Das spinale Schwannom ist der häufigste intradurale extramedulläre Tumor, der von dorsalen Nervenwurzeln ausgeht, und macht 25-30 % aller spinalen Tumoren aus. Es besteht aus benigner neoplastischer Proliferation von Schwann-Zellen. Histologisch enthält es Antoni-A- und Antoni-B-Bereiche — bildgebungsmäßig resultieren charakteristische T2-Hyperintensität und heterogene Anreicherung. Lumbale Region häufigste Lokalisation (40 %), zervikal (30 %) und thorakal (30 %). Bei Ausdehnung durch das Neuroforamen entsteht 'Dumbbell'-Tumor (15-30 %). NF2 zeigt multiple spinale Schwannome. Im MRT sind T2-Hyperintensität, heterogene Anreicherung, Target-Sign und Dumbbell-Morphologie diagnostische Hinweise.
Altersbereich
25-70
Häufigkeitsalter
45
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Das spinale Schwannom stammt von der Schwann-Zell-Hülle dorsaler spinaler Nervenwurzeln. Monoklonale Proliferation erzeugt einen gekapselten Tumor — verdrängt die Nervenwurzel ohne Invasion. Antoni-A-Bereiche enthalten kompakte Spindelzellen, Antoni-B-Bereiche lockeres myxoides Stroma mit hohem Wassergehalt. Target-Sign ist die T2-Kombination aus zentral niedrigem Signal und peripher hohem Signal. Dumbbell-Morphologie entsteht durch Tumorausdehnung durch das Neuroforamen.
Sanduhrförmige Raumforderung mit intraduralen und extraduralen Komponenten durch das Neuroforamen ist ein nahezu pathognomonischer Befund für das Schwannom. In 15-30 % der Schwannome und kritisch für chirurgische Planung.
Deutliche T2-Hyperintensität ist der charakteristischste MRT-Befund des Schwannoms. Target-Sign (zentral hypointens + peripher hyperintens) kann bei großen Läsionen sichtbar sein.
Berichtssatz
Intradurale extramedulläre Raumforderung mit deutlich hyperintensem T2-Signal, vereinbar mit Schwannom.
Heterogene Anreicherung ist typisch für Schwannom. Solide Komponenten reichern intensiv an, zystische Degenerationsbereiche nicht — erzeugt 'ringförmiges' oder heterogenes Muster.
Berichtssatz
Intradurale extramedulläre Raumforderung mit heterogener Anreicherung und zystischen Degenerationsbereichen, vereinbar mit Schwannom.
Neuroforamenerweiterung im CT reflektiert Knochenremodeling durch langsames Schwannomwachstum. Glatt begrenzte Erweiterung zeigt benignes Wachstumsmuster. Dumbbell-Morphologie: intra- und extradurale Komponenten verbunden durch das Foramen.
Berichtssatz
Glatt begrenzte Neuroforamenerweiterung mit Dumbbell-Morphologie-Masse mit intra-extraduraler Ausdehnung im CT, vereinbar mit Schwannom.
T1-Signal hypointens bis isointens zum Myelon. Lange T1 des myxoiden Stromas erzeugt Hypointensität. T1-hyperintense Bereiche bei Hämorrhagie (MetHb) möglich.
Berichtssatz
Intradurale extramedulläre Raumforderung hypointens zum Myelon auf T1.
Liquorraum (CSF-Cap-Sign) zwischen Masse und Myelon — bestätigt intradurale extramedulläre Lage. T2-hyperintenser Liquor umgibt die Masse sichelförmig.
Berichtssatz
T2-hyperintenser Liquorraum zwischen Masse und Myelon, unterstützt intradurale extramedulläre Lage.
Kriterien
Klassische zweikomponentige Histologie: Antoni A + Antoni B
Unterscheidungsmerkmale
Häufigster Typ; typische T2-Hyperintensität und heterogene Anreicherung; variable zystische Degeneration; Target-Sign möglich; exzellente Prognose
Kriterien
Vorherrschendes Antoni-A-Muster (>80 %), minimales Antoni B
Unterscheidungsmerkmale
Solideres und homogeneres Erscheinungsbild; T2-Hyperintensität weniger ausgeprägt; homogenere Anreicherung — kann mit Meningeom verwechselt werden; niedrigeres Rezidivrisiko
Kriterien
Multiple Nervenbeteiligung, plexiformes Wachstumsmuster, assoziiert mit NF2 oder Schwannomatose
Unterscheidungsmerkmale
Multiple spinale Schwannome — alle Spinalsegmente können betroffen sein; bei NF2 bilaterale vestibuläre Schwannome; genetische Beratung erforderlich
Unterscheidungsmerkmal
Meningeom zeigt T2-Isointensität, homogene Anreicherung, Dural-Tail, breite durale Basis. Schwannom zeigt deutliche T2-Hyperintensität, heterogene Anreicherung, zystische Degeneration und Dumbbell-Morphologie.
Unterscheidungsmerkmal
Metastasen sind mit Knochendestruktion, multiplen Läsionen und irregulären Rändern assoziiert. Schwannom ist gekapselt, solitär, gut definiert ohne Knochendestruktion.
Unterscheidungsmerkmal
Neuroforamenerweiterung und Dumbbell-Morphologie im CT sind typisch für Schwannom, nicht für Meningeom. Verkalkung (25 %) beim Meningeom, selten beim Schwannom.
Dringlichkeit
routineManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
12-monthSpinales Schwannom ist benigne und chirurgische Resektion ist kurativ. Dumbbell-Morphologie beeinflusst chirurgische Planung. Bei NF2-Patienten werden symptomatische Läsionen priorisiert. MPNST entwickelt sich selten aus Schwannom.
Das spinale Schwannom ist ein benigner Tumor und die chirurgische Resektion ist kurativ. Es wächst langsam und kann progressive Radikulopathie und Myelopathie verursachen. Dumbbell-Morphologie beeinflusst die chirurgische Planung. Multiple Schwannome können bei NF2 auftreten. Die Rezidivrate ist bei subtotaler Resektion erhöht.