Hemobilie ist definiert als Blutung in den Gallentrakt und prasentiert klassisch mit Quincke-Trias (rechter Oberbauchschmerz + Ikterus + GI-Blutung). Haufigste Ursache ist iatrogenes Trauma (65%) — nach Leberbiopsie, ERCP, perkutaner biliarer Drainage oder Cholezystektomie. Andere Ursachen umfassen Leberarterienaneurysma, Tumorinvasion, Gallensteinserosion und vaskulare Malformationen. CT-Angiographie und Angiographie sind Goldstandard fur Diagnose, und selektive arterielle Embolisation ist bevorzugter Therapieansatz. Massive Hemobilie kann lebensbedrohlich sein und erfordert Notfallintervention.
Altersbereich
20-80
Häufigkeitsalter
50
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Sehr selten
Hemobilie entwickelt sich aus pathologischer Verbindung (Fistel) zwischen arteriellen oder venosen Gefassstrukturen und dem Gallensystem. Haufigste Ursache der arterio-biliaren Fistel ist iatrogenes Trauma — Leberbiopsienadel oder perkutaner Drainagekatheter kann Pseudoaneurysma und Fistel zwischen Leberarterienast und Gallengang erzeugen. Wenn Leberarterienaneurysma rupturiert, drainiert Blut in den Gallengang. Tumorinvasion (HCC, Cholangiokarzinom) erodiert Gefasswand und fuhrt zu Hemobilie. Blut koaguliert im Gallengang und bildet intraluminales Blutgerinnsel — diese Gerinnsel konnen obstruktiven Ikterus verursachen. In der Bildgebung wird hochdichtes Material (akutes Blut) im Gallengang oder Gallenblase, aktive Kontrastextravasation oder Pseudoaneurysma in CT-Angiographie gesehen. In der Angiographie ist Kontrastpassage in den Gallengang (arterio-biliare Fistel) pathognomonisch.
Kontrastpassage von Leberarterienast in Gallengang in CT-Angiographie oder konventioneller Angiographie — spezifischster Befund der Hemobilie. Ermoglicht gleichzeitige Diagnose und Therapie (Embolisation).
Hochdichtes (>60 HU) intraluminales Material in Gallengang oder Gallenblase in nativer CT — reprasentierend akutes Blut. Normale Gallenflussigkeit ist 0-15 HU; intraluminaler Inhalt mit >60 HU Dichte deutet stark auf akute Hamorrhagie hin. Blutgerinnsel konnen als irregulare Fullungsdefekte gesehen werden. Hochdichtes Material kann in intra- und extrahepatischen Gangen gesehen werden. Hamatom im Leberparenchym entlang des Biopsietrakts kann begleiten.
Berichtssatz
Hochdichtes intraluminales Material in Gallengang/Gallenblase in nativer CT wird festgestellt, vereinbar mit Hemobilie.
Rundes, intensiv anreicherndes Pseudoaneurysma von Leberarterienast oder aktive Kontrastextravasation ins Gallenganglumen in der arteriellen Phase. Pseudoaneurysma ist gewohnlich nahe dem Biopsietrakt oder Drainagekathetertrajektor lokalisiert. Aktive Extravasation erscheint als amorphe Kontrastakkumulation und expandiert in portalvenoser Phase (Zeichen aktiver Blutung). Leberarterienanatomie und -variationen sollten beurteilt werden — kritisch fur Embolisationsplanung.
Berichtssatz
Pseudoaneurysma von Leberarterienast / aktive Kontrastextravasation in Gallengang in arterieller Phase, hinweisend auf die Quelle der Hemobilie.
Hyperintenses intraluminales Material in Gallengang oder Gallenblase in T1-gewichteten Bildern — widerspiegelnd Methhamoglobingehalt von subakutem Blut. Akutes Blut kann isointens oder mild hyperintens in T1 sein; in subakuter Phase (3 Tage-3 Wochen) nimmt T1-Signal deutlich zu mit Methhamoglobinbildung. In T2 ist akutes Blut hypointens, subakutes Blut zeigt variables Signal. Prakontrast-fettsupprimierte T1-Sequenzen sind am sensitivsten fur Detektion intraluminalen Blutes.
