Perikardzysten sind kongenitale mesotheliale Zysten, die durch einen unvollständigen Verschluss der pleuroperikardischen Membran während der embryologischen Entwicklung entstehen. Ihre Inzidenz beträgt etwa 1 pro 100.000 und sie machen 6-7% der mediastinalen Raumforderungen aus. Siebzig Prozent sind im rechten kardiophrenischen Winkel lokalisiert — eine pathognomonische Lokalisation für diese Entität; 22% treten im linken kardiophrenischen Winkel auf und 8% an atypischen Lokalisationen wie dem oberen oder hinteren Mediastinum. Die Zyste hat eine dünne, glatte Wand, die von einer einschichtigen Mesothelauskleidung bedeckt ist, und enthält klare, seröse 'Quellwasser'-Flüssigkeit (spring water) — ein bei der Aspiration pathognomonisches Merkmal. Sie werden typischerweise inzidentell entdeckt, sind asymptomatisch und zeigen einen benignen Verlauf; selten kann eine Größenzunahme zu kardialer Kompression, Dyspnoe oder Brustschmerzen führen. Im CT zeigen sie sich als dünnwandige, unilokulare, nicht kontrastmittelaufnehmende zystische Läsion mit Wasserdichte (0-20 HU).
Altersbereich
20-70
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Perikardzysten entstehen durch einen Entwicklungsdefekt beim Verschluss der pleuroperikardischen Membran während der embryologischen Entwicklung. In der normalen Embryogenese bildet sich das parietale Perikard aus mesodermalen Falten in der primitiven Zölomhöhle — laterale pleuroperikardische Membranen wachsen medial und verschmelzen, um Pleural- und Perikardialräume zu trennen. Während dieses Verschlusses können mesotheliale Gewebeablagerungen von der Hauptverschlusslinie isoliert werden und sequestiert die Keimzelle der Zyste bilden. Die Zystenwand ist von einer einschichtigen Mesothelschicht ausgekleidet, die aktiv seröse Flüssigkeit sezerniert — deshalb kann die Zyste im Laufe der Zeit langsam wachsen. Der Zysteninhalt besteht aus klarer, seröser 'Quellwasser'-Flüssigkeit; er hat einen niedrigen Proteingehalt, enthält keine Zellen und beherbergt keine infektiösen Erreger. Das Auftreten von Wasserdichte (0-20 HU) im CT liegt daran, dass der Zysteninhalt proteinarme seröse Flüssigkeit ist, die nahezu reines Wasser darstellt und Röntgenstrahlen ähnlich wie Wasser absorbiert. Im MRT treten das niedrige T1-Signal und das ausgeprägt helle T2-Signal auf, weil freie Wasserprotonen lange T1- und sehr lange T2-Relaxationszeiten haben — dies bestätigt einfachen Flüssigkeitsinhalt und schließt die T1-Verkürzung durch Protein- oder Zellgehalt in komplexer Flüssigkeit aus. Die Zystenwand ist avaskulär und weist keine Neovaskularisation auf, daher zeigt sich keine Kontrastmittelaufnahme — dieses Merkmal unterscheidet sie von soliden oder entzündlichen Läsionen.
Das charakteristische Merkmal von Perikardzysten ist die Aspiration von kristallklarer, farbloser, geruchloser seröser Flüssigkeit — diese Flüssigkeit wird als 'Quellwasser' (spring water) beschrieben und ist pathognomonisch für Perikardzysten. In der Bildgebung manifestiert sich dieses Merkmal als reine Wasserdichte (0-20 HU) im CT und als einfaches Flüssigkeitssignal äquivalent zu Liquor (T1 hypointens, T2 ausgeprägt hyperintens) im MRT. Die 'Quellwasser'-Beschreibung wird sowohl klinisch (Aspirationsbefund) als auch radiologisch (Wasserdichte, einfaches Flüssigkeitssignal) verwendet und fasst den kongenitalen mesothelialen Ursprung, die proteinarme seröse Sekretionseigenschaft und die benigne Natur von Perikardzysten zusammen. Dieses Zeichen unterscheidet Perikardzysten definitiv von anderen mediastinalen Zysten (bronchogene Zyste — muzinöse/opake Flüssigkeit, Thymuszyste — Cholesterinkristalle, Dermoid — Talginhalt).
