Das Iliakalarterienaneurysma ist eine fokale Dilatation der A. iliaca communis (AIC) >1,5 cm oder der A. iliaca interna (AII) >0,8 cm. Isolierte Iliakalaneurysmen machen 2-7% aller abdominellen Aneurysmen aus; die Assoziation mit abdominellem Aortenaneurysma (AAA) ist jedoch weitaus häufiger (bei 10-20% der AAA-Patienten vorhanden). Sie sind bei Männern 5-10 mal häufiger und werden typischerweise bei atherosklerotischen Patienten über 65 Jahre gefunden. Die meisten sind asymptomatisch und werden zufällig entdeckt; sie können jedoch durch Ruptur, thromboembolische Ereignisse oder Kompression benachbarter Strukturen (Ureterobstruktion, venöse Kompression, Neuropathie) symptomatisch werden. Die Rupturmortalität liegt bei 50-70% und erfordert eine Notfalloperation. Die CT-Angiographie ist der Goldstandard für Diagnose und Therapieplanung.
Altersbereich
55-85
Häufigkeitsalter
70
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Selten
Die Pathogenese des Iliakalarterienaneurysmas basiert auf einer degenerativen Schwächung der Gefäßwand, ähnlich wie bei Aortenaneurysmen. Atherosklerose verursacht einen progressiven Abbau von Elastin- und Kollagenfasern in der Media — Matrixmetalloproteinasen (MMP-2, MMP-9), die durch adventitielle entzündliche Infiltrate freigesetzt werden, bauen Strukturproteine ab. Bei dünner werdender Media steigt die Wandspannung gemäß dem Laplace-Gesetz (Wandspannung = Druck × Radius / 2 × Wanddicke): Bei Dilatation der Arterie steigt die Wandspannung, was zu weiterer Dilatation in einer positiven Rückkopplungsschleife führt. Muraler Thrombus im Lumen schützt paradoxerweise die Wand nicht — unter dem Thrombus entsteht eine hypoxische Umgebung, die die proteolytische Aktivität erhöht und die mediale Degeneration beschleunigt. In der CT-Angiographie ist das kontrastmittelopazifizierte patente Lumen typischerweise kleiner als der wahre Aneurysmadurchmesser, da die mit muralem Thrombus gefüllte Peripherie kein Kontrastmittel aufnimmt — daher ist die Beurteilung der Aneurysmagröße allein anhand des Lumens irreführend und eine Außenwand-zu-Außenwand-Messung ist essenziell.
Fokale Dilatation der A. iliaca communis über 1,5 cm oder der A. iliaca interna über 0,8 cm in der CTA, patentes Lumen umgeben von muralem Thrombus und kalzifizierter atherosklerotischer Wand — grundlegender Befund für die Diagnose eines Iliakalaneurysmas.
In der arteriellen Phase zeigt sich eine fokale fusiforme oder sakkuläre Dilatation der Iliakalarterie. Die Diagnose eines Aneurysmas wird gestellt, wenn der Durchmesser der A. iliaca communis >1,5 cm oder der A. iliaca interna >0,8 cm überschreitet. Das kontrastmittelgefüllte patente Lumen erscheint hell hyperdens, während der umgebende murale Thrombus iso- bis hypodens bleibt. Die Messung sollte von Außenwand zu Außenwand erfolgen — kreuzreferenziert in axialen und sagittalen Reformationen.
Berichtssatz
Fusiforme aneurysmatische Dilatation der rechten/linken A. iliaca communis mit einem Außenwand-zu-Außenwand-Durchmesser von ___ cm, mit intraluminalem muralem Thrombus.
In der nativen CT zeigt sich das Iliakalarterienaneurysma charakteristischerweise als hypodenser muraler Thrombus umgeben von kalzifizierter Wand mit zentralem isodensem patentem Lumen. Wandkalzifikationen können halbmond- oder vollständig ringförmig sein und die Aneurysmagrenzen definieren. Muraler Thrombus kann konzentrische oder exzentrische Verteilung zeigen. Akuter Thrombus erscheint hyperdens bei ~60-70 HU, während chronischer Thrombus hypodens bei ~30-40 HU bleibt.
Berichtssatz
Die native CT zeigt eine aneurysmatische Dilatation der rechten/linken Iliakalarterie mit kalzifizierter Wand und muralem Thrombus.
Beim rupturierten Iliakalaneurysma zeigt sich in der arteriellen Phase eine aktive Kontrastmittelextravasation — Kontrastmittelaustritt außerhalb der Aneurysmawand erscheint als hyperdenser Fokus oder Jet im Retroperitonealraum. Das Sentinel-Clot-Zeichen (dichtester Gerinnselbereich neben dem Aneurysma) zeigt die Rupturstelle an. Retroperitoneales Hämatom, Einblutung in den Psoas-Muskel und ipsilaterales Hämatom sind indirekte Rupturzeichen.
Berichtssatz
Aktive Kontrastmittelextravasation aus dem rechten/linken Iliakalaneurysma mit umgebendem retroperitonealem Hämatom, Befunde vereinbar mit akuter Ruptur; eine notfallmäßige chirurgische/endovaskuläre Intervention wird empfohlen.
Bei großen Iliakalaneurysmen werden Kompressionszeichen benachbarter Strukturen in der portalvenösen Phase beurteilt. Ureterkompression führt zu ipsilateraler Hydronephrose und proximaler Ureterdilatation. Iliakalvenenkompression kann ipsilaterales Unterschenkelödem und tiefe Venenthrombose verursachen. Lumbosakrale Nervenwurzelkompression kann neuropathische Schmerzen verursachen.
