Der Appendixabszess ist eine organisierte periappendizeale Kollektion, die sich als Komplikation einer perforierten oder gangränösen Appendizitis entwickelt. Eine Eiteransammlung bildet sich um die perforierte Appendix, abgegrenzt durch Omentum und benachbarte Darmschlingen. Im CT zeigt sich charakteristisch eine randkontrastierende Kollektion mit zentraler Hypodensität. Behandlung mit perkutaner Drainage und/oder verzögerter Appendektomie.
Altersbereich
10-70
Häufigkeitsalter
30
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Der Appendixabszess ist eine fortgeschrittene Komplikation der akuten Appendizitis. Bakterielle Kontamination aus einer gangränösen oder perforierten Appendix breitet sich in die Peritonealhöhle aus. Die Abwehrmechanismen des Körpers (Omentummigration, Fibrinablagerung, Adhäsion benachbarter Darmschlingen) lokalisieren die Infektion und bilden eine organisierte Kollektion. Die Abszesswand entwickelt eine Kapsel aus Granulationsgewebe und Fibrose — die pathologische Grundlage der Randkontrastierung im CT. Der Abszessinhalt besteht aus Eiter (nekrotischer Debris, Bakterien und Neutrophilenakkumulation), was das zentral hypodense (10-30 HU) Erscheinungsbild erklärt. Unbehandelt kann der Abszess wachsen und zu schwerwiegenden Komplikationen wie Fistelbildung, Sepsis oder portaler Pylephlebitis führen.
Im portalvenösen CT repräsentiert eine Kollektion mit glatter, ringartig kontrastierender Wand und zentralem hypodensem (10-30 HU) Flüssigkeitsinhalt im rechten Unterbauch angrenzend an die Appendixbasis den diagnostischen Befund eines periappendizealen Abszesses. Dieses Muster repräsentiert eine organisierte Infektionskollektion, eingekapselt durch Granulationsgewebe.
Randkontrastierende (ringartige) organisierte Kollektion mit zentraler Hypodensität im rechten Unterbauch angrenzend an Zökum und Ileum. Die Kollektion misst typischerweise 3-8 cm und die Wanddicke variiert zwischen 2-4 mm. Die Randkontrastierung ist glatt und homogen.
Berichtssatz
Eine randkontrastierende Kollektion von ... x ... cm wird im rechten Unterbauch identifiziert, vereinbar mit periappendizealem Abszess.
Diffuse Fettgewebsimbibierung, Faszienverdickung und phlegmonöse Veränderung zeigen sich um den Abszess. Die Phlegmone repräsentiert unorganisierte entzündliche Infiltration und zeigt eine Entzündung jenseits der Abszesswand an. Reaktive Verdickung benachbarter Zökum- und Ileumwände kann begleitend auftreten.
Berichtssatz
Ausgedehnte phlegmonöse Veränderung und Fettgewebsimbibierung zeigen sich um die Kollektion.
Der Nachweis eines extraluminalen Appendikolithen innerhalb der Abszesskollektion oder im periappendizealen Bereich unterstützt stark eine Perforation. Der Appendikolith hat das Appendixlumen verlassen und kann innerhalb der Kollektion 'schwimmend' oder an der Abszesswand adhärent erscheinen.
Berichtssatz
Ein extraluminaler kalzifizierter Appendikolith wird innerhalb der Abszesskollektion identifiziert und unterstützt eine perforierte Appendizitis.
Reaktive Verdickung und Kontrastierung der Zökalwand angrenzend an den Abszess wird gesehen. Dieser Befund kann ein Zökumkarzinom imitieren ('Appendizitis als Imitator eines Zökumkarzinoms'). Die Zökumpolverdickung kann fokal oder symmetrisch sein.
Berichtssatz
Reaktive Verdickung der Zökalwand angrenzend an den Abszess wird festgestellt; Verlaufskontrolle zum Malignitätsausschluss wird empfohlen.
Der Ultraschall zeigt eine komplexe Flüssigkeitskollektion im rechten Unterbauch. Die Binnenstruktur ist heterogen mit Debrisechos, Septierungen und dicker Wand. Im Gegensatz zu anechogener einfacher Flüssigkeit reflektieren die Binnenechos Eiter und nekrotisches Material.
Berichtssatz
Eine komplexe Kollektion von ... x ... cm mit Binnenechos und Septierungen im rechten Unterbauch ist vereinbar mit einem Abszess.
Im MRT zeigt die Abszesskollektion ein T2-hyperintenses Zentrum und einen hypointensen Rand in T2-gewichteten Sequenzen. Deutliche Diffusionsrestriktion im DWI (hoher b-Wert, niedriger ADC) stärkt die Abszessdiagnose und differenziert von Phlegmone oder unorganisierter Flüssigkeit.
Berichtssatz
Kollektion mit T2-Hyperintensität und Diffusionsrestriktion im DWI ist vereinbar mit einem Abszess.
Kriterien
Kollektion <5 cm, glatt begrenzt, keine signifikante Adhäsion an umgebende Organe
Unterscheidungsmerkmale
Perkutane Drainage ist meist ausreichend. Intervall-Appendektomie wird nach 6-8 Wochen geplant. Antibiotikatherapie begleitet.
Kriterien
Kollektion >5 cm, septiert, multiple Lokulationen, Adhäsion oder Fistel zu umgebenden Organen
Unterscheidungsmerkmale
Perkutane Drainage kann unzureichend sein; chirurgische Drainage kann erforderlich werden. Bei Fistelnachweis sollte eine Notoperation evaluiert werden. Obstruktionsrisiko in benachbarten Darmschlingen.
Unterscheidungsmerkmal
Bei Perforation dominieren freie Luft und diffuse freie Flüssigkeit ohne organisierte Kollektion; Abszess zeigt organisierte randkontrastierende Kollektion und freie Luft fehlt meist
Unterscheidungsmerkmal
Unkomplizierte akute Appendizitis zeigt keine organisierte Kollektion, nur dilatierte Appendix und periappendizeale Imbibierung
Unterscheidungsmerkmal
Beim Adenokarzinom dominieren irreguläre solide Masse und Wandverdickung, randkontrastierende Flüssigkeitskollektion fehlt meist; Tumorperforation kann jedoch durch Abszess kompliziert werden
Dringlichkeit
urgentManagement
interventionalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
3-monthDer Appendixabszess erfordert eine dringende Intervention. Der Behandlungsansatz wird durch Abszessgröße und Patientenzustand bestimmt: Abszesse <3 cm können mit i.v.-Antibiotika allein behandelt werden; Abszesse ≥3 cm erfordern perkutane Drainage + Antibiotika. Eine Intervall-Appendektomie wird nach 6-8 Wochen geplant. Post-Drainage-Verlaufsbildgebung ist wichtig zur Verifizierung der Kollektionsrückbildung. Koloskopie wird bei Patienten >40 Jahre zum Ausschluss eines zugrunde liegenden appendizealen Neoplasmas empfohlen.
Die Behandlung des periappendizealen Abszesses richtet sich nach Größe und klinischem Zustand. Kleine Abszesse (<3 cm) können mit IV-Antibiotika behandelt werden, während große Abszesse eine perkutane Drainage erfordern. Eine Intervall-Appendektomie wird üblicherweise 6-8 Wochen später geplant. Im Phlegmon-Stadium wird eine konservative Behandlung (Antibiotika + Nachsorge) bevorzugt.