Tuberkulöse (TB) Lymphadenitis ist Lymphknotenbeteiligung durch Mycobacterium tuberculosis und ist die häufigste Form der extrapulmonalen TB. Zervikale Lymphadenopathie (60-90%) ist die häufigste Präsentation — besonders hinteres Dreieck und Jugularkette. Der charakteristischste Bildgebungsbefund der TB-Lymphadenitis ist periphere Randanreicherung (zentrale käsige Nekrose) und nodales Matting. Käsige Nekrose repräsentiert die zentrale Nekrosephase der granulomatösen Entzündung und ist der Schlüsseldifferenzierungspunkt von nicht-verkäsenden Granulomen bei Sarkoidose. Erhöhte Häufigkeit in endemischen Regionen, bei HIV-positiven Individuen und immunsupprimierten Patienten. Therapie ist verlängertes Mehrfach-Antibiotika-Regime (6-9 Monate).
Altersbereich
15-50
Häufigkeitsalter
30
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
M. tuberculosis erreicht Lymphknoten über lymphatische Ausbreitung oder hämatogenen Weg. Granulomformation — organisierte Strukturen aus epitheloiden Histiozyten, Langhans-Riesenzellen und Lymphozyten entwickeln sich. Zentrale käsige Nekrose (käseartige Nekrose) tritt in Granulomzentren auf — dieses lipidreiche nekrotische Material erscheint als hypodenser zentraler Bereich in der CT und reichert nicht an. Peripheres granulomatöses Gewebe erhält vaskuläre Versorgung und reichert an — erzeugt Randanreicherung. Matting resultiert aus käsiger Nekrose, die die Lymphknotenkapsel durchbricht und benachbarte Knoten und umgebendes Weichteilgewebe involviert — perinodale entzündliche Reaktion verbindet Knoten. Bei chronischer TB entwickelt sich Verkalkung — dystrophische Kalziumablagerung im käsigen Material. Paradoxe Reaktion (vorübergehende LAP-Zunahme nach Therapiebeginn) repräsentiert Immunrekonstitutions-Inflammationssyndrom (IRIS).
Periphere Randanreicherung (zentrale käsige Nekrose), nodales Matting und perinodale entzündliche Veränderungen sind drei Kardinalbefunde der TB-Lymphadenitis, deren kombiniertes Vorhandensein die Diagnose stark unterstützt.
Periphere Randanreicherung und zentraler hypodenser Bereich (käsige Nekrose) in der Kontrast-CT. Knoten sind verbacken (Matting) und perinodale entzündliche Veränderungen (Fettebenenauslöschung, Weichteilverdickung) sind prominent. Multiple Knoten sind in Clustern beteiligt. Verkalkung kann in chronischer Form sichtbar sein. Perinodaler Abszess/Phlegmon kann sich entwickeln.
Berichtssatz
Multiple verbackene Lymphknoten mit peripherer Randanreicherung und zentraler Nekrose in der zervikalen Region, vereinbar mit tuberkulöser Lymphadenitis.
Verbackene, hypoechogene Lymphknoten im Ultraschall. Intranodale Nekrose — anechogener oder hypoechogener zentraler Bereich. Perinodale entzündliche Veränderungen — Ödem und Verdickung im umgebenden Weichteilgewebe. Fistelbildung kann in chronischen Fällen sichtbar sein. Kalkfoci zeigen akustischen Schatten.
Berichtssatz
Verbackene, multiple Lymphknoten mit intranodaler Nekrose und prominenten perinodalen entzündlichen Veränderungen — vereinbar mit TB-Lymphadenitis.
Periphere Vaskularität und avaskuläres nekrotisches Zentrum im Doppler. Perinodales entzündliches Gewebe zeigt Vaskularitätssteigerung. Irreguläre vaskuläre Verteilung in Matting-Bereichen. Verminderte Vaskularität in fistulierten Bereichen.
Berichtssatz
Avaskuläres nekrotisches Zentrum mit peripherer Vaskularitätssteigerung und perinodaler entzündlicher Vaskularität in Lymphknoten.
Periphere Diffusionsrestriktion (vitales granulomatöses Gewebe) und zentraler hoher ADC (käsige Nekrose) auf DWI. ADC-Werte 0,8-1,2 peripher, >1,5 × 10⁻³ mm²/s zentral. Heterogenes Diffusionsmuster in Matting-Bereichen. Randanreicherung in Post-Kontrast-T1. Hohes Signal im nekrotischen Zentrum in T2.
Berichtssatz
Periphere Diffusionsrestriktion und zentraler hoher ADC im Lymphknoten, vereinbar mit granulomatöser Lymphadenopathie mit käsiger Nekrose.