Berichtssatz
Ipsilaterale Ureterkompression und Pyelokalyektasie vereinbar mit milder/mäßiger/schwerer Hydronephrose im Zusammenhang mit dem Iliakalaneurysma.
In der Spätphase nach endovaskulärer Stent-Graft-Implantation (EVAR) für Iliakalaneurysmen zeigt Kontrastmittelakkumulation im Aneurysmasack ein Endoleak an. Typ-II-Endoleak (am häufigsten) entsteht durch retrograde Füllung aus Lumbalarterien oder Ästen der A. iliaca interna. Die Spätphase ist sensitiver als die arterielle Phase für die Endoleak-Detektion.
Berichtssatz
Kontrastmittelakkumulation im Iliakalaneurysmasack in der Spätphase nach EVAR, vereinbar mit Typ-___-Endoleak.
Im B-Mode-Ultraschall zeigt sich eine fokale fusiforme oder sakkuläre Dilatation der Iliakalarterie. Das patente Lumen erscheint anechogen, während muraler Thrombus variable Echogenität zeigt. Die kalzifizierte Wand erscheint als hyperechogene lineare Struktur mit posteriorem Schallschatten.
Berichtssatz
Der B-Mode-Ultraschall zeigt eine aneurysmatische Dilatation der rechten/linken Iliakalarterie mit einem Durchmesser von ___ cm und muralem Thrombus; CT-angiographische Beurteilung wird empfohlen.
In der MR-Angiographie variieren die Signalcharakteristiken des muralen Thrombus mit dem Alter. Akuter Thrombus ist iso- bis leicht hyperintens in T1, subakuter Thrombus erscheint deutlich T1-hyperintens durch Methämoglobin. Chronischer organisierter Thrombus erscheint hypointens in T1.
Berichtssatz
Die MR-Angiographie zeigt eine aneurysmatische Dilatation der rechten/linken Iliakalarterie mit T1-hyperintensem/hypointensem muralem Thrombus.
Kriterien
Durchmesser der A. iliaca communis >1,5 cm. Häufigster Typ (70-90%). Oft als AAA-Ausdehnung. Bilateral in 33-50%.
Unterscheidungsmerkmale
Gewöhnlich fusiform, von Aortenbifurkation zur Iliakalbifurkation. EVAR muss AII-Erhaltung oder -Embolisation planen.
Kriterien
AII-Durchmesser >0,8 cm. ~10-30% aller Iliakalaneurysmen. Isolierte AII-Aneurysmen selten aber hohes Rupturrisiko.
Unterscheidungsmerkmale
Späte Symptome durch pelvine Lage. Ruptur meist in Beckenhöhle. Kompression von Rektum, Blase, Ureter möglich. Endovaskuläre Embolisation; Glutealklaudikationsrisiko.
Kriterien
Sehr selten — weniger als 5% aller Iliakalaneurysmen. Meist assoziiert mit Bindegewebserkrankungen oder Vaskulitis.
Unterscheidungsmerkmale
Risiko für Ischämie der unteren Extremität. Ehlers-Danlos, Marfan untersuchen. Meist offene Chirurgie erforderlich.
Kriterien
AAA-Ausdehnung auf Iliakalarterien oder gleichzeitiges isoliertes Iliakalaneurysma. Bei 10-20% der AAA-Patienten.
Unterscheidungsmerkmale
Distale Dichtungszone kann bei EVAR unzureichend sein — verzweigtes/aufgeweitetes Endograft erforderlich. Bei bilateralem Fall mindestens eine AII erhalten.
Unterscheidungsmerkmal
AAA betrifft infrarenale Aorta proximal der Bifurkation, Iliakalaneurysma ist distal. Häufige Koexistenz.
Unterscheidungsmerkmal
Iliakalarteriendissektion zeigt Intimaflappe und Doppellumen; Aneurysma zeigt dilatiertes Einzellumen + muralen Thrombus ohne Intimaflappe.
Unterscheidungsmerkmal
Pseudoaneurysma betrifft nicht alle Wandschichten — typischerweise nach Trauma/Chirurgie. Echtes Aneurysma erhält alle Wandschichten.
Unterscheidungsmerkmal
Iliakalvenenthrombose betrifft venöse Strukturen mit Füllungsdefekt in portalvenöser Phase. Iliakalaneurysma betrifft arterielle Strukturen mit arterieller Kontrastierung.
Dringlichkeit
urgentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
6-monthIliakalaneurysmen erfordern aktive Überwachung oder Behandlung aufgrund des Rupturrisikos. Chirurgische/endovaskuläre Reparatur bei AIC >3,5 cm oder AII >3 cm. Bei kleineren Aneurysmen 6-12-monatliche CTA-Überwachung. Symptomatische Aneurysmen erfordern größenunabhängige Behandlung.
Aneurysma der A. iliaca communis >3,5-4 cm oder A. iliaca interna >3 cm ist eine Indikation für chirurgische/endovaskuläre Reparatur. Das Rupturrisiko ist im Vergleich zum AAA geringer, steigt aber mit der Größe. Die Iliakalbeteiligung muss bei der Planung der AAA-Behandlung beurteilt werden, und die EVAR-Landing-Zone-Planung ist essenziell.