Die subakromiale Bursitis ist eine Pathologie, charakterisiert durch Flüssigkeitsansammlung und synoviale Verdickung infolge Entzündung der subakromial-subdeltoidalen Bursa. Die subakromiale Bursa ist die größte Bursa im Körper, gelegen zwischen der Akromionunterfläche und korakoakromialem Band oben und der Rotatorenmanschettenoberfläche (besonders Supraspinatus) unten — sie ermöglicht reibungsfreie Bewegung der Rotatorenmanschette im subakromialen Raum. Bursitis kann isoliert auftreten oder mit Rotatorenmanschetten-Tendinopathie/-Riss, subakromialem Impingementsyndrom, kalzifizierender Tendinitis oder rheumatoider Arthritis assoziiert sein. Bei Vollschicht-Rotatorenmanschettenriss wird Flüssigkeitskommunikation zwischen Glenohumeralgelenk und Bursa etabliert, sodass bursaler Erguss ein indirekter Befund des Risses ist. Im MRT zeigt sich hyperintense Flüssigkeitsansammlung und/oder synoviale Verdickung in der subakromial-subdeltoidalen Bursa auf T2-fat-sat axialen und koronalen Bildern. Behandlung ist generell konservativ — NSAIDs, Eis, US-geführte Kortikosteroidinjektion. Die Grundpathologie (Impingement, Rotatorenmanschette) muss mitbehandelt werden.
Altersbereich
30-70
Häufigkeitsalter
50
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Sehr häufig
Die subakromial-subdeltoidale Bursa ist ein synovialmembranausgekleideter anatomischer Raum zwischen Akromionunterfläche und korakoakromialem Band oben und Rotatorenmanschettenoberfläche (besonders Supraspinatus) unten. Normale Bursa enthält nur minimale Synovialflüssigkeit und ermöglicht reibungsfreie Rotatorenmanschettenbewegung bei Schulterabduktion. Hauptmechanismen der Bursitisentwicklung: (1) Mechanische Irritation — bei subakromialem Impingement wird die Bursa zwischen Akromion und Humerus bei Abduktion komprimiert → repetitive Irritation → Entzündungskaskade → Flüssigkeitsproduktion; (2) Chemische Irritation — bei kalzifizierender Tendinitis sickern Kalziumkristalle in die Bursa → schwere entzündliche Reaktion; (3) Flüssigkeitskommunikation — bei Vollschicht-Rotatorenmanschettenriss fließt Gelenkflüssigkeit durch den Riss in die Bursa; (4) Systemisch entzündlich — rheumatoide Arthritis, Gicht. Helles Erscheinungsbild der bursalen Flüssigkeit auf T2-fat-sat basiert auf freien Wasserprotonen (Synovialflüssigkeit) mit langem T2 (~80-120 ms). Synoviale Verdickung zeigt Anreicherung auf Kontrastsequenzen — Hyperplasie und Fibrose der Synovialmembran bei chronischer Entzündung.
Pathologische Flüssigkeitsansammlung in subakromial-subdeltoidaler Bursa in T2-fat-sat-MRT. Dieser Befund ist der primäre MRT-Befund der subakromialen Bursitis.
In T2-fat-sat koronalen und axialen Bildern zeigt sich homogene hyperintense Flüssigkeitsansammlung in subakromial-subdeltoidaler Bursa. Flüssigkeit erstreckt sich von unter dem Akromion zwischen Supraspinatussehne lateral unter den Deltoid.
Berichtssatz
Prominente Flüssigkeitsansammlung in der subakromial-subdeltoidalen Bursa wird gesehen, vereinbar mit Bursitis.
In postkontrastlichen T1-fat-sat-Bildern zeigt sich Anreicherung in Bursawand und Synovialgewebe. Synoviale Verdickung (>3 mm) zeigt chronische Bursitis an.
Berichtssatz
Synoviale Verdickung und Anreicherung in der subakromialen Bursawand in postkontrastlichen Bildern wird gesehen, vereinbar mit chronischer Bursitis.
Im US zeigt sich subakromial-subdeltoidale Bursadistension als anechogen (einfache Flüssigkeit) oder hypoechogen (proteinöser/hämorrhagischer Inhalt). Bursadicke >2 mm wird als pathologisch betrachtet.
Berichtssatz
Flüssigkeitsansammlung von ca. ___ mm Dicke wird in der subakromial-subdeltoidalen Bursa im US gesehen.
