Das subserosale Leiomyom ist ein Leiomyom-Typ, der vom Myometrium ausgeht und in Richtung der serosalen Oberfläche (Peritonealoberfläche) des Uterus wächst. Es macht etwa 20-25% aller Myome aus. In der FIGO-Klassifikation wird es als Typ 5 (≤50% intramural), Typ 6 (<50% intramural) und Typ 7 (gestielt, vollständig extraperitoneal/durch Stiel mit Uterus verbunden) subklassifiziert. Anders als submukosale Myome verzerrt es die Endometriumhöhle nicht und verursacht daher in der Regel keine Blutungssymptome. Symptome sind größenbedingte Druckeffekte: Beckenschmerzen, Blasen-/Darmkompression, Rückenschmerzen. Gestielte (Typ 7) Läsionen tragen Torsionsrisiko — können mit akutem Abdomen präsentieren. Breit-Ligament-Leiomyom ist eine seltene Variante mit retroperitonealer Ausdehnung. Parasitisches Myom ist ein gestieltes Myom, das an benachbarte Strukturen wie Omentum/Darm adhäriert und zusätzliche Blutversorgung entwickelt. MRT ist dem US bei der Bewertung großer subserosaler und gestielter Myome überlegen — Uterusursprung, Stielstruktur und Nachbarorganbeziehungen werden klar dargestellt.
Altersbereich
30-55
Häufigkeitsalter
42
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Häufig
Das subserosale Leiomyom geht von der äußeren Region des Myometriums nahe der serosalen Oberfläche aus und wächst in Richtung der Peritonealhöhle. Seine histopathologische Struktur ist identisch mit dem intramuralen Leiomyom (glatte Muskulatur + Kollagenmatrix), aber da die Wachstumsrichtung nach außen ist, beeinflusst es die Endometriumhöhle nicht → schwache Assoziation mit Menorrhagie und Infertilität. Mit zunehmender Größe entwickeln sich Beckendrucksymptome: Blasenkompression → Pollakisurie/Retention, Rektumkompression → Obstipation, Sakralnervenkompression → Rücken-/Beinschmerzen. Bei gestielten (Typ 7) Läsionen ist das Myom durch einen schmalen Stiel (Pedikel) mit dem Uterus verbunden — dieser Stiel enthält einzelne oder wenige versorgende Gefäße. Torsionsrisiko ist die kritischste Komplikation: Drehung des Stiels um seine Achse → vaskuläre Okklusion → hämorrhagischer Infarkt → akute Bauchschmerzen. Im MRT zeigt torsioniertes gestieltes Myom T1-Hyperintensität (Blutung) + T2-Heterogenität. Breit-Ligament-Myom ist selten und kann von utero-ovariellen Ligamentgefäßen statt Uterusarterienästen versorgt werden → vaskuläre Anatomie ist kritisch für chirurgische Planung. Parasitisches Myom ist ein gestieltes Myom, das zusätzliche vaskuläre Versorgung von benachbarten Strukturen (Omentum, Darmmesenterium) entwickelt — kann de novo aus freigesetzten Myomfragmenten nach laparoskopischer Myomektomie entstehen (iatrogenes parasitisches Myom).
Klauenzeichen: normales Myometrium (intermediäres T2-Signal), das sich klauenförmig um die Basis der exophytischen Raumforderung (hypointenses T2-Signal) erstreckt — pathognomonischer Befund, der den uterinen Ursprung der Raumforderung bestätigt. Bridging-Vessel-Zeichen: versorgende Gefäße, die vom Uterus zur Basis/Stiel der Raumforderung verlaufen — demonstriert im Doppler oder kontrastmittelverstärktem MRT. Zusammen differenzieren diese beiden Befunde definitiv das subserosale Leiomyom von adnexalen Raumforderungen (ovariellen Ursprungs).
Hypoechogene/heterogene solide Raumforderung, die die Uteruskontur nach außen deformiert oder über den Uterus hinausragt. Endometriumhöhle ist generell normal, zeigt keine Verzerrung. Bei gestieltem (Typ 7) Typ ist die Raumforderung durch einen schmalen Stiel mit dem Uterus verbunden — Darstellung des Stiels ist kritisch für die Diagnose, kann aber im US nicht immer klar dargestellt werden. Beim Breit-Ligament-Myom zeigt die Raumforderung retroperitoneale Ausdehnung und kann mit Ovar/Tube verwechselt werden. Große subserosale Myome können den Uterus bis zur Unkenntlichkeit deformieren — 'Uterus myomatosus' Erscheinungsbild.
