Leber auftritt, sollte sie im Rahmen der regelmäßigen HCC-Überwachung kontrolliert werden. Ein Verlust des Eisengehalts in siderotischen Knoten (T2-Signalanstieg) ist ein Warnzeichen für eine dysplastische Transformation.