Die Achillessehnenruptur ist ein partieller oder kompletter Riss der größten und stärksten Sehne des Körpers. Sie tritt am häufigsten in der hypovaskulären Zone 2-6 cm proximal der Insertion ('kritische Zone') auf. Am häufigsten bei Freizeitsportlern ('Wochenendsportler') im Alter von 30-50 Jahren. Im MRT zeigt ein kompletter Riss Verlust der Sehnenkontinuität, Retraktion und flüssigkeitsgefüllten Spalt. Im US bestätigt der 'leere Sehnenbett'-Befund die komplette Ruptur.
Altersbereich
25-60
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Häufig
Die Achillessehne verbindet die Gastrocnemius- und Soleusmuskeln mit dem Kalkaneus und hält Kräfte bis zum 12,5-fachen des Körpergewichts stand. Die Ruptur tritt typischerweise durch akute mechanische Belastung auf dem Boden einer degenerativen Tendinopathie auf. Die 'kritische Zone' 2-6 cm proximal der Insertion ist der verwundbarste Bereich mit der geringsten Blutversorgung — die 'Watershed Area' zwischen den vaskulären Territorien der A. tibialis posterior und A. suralis. Im MRT geht bei kompletter Ruptur die Sehnenkontinuität verloren und Flüssigkeit + Hämorrhagie sammelt sich an der Rissstelle.
Im US bei kompletter Achillessehnenruptur zeigt sich an der Rissstelle ein hypoechogener/anechogener Spalt anstelle der normalen Sehnenfibrillenstruktur — das Sehnenbett erscheint 'leer.'
In sagittalen T2-gewichteten und STIR-Bildern zeigt sich ein kompletter Verlust der Achillessehnen-Kontinuität. T2-hyperintense Flüssigkeits-/Hämorrhagie-Ansammlung ('Gap sign') ist an der Rissstelle vorhanden.
Berichtssatz
Die Achillessehne zeigt eine komplette Diskontinuität etwa [x] cm proximal der Insertion mit T2-hyperintenser Flüssigkeitsansammlung an der Rissstelle; vereinbar mit akuter kompletter Achillessehnenruptur.
Bei kompletter Ruptur verliert der proximale Sehnenstumpf seine Spannung und nimmt eine wellige (serpiginöse) Morphologie an. Dieses 'Retraktion + Welligkeit'-Muster ist der charakteristische MRT-Befund des kompletten Risses.
Berichtssatz
Der proximale Sehnenstumpf zeigt wellige Morphologie und Retraktion, vereinbar mit kompletter Ruptur.
Im longitudinalen B-Modus-US zeigt sich an der kompletten Rupturstelle ein hypoechogener/anechogener flüssigkeits-/hämorrhagie-gefüllter Spalt anstelle der normalen Sehnenfibrillenstruktur — 'leeres Sehnenbett'-Befund.
Berichtssatz
Im US wird keine Sehnenkontinuität in der kritischen Zone der Achillessehne identifiziert mit leerem Sehnenbett-Befund; vereinbar mit kompletter Ruptur.
Bei partiellem Riss zeigen sich Sehnenverdickung und intratendinöse T2-Signalzunahme, aber die Sehnenkontinuität ist nicht vollständig verloren — einige intakte Fasern bleiben bestehen.
Berichtssatz
Intratendinöse T2-Signalzunahme und fokale Verdickung werden in der Achillessehne mit erhaltener Kontinuität festgestellt, vereinbar mit partiellem Riss.
Im Power-Doppler-US zeigt sich erhöhte Neovaskularisation in der Zone der chronischen Tendinopathie oder des heilenden Risses. Normale Achillessehne ist avaskulär und zeigt kein Doppler-Signal.
Berichtssatz
Intratendinöse Neovaskularisation wird in der Achillessehne im Power-Doppler festgestellt, vereinbar mit aktiver Tendinopathie/reparativem Prozess.
Kriterien
Komplette Sehnendiskontinuität, <2 Wochen. Traumaanamnese + positiver Thompson-Test.
Unterscheidungsmerkmale
MRT: Sehnenspalt gefüllt mit akuter Hämorrhagie und Flüssigkeit. Welliger proximaler Stumpf, messbare Retraktion.
Kriterien
Störung einiger Sehnenfasern mit teilweiser Erhaltung der Kontinuität.
Unterscheidungsmerkmale
MRT: intratendinöse T2-Signalzunahme, Verdickung aber Kontinuität erhalten.
Kriterien
Komplette Ruptur unbehandelt für >4-6 Wochen.
Unterscheidungsmerkmale
MRT: Narbengewebe/Granulation zwischen den Enden, proximaler Stumpf-Muskelatrophie, signifikante Retraktion.
Unterscheidungsmerkmal
Plantarfasziitis zeigt fasziale Verdickung an der plantaren Kalkaneusoberfläche, während Achillesruptur die posterior inserierende Sehne betrifft
Unterscheidungsmerkmal
Retrokalkaneale Bursitis zeigt flüssigkeitsgefüllte Bursa anterior der Achillesinsertion, während Achillesruptur Sehnendiskontinuität zeigt
Unterscheidungsmerkmal
Kalkaneus-Stressfraktur zeigt Knochenmarködem und lineare Frakturlinie, während Achillesruptur keine Knochenpathologie hat
Dringlichkeit
urgentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralZwei Behandlungsoptionen bei akuter kompletter Achillessehnenruptur: (1) chirurgische Reparatur — bevorzugt bei jungen, aktiven Patienten; (2) funktionelle konservative Therapie. Bei partiellen Rissen ist konservative Therapie meist ausreichend.
Die komplette Achillessehnenruptur erfordert in der Regel eine chirurgische Reparatur, insbesondere bei aktiven und jungen Patienten. Konservative Behandlung (Gips/Schiene) kann bei ausgewählten Patienten angewendet werden, das Re-Ruptur-Risiko ist jedoch höher. Teilrisse werden in der Regel konservativ behandelt. Frühdiagnose und korrekte Klassifikation (komplett vs. partiell, Retraktionsdistanz) sind für die OP-Planung kritisch.