Das intramurale Leiomyom (Myom, Fibroid) ist der häufigste benigne Tumor des Uterus und befindet sich innerhalb des Myometriums. Es besteht aus einer monoklonalen Proliferation glatter Muskelzellen und ist durch eine von fibröser Gewebeumgebene Pseudokapsel gekennzeichnet. Es tritt bei 20-40% der Frauen im reproduktiven Alter auf; die Prävalenz erreicht bis zum 50. Lebensjahr 70%. In der Bildgebung erscheint es als gut abgrenzbare, runde/ovale Raumforderung — deutliche T2-Hypointensität im MRT ist charakteristisch für glatte Muskulatur und fibröses Gewebe. Im US ist es hypoechogen mit potenziell unregelmäßigen Grenzen; posteriore Schallauslöschung ist häufig. Degenerationstypen (hyalin, zystisch, rot/hämorrhagisch, myxoid, kalzifiziert) verändern die Bildgebungsmerkmale und können diagnostische Schwierigkeiten verursachen. Es ist hormonabhängig — exprimiert Östrogen- und Progesteronrezeptoren, wächst in der Schwangerschaft, schrumpft nach der Menopause. Die FIGO-Subklassifikation (Typ 3-4-5) basiert auf der Beziehung der Läsion zur Endometriumhöhle und Serosa: Typ 3 kontaktiert das Endometrium und ist 100% intramural; Typ 4 ist vollständig intramural, kontaktiert weder Endometrium noch Serosa; Typ 5 ist subserös ≤50%. Behandlungsoptionen für symptomatische Fälle umfassen medikamentöse (GnRH-Agonisten, Ulipristalacetat), interventionelle (Uterusarterienembolisation — UAE, MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall — MRgFUS) oder chirurgische (Myomektomie, Hysterektomie) Verfahren.
Altersbereich
30-55
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Sehr häufig
Das intramurale Leiomyom entwickelt sich aus der monoklonalen Proliferation glatter Muskelzellen im Myometrium. Die MED12-Mutation ist die häufigste genetische Anomalie (70%). Der Tumor ist vom umgebenden normalen Myometrium durch eine Pseudokapsel getrennt — diese Kapsel besteht aus komprimiertem Myometrium und Bindegewebe und bietet die chirurgische Enukleationsebene. Glatte Muskelzellen produzieren reichlich extrazelluläre Matrix (Kollagen Typ I und III) — diese fibröse Matrix ist der primäre Determinant der Bildgebungsmerkmale. Dichte Packung der Kollagenfasern und niedriger Wassergehalt verkürzen die T2-Relaxationszeit → deutliche T2-Hypointensität im MRT. Im US erzeugt die alternierende Schichtung von fibrösen und Muskelzellen ein 'wirbeliges' Muster — diese histologische Struktur manifestiert sich als heterogenes Echomuster und posteriore Schallauslöschung im US. Die Vaskularität des Leiomyoms unterscheidet sich vom umgebenden Myometrium — periphere Vaskularität ist prominent, zentrale relativ niedrig, was das Kontrastmittelanreicherungsmuster bestimmt. Das Wachstum ist östrogen- und progesteronabhängig: hormonelle Stimulation steigert Zellproliferation und extrazelluläre Matrixakkumulation. Degeneration entwickelt sich, wenn das Tumorwachstum die Blutversorgung übersteigt: hyaline Degeneration ist am häufigsten (60%), zystische Degeneration verursacht Flüssigkeitsansammlung → T2-hyperintense Areale, rote (hämorrhagische) Degeneration ist häufig in der Schwangerschaft → T1-Hyperintensität (Methämoglobin), kalzifische Degeneration tritt postmenopausal auf → dichte Verkalkung im CT, myxoide Degeneration → sehr hohes T2-Signal (kann Leiomyosarkom imitieren). Diese Degenerationstypen schaffen diagnostische Fallstricke und MRT-Charakterisierung ist kritisch.
Deutlich hypointense, runde/ovale, gut abgrenzbare Raumforderung im Myometrium in T2 — wirbelige interne Struktur mit umgebender hyperintenser Pseudokapsel. Dieses Erscheinungsbild spiegelt die konzentrische Schichtung von glatten Muskelfasern und Kollagenfasern wider und ist pathognomonisch für das Leiomyom. Homogene Hypointensität bei fehlender Degeneration bestätigt die Diagnose.
Gut oder teilweise abgrenzbare, hypoechogene oder heterogene solide Raumforderung im Myometrium. Wirbeliges internes Echomuster ist charakteristisch. Posteriore Schallauslöschung (Rand- oder diffus) ist häufig und dient als diagnostischer Hinweis. Heterogenität nimmt mit der Größe zu. Zystische Degenerationsbereiche erzeugen anechogene Herde. Kalzifische Degeneration erscheint als dichte echogene Herde + Schallauslöschung. Pseudokapsel kann als hypoechogener Halo sichtbar sein. Multiple Myome sind häufig und deformieren den Uterus.
Berichtssatz
Im Myometrium des Uteruskörpers zeigt sich eine ___ x ___ x ___ mm große, heterogene hypoechogene, gut abgrenzbare solide Raumforderung, vereinbar mit einem intramuralen Leiomyom.