Berichtssatz
Eine ___ x ___ x ___ mm große hypoechogene solide Raumforderung, die vom Uterusfundus/-korpus nach außen ragt, mit normaler Endometriumhöhle; vereinbar mit subserosalem Leiomyom.
Versorgende vaskuläre Strukturen, die vom Uterus zur Basis/Stiel der Raumforderung verlaufen, im Farbdoppler (Bridging-Gefäße) — kritischer Befund, der den uterinen Ursprung der Raumforderung bestätigt. Einzelne oder wenige Arterien im Stiel bei gestieltem Typ sichtbar. Periphere zirkumferentielle Vaskularität um die Raumforderung möglich. Darstellung dieser vaskulären Verbindung ist der wertvollste Doppler-Befund zur Differenzierung von adnexalen Raumforderungen.
Berichtssatz
Versorgende vaskuläre Strukturen, die vom Uterus zur Basis der Raumforderung verlaufen (Bridging-Gefäße), werden im Farbdoppler nachgewiesen; bestätigen den uterinen Ursprung der Raumforderung.
Hypointense, gut abgrenzbare Raumforderung, die von der serosalen Uterusoberfläche nach außen ragt, in T2. Zeigt Kontinuität mit dem Myometrium des Uterus — 'Klauenzeichen' kann auch im MRT gesehen werden. Pseudokapsel erscheint als dünner hyperintenser Ring. Beim gestielten Typ zeigt ein schmaler hypointenser Stiel die Uterus-Myom-Verbindung deutlich. Breit-Ligament-Myom erscheint als hypointense Raumforderung im retroperitonealen Raum — Ureterdeviation und ovarielle Lateralisierung können begleitend auftreten. Heterogenes Signal in T2 bei torsioniertem Myom (Ödem + Blutung).
Berichtssatz
In T2 zeigt sich eine ___ x ___ x ___ mm große, hypointense, gut abgrenzbare exophytische Raumforderung, die von der serosalen Oberfläche des Uterusfundus/-korpus ragt, mit Kontinuität zum Myometrium (positives Klauenzeichen); vereinbar mit subserosalem Leiomyom (FIGO Typ ___).
Exophytische Raumforderung isointens oder leicht hypointens zum Myometrium in T1. Homogenes Signal beim unkomplizierten Myom. T1-Hyperintensität bei Torsion — Methämoglobin-Akkumulation durch hämorrhagischen Infarkt. Weniger Anreicherung als Myometrium in kontrastmittelverstärkter T1; verminderte/fehlende Anreicherung beim torsionierten Myom.
Berichtssatz
Die exophytische Raumforderung zeigt in T1 Signal isointens zum Myometrium; keine T1-Hyperintensität nachweisbar, keine Befunde vereinbar mit Torsion/hämorrhagischer Degeneration.
Exophytische Raumforderung mit Weichteildichte, die vom Uterus nach außen ragt, im CT. Weniger Anreicherung als Myometrium in der Kontrastphase. Verkalkung ist häufig und diagnostisch hilfreich. Schmaler Stiel zeigt den uterinen Ursprung beim gestielten Typ. CT ist hilfreich für Uterus-Ovar-Differenzierung bei inzidentell entdeckten Beckenraumforderungen, aber im Vergleich zum MRT in der Gewebecharakterisierung begrenzt. Bei Torsion kann vaskuläre Okklusion am Stiel als 'Swirl-Sign' gesehen werden.
Berichtssatz
Im CT zeigt sich eine exophytische Raumforderung mit Weichteildichte von ___ x ___ mm, die vom Uterus nach außen ragt, vereinbar mit subserosalem Leiomyom.
Keine signifikante Diffusionsrestriktion im DWI beim unkomplizierten subserosalen Leiomyom — ADC-Werte normal oder leicht reduziert. Bei Torsion deutlich hohes Signal im DWI + niedriger ADC-Wert durch hämorrhagischen Infarkt. DWI ist kritisch für Torsionsdiagnose und Leiomyosarkom-Differenzierung: diffuse und deutliche Restriktion wird bei sarkomatöser Transformation erwartet, während peripheres Restriktionsmuster + zentrale Nekrose bei Torsion gesehen wird.
Berichtssatz
Keine signifikante Diffusionsrestriktion in der exophytischen Läsion auf DWI/ADC-Karte nachweisbar; keine Befunde vereinbar mit Torsion oder maligner Transformation.
