Die Stumpfappendizitis ist eine akute Entzündung des verbleibenden Appendixstumpfes nach vorheriger Appendektomie (laparoskopisch oder offen). Trotz niedriger Inzidenz (1/50.000 Appendektomien) stellt sie eine erhebliche diagnostische Herausforderung dar — Patient und Kliniker betrachten 'Appendizitis als ausgeschlossen.' Das Risiko steigt bei Stumpflänge >5 mm. Im CT führen eine entzündliche kurze tubuläre Struktur an der Zökalbasis, peristumpfales Fat Stranding und chirurgisches Material (Clips/Nähte) zusammen zur Diagnose. Diagnostische Verzögerungen können zu schwerwiegenden Komplikationen wie Perforation, Abszess und Sepsis führen. Das Intervall zwischen initialer Appendektomie und Stumpfappendizitis kann von Tagen bis Jahren reichen (durchschnittlich 8-10 Jahre).
Altersbereich
10-80
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Sehr selten
Die Stumpfappendizitis ist eine Entzündung des bei der Appendektomie verbleibenden Appendixstumpfes. Die Pathophysiologie ist identisch mit der primären akuten Appendizitis: Obstruktion des Stumpflumens (Fekalith, lymphoide Hyperplasie, Adhäsion oder Abknickung) erhöht den intraluminalen Druck, die Mukosabarriere wird gestört und bakterielle Translokation tritt auf. Bei Stumpflänge >5 mm bleibt ausreichend luminaler Raum bestehen und das Obstruktionsrisiko steigt. Die Stumpflänge kann bei laparoskopischer Appendektomie schwerer zu kontrollieren sein — einige Serien berichten höhere Stumpfappendizitis-Raten nach laparoskopischen Eingriffen. Die Entzündung betrifft die Stumpfwand transmural und breitet sich auf umliegende Gewebe aus — dies erscheint als peristumpfales Fat Stranding im CT. Inkomplette Appendektomie nach perforierter primärer Appendizitis (Unmöglichkeit den Stumpf zu identifizieren) ist ein spezifischer Risikofaktor. Im CT erscheint die entzündliche Stumpfstruktur als kurze tubuläre Struktur an der Zökalbasis — das Vorhandensein chirurgischer Clips oder Nahtmaterial bestätigt die vorherige Operation und leitet die Diagnose.
Die Kombination von chirurgischen Clips oder Nahtmaterial mit einer entzündlichen, dilatierten kurzen tubulären Struktur (Stumpf) und peristumpfalem Fat Stranding an der Zökalbasis ist pathognomonisch für Stumpfappendizitis. Diese Triade — chirurgisches Material + entzündlicher Stumpf + Fat Stranding — bestätigt die Diagnose in Kombination mit vorheriger Appendektomie-Anamnese. Die Erkennung dieser Kombination durch Kliniker kann lebensrettend sein, da diagnostische Verzögerung zu 60-70% Perforationsrate führt.
Entzündliche, dilatierte kurze tubuläre Struktur (Stumpf) an der Zökalbasis. Stumpfdurchmesser >5 mm mit Wandverdickung (>3 mm). Lumen kann mit Flüssigkeit oder Stuhlmaterial gefüllt sein. Im Unterschied zur vollständigen Appendix ist der Stumpf kurz (meist <3 cm) und endet an der Zökalbasis.
Berichtssatz
Eine kurze tubuläre entzündliche Struktur (Appendixstumpf) mit einem Durchmesser von ca. ___ mm und verdickter Wand ist an der Zökalbasis sichtbar, vereinbar mit Stumpfappendizitis.
Erhöhte Dichte im Fettgewebe um den Stumpf (Fat Stranding). Zeigt transmurale Ausbreitung der Entzündung auf peristumpfale Gewebe. Gleicher Mechanismus wie periappendizeales Fat Stranding bei primärer Appendizitis — aber Lokalisation ist auf die Zökalbasis beschränkt.
Berichtssatz
Deutliches peristumpfales Fat Stranding ist um den Appendixstumpf sichtbar.
Metallische chirurgische Clips oder Nahtmaterial an der Zökalbasis. Direkter CT-Nachweis vorheriger Appendektomie. Clips sind am proximalen Ende des Stumpfes (Verschlusslinie) sichtbar und dienen als Referenzpunkt zur Identifizierung des Stumpfes.
Berichtssatz
Chirurgische Clips/Nahtmaterial von vorheriger Appendektomie sind an der Zökalbasis sichtbar.
Nicht-komprimierbare kurze tubuläre Struktur (Stumpf) an der Zökalbasis. Erhöhte Echogenität im umgebenden Fettgewebe (Entzündung). Beurteilung mit graduierter Kompressionstechnik. Im Unterschied zur vollständigen Appendix ist die Struktur kurz und endet nicht als blind-endende Tube — sie endet am chirurgischen Verschlusspunkt.
Berichtssatz
Eine nicht-komprimierbare kurze tubuläre Struktur mit einem Durchmesser von ca. ___ mm und umgebendem hyperechogenem Fettgewebe ist an der Zökalbasis sichtbar, vereinbar mit Stumpfappendizitis.
T2-Hyperintensität im Stumpf (entzündliches Ödem). T2-Signalerhöhung ist auch in peristumpfalen Geweben sichtbar. T2-Fat-Sat-Sequenzen zeigen peristumpfales Ödem am besten. Bevorzugt als strahlungsfreie Alternative bei Schwangeren und jungen Patienten.
