Die Appendixdivertikulitis ist eine Entzündung eines Divertikels (Mukosaherniation) in der Appendixwand. Das Appendixdivertikel ist selten (0,004-2,1%) und wird meist inzidentell entdeckt; wenn entzündet, imitiert es jedoch eine akute Appendizitis. Im CT charakterisiert durch fokale Ausstülpung aus der Appendixwand, lokalisierte periappendizeale Imbibierung und Wandverdickung. Das Perforationsrisiko ist 4-mal höher als bei akuter Appendizitis.
Altersbereich
20-70
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Sehr selten
Das Appendixdivertikel kann kongenital (echtes Divertikel — umfasst alle Wandschichten) oder erworben (falsches Divertikel — Herniation von Mukosa und Submukosa) sein. Die erworbene Form ist häufiger und resultiert aus der Herniation der Mukosa durch Schwachstellen in der Muscularis propria (vaskuläre Penetrationsstellen) aufgrund erhöhten intraluminalen Drucks. Die Divertikelentzündung beginnt mit Fekalithimpaktion und betrifft im Gegensatz zur akuten Appendizitis ein fokales Wandsegment. Da die Divertikelwand dünn ist (fehlende Muscularis propria), ist das Perforationsrisiko hoch — was die klinische Bedeutung im CT erhöht. Entzündung erzeugt lokalisierte periappendizeale Imbibierung um das Divertikel; diffuse Imbibierung deutet auf akute Appendizitis, fokale Imbibierung auf Divertikulitis hin.
Im CT ist eine fokale Ausstülpung (Divertikel) aus der Appendixwand mit lokalisierter Fettgewebsimbibierung um das Divertikel und fokaler Wandverdickung der diagnostische Befund der Appendixdivertikulitis. Ein relativ normales Appendixlumen außerhalb des Divertikels ist der kritische Hinweis in der Differentialdiagnose von akuter Appendizitis.
Fokale Ausstülpung aus der Appendixwand (Divertikel) ist der grundlegende diagnostische Befund. Das Divertikel misst typischerweise 3-10 mm und hat eine runde oder ovale Form. Seine Wand ist dünn und bildet eine Grenze zum umgebenden Gewebe.
Berichtssatz
Eine ... mm fokale Ausstülpung (Divertikel) aus der Appendixwand wird identifiziert.
Lokalisierte Fettgewebsimbibierung zeigt sich um das Divertikel. Diese Imbibierung ist fokal, nicht diffus, und zeigt, dass die Entzündung auf das Divertikel beschränkt ist. Im Gegensatz zur diffusen periappendizealen Imbibierung bei akuter Appendizitis ist die Imbibierung asymmetrisch und auf eine Seite lokalisiert.
Berichtssatz
Lokalisierte Fettgewebsimbibierung um das Divertikel wird festgestellt, vereinbar mit Appendixdivertikulitis.
Die Appendixwandverdickung ist lokalisiert und asymmetrisch zur Seite des Divertikels. Die gegenüberliegende Wand kann normal oder mild verdickt sein. Diese Asymmetrie unterscheidet sich von der diffusen symmetrischen Verdickung bei akuter Appendizitis.
Berichtssatz
Fokale asymmetrische Verdickung der Appendixwand an der Divertikellokalisation wird festgestellt.
Kalzifizierter Fekalith im Divertikel ist außerhalb des Appendixlumens in einer extramuralen Tasche lokalisiert. Dieser Befund beweist die Existenz des Divertikels und wird durch seine extraluminale Position vom intraluminalen Appendikolithen unterschieden.
Berichtssatz
Ein kalzifizierter Fekalith wird innerhalb eines extramuralen Appendixdivertikels festgestellt.
Das Appendixlumen außerhalb des Divertikels kann normal oder mild dilatiert sein. Das Fehlen einer diffusen Dilatation im gesamten Lumen ist wichtig für die Differentialdiagnose von akuter Appendizitis.
Berichtssatz
Das Appendixlumen hat außerhalb des Divertikels ein normales Kaliber ohne diffuse Dilatation.
Im Ultraschall zeigt sich eine fokale Ausstülpung von der Appendixwand (Divertikel) an der lateralen Oberfläche der tubulären Struktur mit hypoechogener oder gemischter Echogenität. Hyperechogener Fekalith oder Binnenechos können im Divertikel sichtbar sein. Die graduierte Kompressionstechnik kann das Divertikel vom umgebenden Fettgewebe unterscheiden.
Berichtssatz
Eine fokale Ausstülpung (Divertikel) von der Appendixwand mit lokalisierter umgebender Hyperämie im Ultraschall ist vereinbar mit Appendixdivertikulitis.
Kriterien
Umfasst alle Wandschichten (Mukosa, Submukosa, Muskularis); meist solitär und größer
Unterscheidungsmerkmale
Dickwandiger mit geringerem Perforationsrisiko. Wanddicke ist im CT messbar und Muskularisschicht kann unterschieden werden.
Kriterien
Nur Mukosa- und Submukosaherniation; Muskularisschicht fehlend; meist multipel und kleiner
Unterscheidungsmerkmale
Dünnwandig mit viel höherem Perforationsrisiko (66% vs. 14%). Wand erscheint im CT sehr dünn und Perforationsbefunde sollten sorgfältig gesucht werden.
Unterscheidungsmerkmal
Akute Appendizitis zeigt diffuse Appendixdilatation, symmetrische Wandverdickung und zirkumferentielle periappendizeale Imbibierung; Divertikulitis zeigt fokale Ausstülpung, asymmetrische Verdickung und lokalisierte Imbibierung
Unterscheidungsmerkmal
Perforation zeigt Wanddefekt, extraluminale Luft und diffuse freie Flüssigkeit; Divertikulitis erhält die Divertikelstruktur und freie Luft fehlt meist (außer bei perforierter Divertikulitis)
Unterscheidungsmerkmal
Karzinoidtumor zeigt soliden kontrastierenden intraluminalen Knoten; Divertikulitis zeigt keinen soliden Knoten, sondern Ausstülpung gefüllt mit Flüssigkeit/Fekalith
Dringlichkeit
urgentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralDie Appendixdivertikulitis erfordert chirurgische Behandlung, da das Perforationsrisiko 4-mal höher als bei akuter Appendizitis ist (66% vs. 17%). Laparoskopische Appendektomie ist die Standardbehandlung. Die korrekte Identifizierung der Divertikulitis im CT ist wichtig, da die Versagensrate konservativer (Antibiotika-) Therapie hoch ist. Begleitende Neoplasien sollten bei pathologischer Untersuchung untersucht werden (in 20-33% der Fälle), da eine bekannte Assoziation zwischen Appendixdivertikel und appendizealen Neoplasien besteht. Koloskopie wird bei Patienten >40 Jahre empfohlen.
Die Behandlung der Appendixdivertikulitis ist die chirurgische Appendektomie. Eine frühzeitige Operation wird empfohlen, da das Perforationsrisiko 4-mal höher als bei akuter Appendizitis ist. Die Diagnose wird meist intraoperativ oder bei der pathologischen Untersuchung gestellt. Bei Nachweis eines Appendixdivertikels ist eine sorgfältige pathologische Untersuchung hinsichtlich eines assoziierten neuroendokrinen Tumors erforderlich.