Im nativen CT zeigt sich im rechten kardiophrenischen Winkel (70% der Fälle) eine wasserdichte (0-20 HU), dünnwandige (<2 mm), unilokulare, gut abgrenzbare, runde oder ovale zystische Läsion. Die Zystenwand hat glatte Konturen ohne Lobulierung oder Wandunregelmäßigkeiten. Keine interne Septierung, solide Komponente, Verkalkung oder Debris ist vorhanden. Die Zystengröße variiert typischerweise zwischen 2-15 cm; die meisten Fälle liegen im Bereich von 3-8 cm. Die Perikardzyste liegt unmittelbar dem Perikard benachbart und zeigt breitbasigen Kontakt mit dem Perikard — dieses Merkmal unterscheidet sie von pleuralen oder pulmonalen Läsionen. Bei atypischen Lokalisationen (8% — oberes oder hinteres Mediastinum) wird die Diagnose schwieriger. Ein begleitender Perikarderguss oder eine Perikardverdickung fehlen typischerweise.
Berichtssatz
Im CT zeigt sich im rechten/linken kardiophrenischen Winkel eine ___ x ___ mm große, dünnwandige, unilokulare, nicht kontrastmittelaufnehmende zystische Läsion mit Wasserdichte (___ HU); vereinbar mit Perikardzyste.
Im kontrastmittelverstärkten CT zeigt die Perikardzyste keine Kontrastmittelaufnahme — weder in der Zystenwand noch im Zysteninhalt ist eine Kontrastaufnahme erkennbar. Die Dichte des Zysteninhalts bleibt im Vergleich zu den nativen Werten unverändert (bleibt im Bereich von 0-20 HU). Dieser Befund bestätigt, dass die Zystenwand avaskulär ist und keine Neovaskularisation aufweist. Das Fehlen der Kontrastmittelaufnahme unterscheidet die Perikardzyste zuverlässig von soliden mediastinalen Raumforderungen (Thymom, Lymphom), vaskulären Läsionen (Aortenaneurysma-Segment) und entzündlichen Kollektionen (Abszess, organisierter Erguss). In der kontrastmittelverstärkten Phase erzeugt die unveränderte Wasserdichte der Zyste einen auffälligen Kontrastunterschied zu den anreichernden umgebenden mediastinalen Strukturen (Herz, große Gefäße, Perikard) und grenzt die Läsion deutlicher ab. Selten können bei komplizierten (infizierten oder hämorrhagischen) Perikardzysten Wandanreicherung und erhöhte Inhaltsdichte auftreten — dies stellt die einfache Zystendiagnose in Frage.
Berichtssatz
Im kontrastmittelverstärkten CT zeigt die beschriebene zystische Läsion keine Wand- oder Inhaltsanreicherung (nativ: ___ HU, kontrastmittelverstärkt: ___ HU); die einfache zystische Natur wird bestätigt.
Im T2-gewichteten MRT zeigt die Perikardzyste ein ausgeprägt hyperintenses Signal — die Signalintensität entspricht Liquor und Gallenblasenflüssigkeit. Dieses helle T2-Signal ist der charakteristische Befund einfacher, proteinarmer seröser Flüssigkeit. Der Zysteninhalt ist homogen; kein Flüssigkeits-Flüssigkeits-Spiegel, Debris, Vegetation oder solide Komponente ist vorhanden. Die Zystenwand ist dünn und signalarm — Wandverdickung ist ein Warnsignal zugunsten von Malignität oder Infektion. Kein periläsionales Ödem wird um die Läsion gesehen. Ausgeprägt hyperintenses Signal wird auch in STIR-Sequenzen gesehen — nicht von Fettsuppression betroffen, da die Zyste Flüssigkeit und kein Fett enthält. Der Grad der T2-Hyperintensität (so hell wie Liquor) ist in der Differentialdiagnose wichtig: Bronchogene Zysten zeigen typischerweise intermediäres bis hohes T2-Signal, da muzinöser/proteinhaltiger Inhalt die T2-Relaxationszeit verkürzt.
Berichtssatz
Im T2-gewichteten MRT zeigt sich im rechten/linken kardiophrenischen Winkel eine ___ x ___ mm große, ausgeprägt hyperintense, homogene zystische Läsion mit liquoräquivalentem Signal; vereinbar mit einfacher flüssigkeitshaltiger Perikardzyste.