In T2-fat-sat koronalen Bildern wird subakromialer bursaler Erguss zusammen mit glenohumeralem Gelenkerguss gesehen — Flüssigkeitskommunikation zwischen zwei Kompartimenten durch die Rotatorenmanschettenrisslinie existiert.
Berichtssatz
Subakromialer bursaler Erguss und glenohumeraler Erguss werden zusammen gesehen, hinweisend auf Flüssigkeitskommunikation durch Rotatorenmanschettenriss.
In koronalen PD-Bildern zeigt sich Bursaverdickung mit Impingement-Befunden im subakromialen Raum: akromiale Sporne, subakromiale Raumverengung (<7 mm), korakoakromiale Bandverdickung.
Berichtssatz
Subakromiale Raumverengung, akromiale Sporne und Bursaverdickung werden gesehen, vereinbar mit subakromialem Impingementsyndrom.
Kriterien
Einfache Flüssigkeitsansammlung, dünne Wand, impingement-assoziiert
Unterscheidungsmerkmale
Gutes Ansprechen auf konservative Behandlung, Kortikosteroidinjektion effektiv
Kriterien
Synoviale Verdickung >3 mm, Anreicherung, Flüssigkeit ± proteinös
Unterscheidungsmerkmale
Langanhaltende Symptome, entzündliche Arthritis sollte erwogen werden, kann gegen konservative Behandlung resistent sein
Unterscheidungsmerkmal
Beim Rotatorenmanschettenriss sind bursaler Erguss + Sehnenspalt (Diskontinuität) + glenohumeraler Erguss zusammen vorhanden — die Flüssigkeitskommunikation durch den Riss ist pathognomonisch. Bei isolierter Bursitis ist die Sehne intakt ohne Sehnenspalt, und glenohumeraler Erguss fehlt typischerweise oder ist minimal. Die Unterscheidung ist klinisch und therapeutisch relevant, da Rotatorenmanschettenrisse häufig chirurgische Reparatur erfordern
Unterscheidungsmerkmal
Bei Tendinitis calcarea zeigt sich Verkalkung (niedrigsignaler Fokus) innerhalb der Sehne + reaktive bursale Flüssigkeit durch Kristallmigration; bei isolierter Bursitis ist keine Verkalkung vorhanden — diese Unterscheidung ist auf CT und Röntgen am deutlichsten
Unterscheidungsmerkmal
Bei Tendinopathie ist primärer Befund Sehnenstrukturänderung; bei Bursitis primärer Befund bursale Flüssigkeit — beide können beim Impingementsyndrom koexistieren
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
3-monthSubakromiale Bursitis-Behandlung folgt stufenweisem konservativem Ansatz mit gleichzeitiger Behandlung der Grundpathologie (Impingementsyndrom, Rotatorenmanschette). Erste Stufe (4-6 Wochen): NSAIDs, Eis, Aktivitätsmodifikation (Overhead-Positionen vermeiden), Physiotherapie (Rotatorenmanschetten-Kräftigung, Skapulastabilisierung, posteriore Kapseldehnung). Zweite Stufe (therapieresistent): US-geführte subakromiale Kortikosteroidinjektion — diagnostisch (Symptomlinderung bestätigt Impingement-Schmerz) und therapeutisch. Posterolateraler Zugang, Erfolgsrate 60-70% kurzfristig. Wiederholte Injektionen (>3) können Sehnendegeneration beschleunigen. Dritte Stufe (3-6 Monate therapieresistent — 5-10%): arthroskopische subakromiale Dekompression (Akromioplastik + Bursektomie). Akromioplastik-Indikation hat sich nach CSAW- und FIMPACT-Studien verengt (geringer Unterschied zu Placebo). Isolierte Bursektomie wird als neuer Ansatz evaluiert. Bei Vollschicht-Rotatorenmanschettenriss mit Bursitis: Bursektomie + Manschettenreparatur zusammen.
Die subakromiale Bursitis wird in der Regel als Teil des Impingement-Syndroms behandelt. Konservative Behandlung (NSAIDs, Physiotherapie, subakromiale Kortikosteroidinjektion) ist bei den meisten Patienten wirksam. Zugrunde liegende Rotatorenmanschettenpathologie sollte bewertet und bei Bedarf ein chirurgischer Eingriff geplant werden. Septische Bursitis erfordert dringende Drainage und Antibiotikatherapie.