Moderate FDG-Aufnahme im PET-CT (SUVmax meist 3-8). Ringförmiges Aufnahmemuster kann beobachtet werden — periphere Aufnahme und zentraler photopener Bereich. Aufnahme ist prominent bei aktiver TB, nimmt unter Therapie ab. PET-CT kann für Therapieansprechen-Monitoring verwendet werden.
Berichtssatz
Ringförmige FDG-Aufnahme in zervikalen Lymphknoten vereinbar mit aktiver granulomatöser Lymphadenopathie — TB-Lymphadenitis sollte primär erwogen werden.
Verkalkte Lymphknoten bei chronischer/behandelter TB in der Nativ-CT. Verkalkung kann grob oder Eierschalentyp (peripher) sein. Vollständig verkalkte Knoten zeigen hohe Dichte durchgehend. Partielle Verkalkung kann mit Nekrosebereichen koexistieren.
Berichtssatz
Verkalkte Lymphknoten in zervikaler/mediastinaler Region, vereinbar mit chronischer granulomatöser Lymphadenopathie (behandelte TB).
Kriterien
Prominente Randanreicherung, zentrale Nekrose, Matting. Repräsentiert aktive Infektionsperiode.
Unterscheidungsmerkmale
Charakteristischste Bildgebungsbefunde in diesem Stadium. Klinische Symptome prominent (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust). Therapie sollte eingeleitet werden.
Kriterien
Verflüssigung der käsigen Nekrose, Abszessformation. Fluktuation klinisch palpabel. Fistelbildung kann sich entwickeln.
Unterscheidungsmerkmale
Prominente hypodense Kollektion in der CT, dünne Wandanreicherung. Partiell organisierte Flüssigkeitskollektion im US. Drainage kann erforderlich sein.
Kriterien
Dystrophische Verkalkung im käsigen Material. Repräsentiert meist behandelte oder inaktive TB.
Unterscheidungsmerkmale
Verkalkte Knoten in der CT. Minimale oder keine Anreicherung — keine aktive Entzündung. Keine Nachsorge nötig, aber Reaktivierung sollte überwacht werden.
Unterscheidungsmerkmal
SCC-Metastase zeigt ähnliche zentrale Nekrose aber kein Matting, ENE und Primärtumorpräsenz, perinodale entzündliche Veränderungen weniger prominent — TB zeigt Matting, perinodale Verdickung und klinische TB-Befunde.
Unterscheidungsmerkmal
Sarkoidose zeigt homogene Anreicherung, Abwesenheit von Nekrose, bilaterale symmetrische hiläre LAP — TB zeigt Randanreicherung, zentrale Nekrose, Matting und asymmetrische Beteiligung.
Unterscheidungsmerkmal
NHL zeigt konglomerate LAP, aber Knoten verschmelzen statt zu verbacken, Sandwich-Zeichen, extranodale Massen — TB zeigt Matting mit perinodaler Entzündung vorherrschend, unscharfe internodale Grenzen aber kein Sandwich-Zeichen.
Unterscheidungsmerkmal
Katzenkratzkrankheit zeigt ähnliche Nekrose, aber meist einzelne Region, Katzenkontaktanamnese, akutere Präsentation und weniger prominentes Matting — TB zeigt Multi-Regionsbeteiligung, Matting und chronischen Verlauf.
Dringlichkeit
urgentManagement
medicalBiopsie
ErforderlichNachsorge
specialist-referralMikrobiologische Diagnose (AFB-Färbung, Kultur, PCR) durch FNP oder Exzisionsbiopsie ist bei Verdacht auf TB-Lymphadenitis obligat. Therapie ist 6-9 Monate Mehrfachmedikamenten-Regime (2RHZE + 4RH). Paradoxe Reaktion (vorübergehende LAP-Zunahme nach Therapiebeginn) kann IRIS sein und erfordert keine Therapieänderung. Therapieansprechen wird klinisch und radiologisch beurteilt — Knoten schrumpfen über Monate, aber Residualverkalkung kann bleiben. Atypische Präsentationen sind bei HIV-positiven Patienten häufig und Differentialdiagnose ist breiter.
Die TB-Lymphadenitis ist die häufigste Form der extrapulmonalen TB (40 %). Die Diagnose erfolgt durch FNAB (Feinnadelaspirationszytologie) + AFB-Färbung + Kultur + PCR. Die Behandlung ist ein 6-9-monatiges Anti-TB-Regime (HRZE). Eine paradoxe Reaktion (vorübergehende Vergrößerung bei Therapiebeginn) ist häufig und sollte nicht mit Malignität verwechselt werden. Bei HIV-positiven Patienten werden atypisches Erscheinungsbild und ausgedehntere Beteiligung erwartet.