Im T1-gewichteten MRT zeigt die Perikardzyste eine niedrige Signalintensität — niedriger als Muskelsignal, nahe oder äquivalent zum Liquorsignal. Dieses niedrige T1-Signal spiegelt wider, dass der Zysteninhalt einfache seröse Flüssigkeit (niedriger Proteingehalt, freies Wasser) ist. Homogenes niedriges Signal ist wichtig: Bereiche mit hohem Signal im T1 sind verdächtig für hämorrhagischen Inhalt (Met-Hämoglobin, T1-Verkürzung), proteinhaltigen Inhalt (>3 g/dL Protein) oder Fettgehalt und schließen eine einfache Zystendiagnose aus. Die Wandvisualisierung kann im nativen T1 schwierig sein, da der Kontrast zwischen der dünnen Wand und dem umgebenden mediastinalen Fett begrenzt ist. In fettgesättigten T1-Sequenzen (T1 fat-sat) verlieren Perikard und umgebendes Fettgewebe Signal, was eine bessere Beurteilung der Zystengrenzen ermöglicht. Keine Wandverdickung oder Irregularität wird identifiziert.
Berichtssatz
Im T1-gewichteten MRT zeigt die zystische Läsion homogenes hypointenses Signal ohne Hinweis auf hämorrhagischen oder proteinhaltigen Inhalt; vereinbar mit einfachem serösen Flüssigkeitsinhalt.
In der diffusionsgewichteten Bildgebung (DWI) zeigt die Perikardzyste bei hohen b-Werten (b=800-1000) kein Signal — ein T2-Durchscheineffekt (shine-through) kann auftreten, aber die ADC-Kartenwerte sind hoch (>2,0 × 10⁻³ mm²/s). Dieser Befund zeigt an, dass Wassermoleküle im Zysteninhalt freie Diffusion aufweisen und schließt eine echte Diffusionsrestriktion aus. Das Fehlen von Diffusionsrestriktion unterscheidet die Perikardzyste von der Epidermoidzyste (echte Diffusionsrestriktion — Keratindebris), vom Abszess (Diffusionsrestriktion — visköser purulenter Inhalt) und von soliden Tumoren (Diffusionsrestriktion — hohe Zellularität). Hohe ADC-Kartenwerte bestätigen, dass sich Flüssigkeitsmoleküle frei mit Kristallklarheit bewegen — dieses Merkmal ist mit der 'Quellwasser'-Flüssigkeitsnatur vereinbar.
Berichtssatz
In der diffusionsgewichteten Bildgebung wird keine echte Diffusionsrestriktion in der zystischen Läsion nachgewiesen (ADC: ___ × 10⁻³ mm²/s); einfacher Flüssigkeitsinhalt wird bestätigt.
Im gadoliniumverstärkten MRT zeigt sich keine Anreicherung in der Perikardzysten-Wand oder im Inhalt. Der Vergleich von nativen und kontrastmittelverstärkten T1-Sequenzen zeigt keine signifikante Veränderung der Signalintensität. Subtraktionsbilder (post-Kontrast-T1 − nativ-T1) demonstrieren keinen Signalanstieg im Zystenbereich — dies bestätigt definitiv die avaskuläre Natur. Selbst in der Spätphase (5-10 Minuten) zeigt sich keine Anreicherung — dies schließt die späte Anreicherung aus, die bei Läsionen mit fibröser Kapsel (wie Schwannom) auftreten kann. Das Fehlen der Anreicherung hilft bei der Unterscheidung von Perikardzysten von Thymuszysten (die dünnwandige Anreicherung zeigen können), bronchogenen Zysten (die bei Komplikation Wandanreicherung zeigen können) und entzündlichen/neoplastischen Läsionen des Perikards. Das Perikard selbst kann normal milde Anreicherung zeigen — dies sollte nicht mit der fehlenden Anreicherung der Perikardzystenwand verwechselt werden.
Berichtssatz
Im gadoliniumverstärkten MRT wird keine Anreicherung in der Zystenwand oder im Inhalt identifiziert, ohne Signalanstieg in Subtraktionsbildern; die avaskuläre zystische Natur wird bestätigt.