Kriterien
≤50% des Myoms im Myometrium, >50% jenseits der Serosa
Unterscheidungsmerkmale
Häufigster subserosaler Typ. Deformiert Uteruskontur deutlich. Mit breiter Basis mit Myometrium verbunden. Intramurale Tiefenmessung im MRT-Mapping wichtig für Therapieplanung.
Kriterien
Weniger als 50% des Myoms im Myometrium, Mehrheit extraperitoneal
Unterscheidungsmerkmale
Mit schmaler Basis mit Myometrium verbunden. Deformiert Uteruskontur deutlicher. Geeignet für laparoskopische Myomektomie.
Kriterien
Myom vollständig extraperitoneal, mit schmalem Stiel (Pedikel) mit Uterus verbunden, keine intramurale Komponente
Unterscheidungsmerkmale
Typ mit höchstem Torsionsrisiko. Am häufigsten mit adnexaler Raumforderung verwechselter Typ — Klauenzeichen und Bridging-Gefäße differenzierend. Potenzial für parasitische Myom-Entwicklung. Geeignet für laparoskopische Stielligatur + Exzision.
Kriterien
Subserosales Myom zwischen Lig.-latum-Blättern gewachsen, retroperitoneale Ausdehnung
Unterscheidungsmerkmale
Seltene Variante. Raumforderung im Retroperitonealraum → Ureterdeviation, ovarielle Lateralisierung. Kann mit Ovarialtumor verwechselt werden. Chirurgische Dissektion schwierig — Risiko der Ureterverletzung. Uteruskonnexion und T2-Hypointensität im MRT diagnostisch.
Unterscheidungsmerkmal
Beim Ovarialfibrom geht die Raumforderung vom Ovar aus — normales Ovarialgewebe um die Raumforderung sichtbar (ovarielles Klauenzeichen), keine Verbindung zum Uterus. Beim subserosalen Myom stammt das Klauenzeichen vom Myometrium, Bridging-Gefäße von der Uterusarterie. Beide Läsionen sind T2-hypointens — Bestimmung des Ursprungsorgans ist der Differenzierer.
Unterscheidungsmerkmal
Bei Ovarialtorsion ist das Ovar vergrößert mit erhöhter Echogenität durch Stromaödem, periphere Follikelanordnung erhalten, Whirlpool-Zeichen im vaskulären Pedikel. Beim torsionierten gestielten Myom hypoechogene solide Raumforderung mit Stielverbindung zum Uterus, Ovar separat als normal dargestellt.
Unterscheidungsmerkmal
Leiomyosarkom zeigt heterogenes hohes T2-Signal, deutliche Diffusionsrestriktion (niedriger ADC), Nekrosebereiche, irreguläre Grenzen, schnelles Wachstum. Benignes subserosales Myom zeigt homogene T2-Hypointensität, keine DWI-Restriktion, glatte Grenzen, stabile Größe.
Dringlichkeit
routineManagement
surveillanceBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
12-monthSubserosales Leiomyom ist generell asymptomatisch oder präsentiert sich mit Drucksymptomen. Da es die Endometriumhöhle nicht verzerrt, ist die Assoziation mit Blutung und Infertilität schwach. Behandlung hängt von Symptompräsenz und -schwere ab: jährliche US-Kontrolle ist bei asymptomatischen Fällen ausreichend. Bei symptomatischen Fällen wird laparoskopische Myomektomie (Typ 6-7) oder laparotomische Myomektomie (groß, breitbasig) bevorzugt. UAE kann bei subserosalen Myomen wirksam sein, ist aber beim gestielten Typ aufgrund des Risikos von Stielnekrose und Peritonitis kontraindiziert. Torsion ist eine Notfall-OP-Indikation. Chirurgische Dissektion ist bei Breit-Ligament-Myomen schwierig — hohes Risiko für Ureter- und Uterusarterienverletzung, präoperatives MRT-Mapping ist obligatorisch. Fragmente sollten bei laparoskopischer Myomektomie nicht zurückgelassen werden, aufgrund des Risikos parasitischer Myom-Entwicklung.
Subseröse Leiomyome verursachen in der Regel Drucksymptome. Gestielte Typen bergen ein Torsionsrisiko. Große subseröse Myome können mit Ovarialmassen verwechselt werden. Die MRT-Beurteilung des uterinen Ursprungs und des Stiels ist wichtig für die Operationsplanung.