Charakteristisches peripheres/zirkumferentielles Vaskularitätsmuster im Doppler — versorgende Gefäße um das Myom werden entlang der Pseudokapsel verfolgt. Zentrale Vaskularität ist generell niedrig oder fehlend. Zentraler Fluss kann bei großen Myomen erhöht sein. RI (Resistenzindex) ist generell hoch (>0.5), unterschiedlich von niedrigen RI-Werten maligner Läsionen. Vaskularität verschwindet in Degenerationsbereichen.
Berichtssatz
Im Farbdoppler zeigt sich ein peripheres zirkumferentielles Vaskularitätsmuster in der soliden Läsion, vereinbar mit einem Leiomyom.
Deutlich hypointense, gut abgrenzbare, runde/ovale Raumforderung im Myometrium in T2. Signalintensität ähnlich oder niedriger als Skelettmuskulatur — deutlich dunkler als normales Myometrium. Pseudokapsel erscheint als dünner hyperintenser Ring in T2 (komprimiertes ödematöses Myometrium). Wirbelige interne Struktur manifestiert sich als homogene Hypointensität oder leichte Heterogenität. Homogene Hypointensität ohne Degeneration ist pathognomonisch für Leiomyom. Multiple Läsionen sind häufig und Differenzierung von der Junktionalzone erfolgt in T2.
Berichtssatz
In T2 zeigt sich im Myometrium des Uteruskörpers eine deutlich hypointense, gut abgrenzbare, runde Raumforderung von ___ x ___ x ___ mm mit dünner hyperintenser Pseudokapsel; vereinbar mit einem intramuralen Leiomyom.
Raumforderung isointens oder leicht hypointens zum Myometrium in T1. Homogenes Signal. Keine Hyperintensität (außer bei hämorrhagischer Degeneration). T1-hyperintense Areale bei roter Degeneration (häufig in der Schwangerschaft) — Methämoglobin-Akkumulation. Fettige Degeneration ist selten, kann aber hohes T1-Signal erzeugen. T1-Sequenz ist in Kombination mit T2 wertvoll für die Differenzierung der Degenerationstypen.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt in T1 Signal isointens zum Myometrium; kein Hinweis auf hämorrhagische Degeneration nachweisbar.
Leiomyom zeigt generell keine signifikante Diffusionsrestriktion im DWI — ADC-Werte sind normal oder leicht reduziert. Dieser Befund ist kritisch für die Differenzierung vom Leiomyosarkom: deutliche Diffusionsrestriktion und niedrige ADC-Werte (<1,0 × 10⁻³ mm²/s) werden beim Leiomyosarkom erwartet. Zelluläre Leiomyome können leichte Diffusionsrestriktion zeigen. Degenerative Leiomyome zeigen variable ADC-Werte. DWI ist eine wichtige Sequenz zur Bewertung des Leiomyosarkom-Verdachts bei schnell wachsenden Myomen und trägt zur Frühdiagnose sarkomatöser Transformation bei.
Berichtssatz
Keine signifikante Diffusionsrestriktion in der Läsion auf DWI/ADC-Karte nachweisbar; keine Befunde vereinbar mit Leiomyosarkom.
Homogene oder heterogene Kontrastmittelanreicherung im MRT. Typische Leiomyome reichern weniger als das Myometrium an. Pseudokapsel wird nach Kontrast deutlich sichtbar — dünner, gleichmäßig anreichernder Ring. Anreicherung nimmt in Degenerationsbereichen ab oder verschwindet. Prominente Kontrastaufnahme kann bei myxoider Degeneration auftreten — kann Leiomyosarkom imitieren. Anreicherungshomogenität unterstützt benigne Läsion; heterogene Anreicherung kombiniert mit Diffusionsrestriktion → Leiomyosarkom-Verdacht.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt homogene/heterogene Kontrastmittelanreicherung in den kontrastmittelverstärkten Serien mit einer dünnen anreichernden Pseudokapsel.
Gut abgrenzbare Raumforderung mit Weichteildichte im Myometrium im CT. Verkalkung ist häufig und charakteristisch — periphere grobe Verkalkung oder zentrale amorphe Verkalkung. Im nativen CT kann das Leiomyom isodens oder leicht hypodens im Vergleich zum normalen Myometrium sein. Zystische Degenerationsbereiche zeigen niedrige Dichte. Weniger Anreicherung als Myometrium in der Kontrastphase. CT ist im Vergleich zum MRT für die Leiomyom-Charakterisierung begrenzt, aber überlegen für den Verkalkungsnachweis.
Berichtssatz
Im CT zeigt sich im Myometrium des Uterus eine gut abgrenzbare Raumforderung mit Weichteildichte von ___ x ___ mm mit peripheren groben Verkalkungen; vereinbar mit einem Leiomyom.
Kriterien
Homogen T2-hypointens, homogene Anreicherung, keine Degenerationsmerkmale
Unterscheidungsmerkmale
Häufigster Typ. Homogen hypoechogen im US mit posteriorer Schallauslöschung. Uniforme Hypointensität im MR T2. Keine DWI-Restriktion. Verursacht keine diagnostischen Schwierigkeiten.