In der transthorakalen Ultraschalluntersuchung zeigt sich die Perikardzyste als anechogene (echofreie), dünnwandige, gut abgrenzbare zystische Läsion. Dorsale Schallverstärkung (Schalldurchtritt) wird klassischerweise gesehen — der Durchgang des Schallstrahls durch die schwach attenuierende Flüssigkeit in der Zyste erzeugt erhöhte Echointensität in distalen Strukturen. Die Zystenwand ist glatt, dünn und echogen; keine Wandunregelmäßigkeit oder Verdickung wird gesehen. Keine internen Echos, Debris, Septierung oder solide Komponente ist vorhanden. Die Läsion liegt dem Perikard benachbart und kann minimale Bewegung mit der Herzbewegung zeigen. US ist ideal für die Echtzeitbeurteilung von Perikardzysten: die Überwachung von Kompressibilität und Morphologieänderungen während des Herzzyklus liefert zusätzliche Informationen, die mit CT/MRT nicht möglich sind. In der Echokardiografie kann sie als anechogene Struktur neben dem rechten Vorhof oder Ventrikel erkannt werden. Eine Limitation des US ist die reduzierte Bildqualität bei tiefen mediastinalen Lokalisationen, die durch lufthaltiges Lungengewebe maskiert werden.
Berichtssatz
Im US zeigt sich perikardnah eine ___ x ___ mm große, anechogene, dünnwandige zystische Läsion mit dorsaler Schallverstärkung; vereinbar mit Perikardzyste.
In der farbkodierten Duplexsonografie wird kein Flusssignal innerhalb der Perikardzyste detektiert — die Läsion ist komplett avaskulär. Auch in der Zystenwand wird kein Doppler-Signal gesehen; dieser Befund bestätigt, dass die Wand avaskuläres, dünnes fibröses/mesotheliales Gewebe ist. Die Power-Doppler-Untersuchung demonstriert ebenfalls keine Vaskularität innerhalb oder in der Wand der Zyste — da Power-Doppler für niedrigfließende Gefäße empfindlicher ist als Farb-Doppler, unterstützt dieser negative Befund die Avaskularität stark. Normale Flusssignale werden in benachbarten kardialen Strukturen (Koronararterien, Perikard selbst) gesehen; der Kontrast zwischen diesen normalen vaskulären Signalen und der Avaskularität der Zyste unterstützt die Diagnose. Das Fehlen des internen Doppler-Signals ist kritisch wichtig bei der Unterscheidung von Perikardzysten von soliden mediastinalen Tumoren (Thymom — vaskularisiert) und vaskulären Anomalien (Koronararterienaneurysma).
Berichtssatz
In der Farb- und Power-Doppler-Untersuchung wird keine Vaskularität innerhalb oder in der Wand der zystischen Läsion identifiziert; die avaskuläre zystische Natur wird bestätigt.
Im CT zeigt die Perikardzyste keine Verkalkung, Septierung oder solide Komponente — diese 'negativen Befunde' haben diagnostischen Wert. Das Fehlen von Verkalkung unterscheidet die Läsion vom reifen zystischen Teratom (Verkalkung häufig), verkalktem Granulom und Perikardverkalkung bei konstriktiver Perikarditis. Das Fehlen von Septierung (unilokulare Struktur) ist wichtig: multilokulare zystische Läsionen bilden eine andere Differentialdiagnosegruppe (lymphatische Malformation, zystisches Thymom). Das Fehlen einer soliden Komponente ist kritisch beim Ausschluss neoplastischer Läsionen (Thymom, Teratom, Lymphom). Die Kombination dieser drei negativen Befunde — keine Verkalkung + keine Septierung + keine solide Komponente — unterstützt stark die Diagnose einer einfachen mesothelialen Zyste. Die Zystenwand ist dünn (<2 mm) mit glatten Konturen; fokale Wandverdickung oder Nodularität ist verdächtig für Malignität.
Berichtssatz
Im CT zeigt die beschriebene zystische Läsion keine Verkalkung, Septierung oder solide Komponente; die einfache unilokulare Zystennatur wird unterstützt.