Berichtssatz
T2-Signalerhöhung im Appendixstumpf und peristumpfales Gewebeödem sind sichtbar, vereinbar mit Stumpfappendizitis.
Bei komplizierter Stumpfappendizitis: Stumpfwand-Diskontinuität, peristumpfale freie Flüssigkeit, extraluminale Luft, Abszessbildung (rim-enhancende Kollektion). Perforationsrate bei Stumpfappendizitis ist höher als bei primärer Appendizitis (60-70% vs 20-30%), da die Diagnose verzögert wird.
Berichtssatz
Freie Flüssigkeit/Luft um den Appendixstumpf und eine rim-enhancende Kollektion von ___ cm sind sichtbar, vereinbar mit perforierter Stumpfappendizitis.
Kriterien
Entzündlicher Stumpf, peristumpfales Fat Stranding vorhanden. Keine Perforation, Abszess oder freie Luft. Seltener Subtyp — die meisten Fälle präsentieren sich als kompliziert.
Unterscheidungsmerkmale
Behandlung mit Komplettierungsappendektomie. Frühdiagnose verhindert Komplikationen. Antibiotika + elektive Chirurgie kann geplant werden.
Kriterien
Stumpfwand-Diskontinuität, extraluminale Luft, freie Flüssigkeit. Entwickelt sich in 60-70% der Fälle (viel höher als bei primärer Appendizitis). Diagnostische Verzögerung ist die Hauptursache.
Unterscheidungsmerkmale
Erfordert Notfallchirurgie. Hohe Morbidität. Zökalresektion kann erforderlich sein (der Zökalansatzbereich des Stumpfes kann ausgedehnte Entzündung zeigen).
Kriterien
Peristumpfale rim-enhancende Flüssigkeitskollektion. Lokalisierte Infektion begrenzt durch omentale und Darmadhäsion.
Unterscheidungsmerkmale
Initiale Behandlung mit perkutaner Drainage + IV-Antibiotika. Verzögerte Komplettierungsappendektomie 6-8 Wochen später. Adhäsionen von vorheriger Chirurgie können die Drainage erschweren.
Unterscheidungsmerkmal
Bei primärer akuter Appendizitis ist die vollständige Appendix dilatiert und entzündet — keine chirurgischen Clips oder Nachweis vorheriger Appendektomie. Bei Stumpfappendizitis ist der Stumpf kurz und von chirurgischem Material begleitet. Die klinische Anamnese (vorherige Appendektomie) ist der Schlüssel zur Differentialdiagnose.
Unterscheidungsmerkmal
Unterscheidung von zökaler Divertikulitis: Divertikulitis zeigt fokale Verdickung der Zökalwand und entzündliches Divertikel, keine tubuläre Stumpfstruktur. Bei Stumpfappendizitis sind der kurze tubuläre Stumpf und chirurgische Clips diagnostisch. Zökalbasis-Entzündung ist in beiden Zuständen vorhanden.
Unterscheidungsmerkmal
Morbus Crohn zeigt terminale Ileumverdickung, Skip-Läsionen, Kammzeichen und Fisteltrakte — multifokale Beteiligung ist typisch. Bei Stumpfappendizitis sind die Befunde auf Zökalbasis und Stumpf isoliert. Chirurgische Clips finden sich nicht bei Crohn (außer bei vorheriger Appendektomie).
Unterscheidungsmerkmal
Zökales Adenokarzinom zeigt Massenbildung, Apfelkernzeichen und regionale Lymphadenopathie — ein chronischerer Prozess. Stumpfappendizitis präsentiert sich mit akuten entzündlichen Befunden (Fat Stranding, Wand-Enhancement). Chirurgische Clips werden beim Adenokarzinom nicht erwartet.
Dringlichkeit
emergentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
no-follow-upStumpfappendizitis ist eine Notfallchirurgie-Indikation — erfordert Komplettierungsappendektomie (Stumpfresektion). Diagnostische Verzögerung ist das größte Risiko: Perforation entwickelt sich in 60-70% der Fälle (vs 20-30% bei primärer Appendizitis). Die Verzögerung entsteht, weil Patient und Kliniker Appendizitis als ausgeschlossen betrachten. Kritische Botschaft für Radiologen: Stumpfappendizitis sollte bei Patienten mit vorheriger Appendektomie und Schmerzen im rechten Unterbauch mit Zökalbasis-Entzündung in Betracht gezogen werden. Chirurgische Clips sollten im CT gesucht und die Stumpfstruktur beurteilt werden. Kurzhaltung des Stumpfes <3 mm bei initialer Appendektomie ist präventiv. Zökalresektion kann in komplizierten Fällen erforderlich sein. Pathologische Untersuchung ist obligatorisch zum Ausschluss eines Tumors (Karzinoid, muzinöse Neoplasie).
Erfordert Komplettierungsappendektomie (Stumpfresektion). Diagnose kann verzögert sein, wenn chirurgische Anamnese unbekannt ist, was zu Komplikationen (Perforation, Abszess) führt. Stumpflänge >5 mm ist ein Risikofaktor. Kurzhaltung des Stumpfes (<3 mm) bei Erstoperation ist präventiv.