Kriterien
Homogene eosinophile hyaline Materialakkumulation, Zellverlust, noch niedrigeres T2-Signal
Unterscheidungsmerkmale
Häufigster Degenerationstyp (60%). Erhöhte Kollagenakkumulation → prominentere T2-Hypointensität. Echogenität kann im US variieren. Klinisch meist asymptomatisch.
Kriterien
Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume durch Verflüssigungsnekrose, deutlich hyperintense Areale in T2
Unterscheidungsmerkmale
Heterogenes Signal in T2 — hyperintense zystische Areale auf hypointensem Hintergrund. Anechogene Areale innerhalb solider Raumforderung im US. Niedriges Signal in T1. Keine Anreicherung in zystischen Arealen. Kann ovarielle zystische Tumoren imitieren.
Kriterien
Venöse Thrombose → hämorrhagischer Infarkt, häufig in der Schwangerschaft, T1-hyperintens
Unterscheidungsmerkmale
Charakteristisch in der Schwangerschaft. Hohes Signal in T1 (Methämoglobin), variables Signal in T2. Präsentiert sich mit akuten Beckenschmerzen und Fieber. Peripheres hohes Signal im DWI. Peripherer T1-hyperintenser Rand ist pathognomonisch.
Kriterien
Dystrophische Kalzifikationsakkumulation, häufig postmenopausal, dichte Verkalkung im CT
Unterscheidungsmerkmale
Am häufigsten postmenopausal. Grobe Verkalkung im CT — peripher 'Eierschalen' oder zentral. Echogene Herde + Schallauslöschung im US, kann die Raumforderung verdecken. Signalverlust in allen MR-Sequenzen (Suszeptibilitätsartefakt).
Unterscheidungsmerkmal
Leiomyosarkom zeigt heterogenes hohes T2-Signal (Nekrose, Blutung), deutliche Diffusionsrestriktion (niedriger ADC <1,0), irreguläre Grenzen, schnelle Wachstumsanamnese und neue postmenopausale Raumforderung. Leiomyom zeigt homogene T2-Hypointensität, keine DWI-Restriktion, glatte Grenzen.
Unterscheidungsmerkmal
Adenomyose zeigt diffuse Verdickung der Junktionalzone (>12mm), kleine hyperintense Herde im niedrigen T2-Signal (ektope Endometriumdrüsen), unscharf begrenzt, keine Pseudokapsel. Leiomyom zeigt gut abgrenzbare runde Raumforderung, Pseudokapsel vorhanden, normale Junktionalzone.
Unterscheidungsmerkmal
Endometriumkarzinom zeigt Raumforderung aus der Endometriumhöhle, intermediär-hohes T2-Signal, deutliche Diffusionsrestriktion, Invasion der endometrial-myometrialen Grenze (Junktionalzonen-Störung). Leiomyom geht vom Myometrium aus, T2-hypointens, Endometriumhöhle intakt.
Unterscheidungsmerkmal
Adenomyom zeigt fokalen Adenomyose-Bereich — gut abgrenzbar aber keine Pseudokapsel, kleine hyperintense Punkte im niedrigen T2-Signal (ektope Endometriumdrüsen), Ursprung aus Junktionalzone. Leiomyom zeigt homogene T2-Hypointensität, keine Endometriumdrüsen-Herde, deutliche Pseudokapsel vorhanden.
Dringlichkeit
routineManagement
surveillanceBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthIntramurales Leiomyom ist der häufigste benigne Uterustumor; Risiko maligner Transformation ist vernachlässigbar (<0,5%). Bei asymptomatischen Fällen keine Behandlung nötig, jährliche US-Kontrolle ausreichend. Behandlungsoptionen bei symptomatischen Fällen (Menorrhagie, Beckendruck, Infertilität): medikamentös (GnRH-Agonist, Ulipristalacetat), interventionell (UAE, MRgFUS), chirurgisch (Myomektomie — fertilitätserhaltend; Hysterektomie — definitiv). Schnelles Wachstum (>25-50% Volumenzunahme in 6 Monaten), neue postmenopausale Raumforderung oder postmenopausales Wachstum weckt Leiomyosarkom-Verdacht → Biopsie/Chirurgie nötig. FIGO-Subklassifikation (Typ 3-4-5) ist bestimmend für Therapieplanung: Vorhandensein einer submukosalen Komponente (Typ 2-5) beeinflusst Eignung zur hysteroskopischen Resektion. Präoperatives MRT-Mapping ist kritisch für chirurgische Planung bei multiplen Myomen.
Intramurale Leiomyome sind in der Regel asymptomatisch und werden zufällig entdeckt. Symptomatische Fälle können sich mit Menorrhagie, Beckendruck und Infertilität manifestieren. Die Behandlung hängt von Größe, Symptomen und Kinderwunsch ab. Kleine asymptomatische Leiomyome können kontrolliert werden. Bei großen oder symptomatischen Fällen werden Myomektomie, Uterusarterienembolisation (UAE) oder Hysterektomie in Betracht gezogen.