Kriterien
Lokalisiert im rechten kardiophrenischen Winkel (70% der Fälle), typische runde/ovale Morphologie, Wasserdichte (0-20 HU), dünne Wand (<2 mm), unilokulär, keine Anreicherung, breitbasiger Kontakt mit dem Perikard
Unterscheidungsmerkmale
Häufigste Form; kann auf der PA-Thoraxaufnahme als glatte, gut abgrenzbare runde Verschattung im rechten kardiophrenischen Winkel gesehen werden — häufig verwechselt mit prominentem epikardialem Fettposter oder Morgagni-Hernie. Die Diagnose wird typischerweise im zufälligen CT bestätigt. Die Größe reicht meist von 3-8 cm und bleibt in der jährlichen Nachsorge stabil.
Kriterien
Lokalisiert im linken kardiophrenischen Winkel (22% der Fälle), bildgebende Merkmale identisch zur rechten Seite (Wasserdichte, dünne Wand, keine Anreicherung), epikardiales Fettposter und Perikardrezessus in der Differentialdiagnose links berücksichtigen
Unterscheidungsmerkmale
Seltener auf der linken Seite; linkes Ventrikelaneurysma, perikardiales Fettgewebe und linker oberer Perikardrezessus (besonders im MRT) in der Differentialdiagnose berücksichtigen. Linke Perikardzysten können manchmal mit dem linken Vorhofsohr oder linksseitigem Pleuraerguss verwechselt werden — koronale und sagittale Reformaten klären diese Unterscheidung.
Kriterien
Lokalisiert außerhalb des kardiophrenischen Winkels (8% der Fälle) — oberes Mediastinum, hinteres Mediastinum oder parakardiale Region; bildgebende Merkmale sind typisch (Wasserdichte, dünne Wand, keine Anreicherung), aber die Differentialdiagnose erweitert sich aufgrund der atypischen Lokalisation
Unterscheidungsmerkmale
Am schwierigsten zu diagnostizierende Form; aufgrund der atypischen Lokalisation sollten bronchogene Zyste, enterische Zyste, lymphatische Malformation, Thymuszyste oder neuenterische Zyste in der Differentialdiagnose berücksichtigt werden. MRT-einfaches Flüssigkeitssignal (T1 niedrig, T2 ausgeprägt hell) und fehlende Anreicherung unterstützen die Diagnose, aber Aspiration (Quellwasser-Flüssigkeit) oder chirurgische Exzision kann zur definitiven Unterscheidung erforderlich sein. Im oberen Mediastinum sollten auch ektopes Schilddrüsengewebe und Nebenschilddrüsenadenom ausgeschlossen werden.
Kriterien
Veränderung der Zysteninhaltsdichte/-signal (CT >20 HU, MRT T1 hohes Signal), Wandverdickung (>2 mm), Wandanreicherung kann vorhanden sein; hämorrhagische Zyste T1 hyperintens (Met-Hämoglobin), infizierte Zyste kann Diffusionsrestriktion im DWI zeigen
Unterscheidungsmerkmale
Selten vorkommend; wenn Komplikationen auftreten, werden die Kriterien der einfachen Zyste nicht erfüllt und die Differentialdiagnose wird schwierig — neoplastische Läsionen müssen ausgeschlossen werden. Hämorrhagische Zysten können durch spontane Blutung oder Trauma entstehen; T1 hyperintenses Signal spiegelt Met-Hämoglobin-Akkumulation wider. Infizierte Zysten können mit Fieber und Brustschmerzen auftreten; Diffusionsrestriktion im DWI und Wandanreicherung können gesehen werden. Das Management komplizierter Zysten kann von konservativ bis chirurgisch reichen — Aspiration oder Exzision kann erforderlich sein.
Unterscheidungsmerkmal
Bronchogene Zyste kann im MRT T1 hyperintens sein (proteinhaltiger/muzinöser Inhalt — T1-Verkürzung), heterogen oder mäßig hyperintens im T2; Perikardzyste ist T1 hypointens, T2 ausgeprägt hyperintens (einfaches Flüssigkeitssignal). Im CT kann die bronchogene Zyste >20 HU Dichte zeigen (proteinhaltiger Inhalt). Bronchogene Zysten liegen typischerweise subkarinal oder paratracheal — selten am kardiophrenischen Winkel.