Berichtssatz
Hyperintenses intraluminales Material im Gallengang in T1-gewichteten Serien vereinbar mit subakutem intraluminalem Blut (Hemobilie).
Echogenes intraluminales Material in Gallengang oder Gallenblase im US — KEIN Schallschatten (unterscheidendes Merkmal von Steinen). Blutgerinnsel zeigen irregulare, heterogene Echogenitat und konnen sich mit Positionsanderung bewegen (aber weniger mobil als Steine). Geschichtetes Erscheinungsbild (biliarer Sludge + Blutmischung) kann in Gallenblase gesehen werden. Keine Vaskularitat im intraluminalen Material im Doppler.
Berichtssatz
Echogenes intraluminales Material ohne Schallschatten in Gallengang/Gallenblase wird festgestellt, das mit Blutgerinnsel (Hemobilie) vereinbar sein kann.
Hypodenses Hamatom oder aktive Kontrastextravasation entlang des Biopsie-/Drainagetrakts im Leberparenchym in der portalvenosen Phase. Hamatom wird mit irregularen Randern und niedrigerer Dichte als umgebendes Parenchym verfolgt. Offnungspunkt zu intrahepatischen Gallengangen kann sichtbar sein — zeigt die Quelle der Hemobilie. Perihepatische freie Flussigkeit (Hamoperitoneum) kann begleiten.
Berichtssatz
Hamatom entlang des Biopsietrakts im Leberparenchym mit Offnungspunkt zum Gallengang festgestellt, vereinbar mit Quelle der Hemobilie.
Kriterien
Hemobilie nach interventioneller Prozedur (65%)
Unterscheidungsmerkmale
Pseudoaneurysma entlang Biopsie-/Dragetrakt; gewohnlich erfolgreiche Behandlung mit Embolisation
Kriterien
Hemobilie durch hepatobiliare Tumorinvasion
Unterscheidungsmerkmale
Verbindung zwischen Tumormasse und vaskularer Struktur; Behandlung komplexer (Embolisation + Tumortherapie)
Kriterien
Hemobilie durch Leberarterienaneurysma-Ruptur oder AVM
Unterscheidungsmerkmale
Aneurysma oder AVM nachgewiesen; notfallmassige Embolisation oder Operation kann erforderlich sein
Unterscheidungsmerkmal
Choledocholithiasis zeigt echogenen Stein + posterioren Schallschatten; Blutgerinnsel bei Hemobilie erzeugt KEINEN Schallschatten
Unterscheidungsmerkmal
Biliarer Sludge ist niedrigdicht (10-25 HU) und homogen; intraluminales Blut bei Hemobilie ist hochdicht (>60 HU)
Unterscheidungsmerkmal
Akute Cholangitis zeigt Fieber + Gangwandanreicherung; Hemobilie zeigt hochdichtes intraluminales Blut + Pseudoaneurysma
Unterscheidungsmerkmal
Cholangiokarzinom bildet Masse/Verdickung an Gangwand; Hemobilie zeigt intraluminales Blut + vaskulare Quelle (Aneurysma, Fistel)
Dringlichkeit
emergentManagement
interventionalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralHemobilie kann Notfallintervention erfordern — hamodynamische Instabilitat und Schock konnen bei massiver Blutung entstehen. Selektive Leberarterienembolisation ist Erstlinientherapie (80-100% Erfolg). Bei Embolisationsversagen wird chirurgische Ligatur oder Hepatektomie erwogen. Iatrogene Hemobilie kann selbstlimitierend sein, aber Behandlung wird bei Pseudoaneurysma-Prasenz aufgrund Rupturrisiko empfohlen. CT-Angiographie + konventionelle Angiographie ist Goldstandard in Diagnose und Therapie.
Die Haemobilie kann eine dringende interventionelle radiologische oder chirurgische Konsultation erfordern. Waehrend die meisten iatrogenen Faelle (post-ERCP, post-Biopsie) mit konservativer Therapie abheilen, ist die angiographische Embolisation bei Faellen mit Pseudoaneurysma lebensrettend. Haemodynamische Instabilitaet kann sich bei massiver Haemobilie entwickeln.