Unterscheidungsmerkmal
Thymuszyste ist im Thymusbett im vorderen Mediastinum lokalisiert und wird typischerweise bei jungen Erwachsenen gesehen; Perikardzyste liegt am kardiophrenischen Winkel. Thymuszyste kann dünne Wandanreicherung zeigen; Perikardzyste zeigt keine Wandanreicherung. Thymuszysten können multilokulär sein; Perikardzysten sind unilokulär. Bei Aspiration kann die Thymuszyste Cholesterinkristalle enthalten; die Perikardzyste enthält klare Quellwasser-Flüssigkeit.
Unterscheidungsmerkmal
Mediastinales reifes Teratom (Dermoid) zeigt im CT eine heterogene Zusammensetzung mit Fettdichte (-20 bis -120 HU), Verkalkung, Weichteilkomponenten und Flüssigkeit; Perikardzyste ist eine uniforme zystische Läsion mit homogener Wasserdichte (0-20 HU). Teratom liegt typischerweise im vorderen Mediastinum und kann einen Fett-Flüssigkeits-Spiegel zeigen. Im MRT zeigt Teratom Fettsignal im T1 (Signalabfall bei Fettsuppression), während Perikardzyste kein Fettsignal zeigt.
Unterscheidungsmerkmal
Konstriktive Perikarditis ist durch Perikardverdickung (>4 mm) und Verkalkung gekennzeichnet; Perikardzyste ist eine dünnwandige zystische Läsion. Bei konstriktiver Perikarditis ist das Perikard diffus verdickt und starr, während bei Perikardzyste das Perikard normal ist und eine fokale zystische Formation gesehen wird. Herzinsuffizienz-Befunde (VCI-Dilatation, Aszites, Hepatomegalie) begleiten die konstriktive Perikarditis; Perikardzyste ist meist asymptomatisch.
Unterscheidungsmerkmal
Das perikardiale Fettpolster (epikardiales Fettpolster) zeigt im CT Fettdichte (-50 bis -120 HU); Perikardzyste zeigt Wasserdichte (0-20 HU) — definitive Unterscheidung erfolgt durch Dichtemessung. Im MRT ist Fettgewebe T1 hyperintens und verliert Signal bei Fettsuppression; Perikardzyste ist T1 hypointens und von Fettsuppression nicht betroffen. Morgagni-Hernie kann im CT Omentum-Fett oder Darminhalt zeigen; koronale Reformaten demonstrieren den Zwerchfelldefekt.
Dringlichkeit
surveillanceManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
12-monthPerikardzysten sind benigne kongenitale Läsionen ohne Risiko maligner Transformation. Bei asymptomatischen Fällen mit typischer Lokalisation (rechter kardiophrenischer Winkel) und typischen bildgebenden Merkmalen (Wasserdichte, dünne Wand, keine Anreicherung) ist keine Behandlung erforderlich — konservative Nachsorge ist ausreichend. Kontroll-CT oder MRT 12 Monate nach Erstdiagnose wird empfohlen; nach Bestätigung der Größenstabilität können längere Intervalle oder Beendigung der Nachsorge angemessen sein. Biopsie/Aspirations-Indikationen: diagnostische Unsicherheit (atypische Lokalisation oder atypische Bildgebungsmerkmale) oder symptomatische Fälle (kardiale Kompression, Dyspnoe, Brustschmerzen). Quellwasser-Flüssigkeit bei Aspiration bestätigt die Diagnose, aber das Rezidivrisiko ist hoch (25-35%). Chirurgische Exzision (VATS — videoassistierte thorakoskopische Chirurgie) ist kurativ für symptomatische oder wachsende Zysten. Selten wurden plötzliche Todesfälle berichtet — durch große Zysten, die tamponadeähnliche kardiale Kompression verursachen.
Eine Perikardzyste ist eine gutartige Läsion, die meist keine Behandlung erfordert. Typische Bildgebungsbefunde (rechter kardiophrenischer Winkel, Wasserdichte, keine Anreicherung) sind diagnostisch und eine Biopsie ist nicht nötig. Regelmäßige Nachsorge (jährliches CT oder Echokardiographie) wird für große Zysten empfohlen. Bei symptomatischen Zysten (Brustschmerzen, Dyspnoe, Kompression) kann eine perkutane Aspiration oder chirurgische Resektion durchgeführt werden. Die Rezidivrate nach Aspiration ist hoch; die definitive Therapie ist die chirurgische Exzision. Bei atypischer Lokalisation oder komplexen Merkmalen sollte eine Biopsie zum Ausschluss einer Malignität erfolgen.