Die Peritonealkarzinose ist eine metastatische Ausbreitung auf das Peritoneum, die am häufigsten von intraabdominellen Primärtumoren wie Ovar, Kolon, Magen und Pankreas ausgeht. Tumorzellen breiten sich über freie Flüssigkeit, hämatogen oder lymphatisch in die Peritonealhöhle aus. Omentaler Kuchen (Omental Caking), peritoneale Knoten/Verdickung, Aszites und mesenteriales Kuchen-Erscheinungsbild sind charakteristisch. Das Ausmaß der Erkrankung wird mittels PCI (Peritoneal Cancer Index) bewertet. Die Behandlung umfasst zytoreduktive Chirurgie + HIPEC (hypertherme intraperitoneale Chemotherapie) oder systemische Chemotherapie. Die Prognose hängt vom Primärtumortyp und dem Resterkrankungsvolumen ab.
Altersbereich
40-80
Häufigkeitsalter
60
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Häufig
Die Peritonealkarzinose entsteht durch Dissemination von Tumorzellen in die Peritonealhöhle. Der häufigste Mechanismus ist serosale Penetration und transperitoneale Dissemination — Tumorzellen invadieren direkt vom Primärorgan ins Peritoneum oder werden durch freie Peritonealflüssigkeit transportiert. Nach Implantation auf peritonealen Oberflächen wachsen Tumorzellen durch Neovaskularisierung und stromale Reaktion. Das Omentum majus ist besonders ein Anziehungspunkt für Tumorzellen, da es lymphoide Aggregate (Milky Spots) enthält — diese Bereiche erhöhen die vaskuläre Permeabilität und erleichtern die Tumorimplantation. Die in der Bildgebung als omentaler Kuchen sichtbare diffuse Infiltration resultiert aus diesem Prozess. Aszites entsteht durch erhöhte vaskuläre Permeabilität aufgrund peritonealer Reizung und Lymphdrainageobstruktion durch Tumor. CT-peritoneale Knoten und Verdickung reflektieren das Tumorimplantatwachstum auf peritonealen Oberflächen; Kontrastmittelaufnahme zeigt Neovaskularisierung.
Kuchenartige Verdickung durch diffuse solide/noduläre Infiltration des Omentum majus im CT. Normales omentales Fett wird durch tumorales Weichgewebe ersetzt. Bekanntester und pathognomonischer Befund der Peritonealkarzinose. Am ausgeprägtesten bei peritonealer Ausbreitung von Ovarial-, Kolon- und Magenursprung.
Diffuse kuchenartige Verdickung des Omentum majus — normales Fettgewebe wird durch solide oder noduläre Weichteilinfiltration ersetzt. Der omentale Kuchen liegt typischerweise zwischen anteriorer Peritonealfläche und Colon transversum. Zeigt heterogene Kontrastmittelaufnahme. In fortgeschrittenen Stadien erscheint er als solide Plaque, die das gesamte Omentum bedeckt.
Berichtssatz
Diffuse kuchenartige Weichteilverdickung des Omentum majus wird beobachtet, vereinbar mit Peritonealkarzinose (Omental Caking).
Kontrastmittelanreichernde Knoten und irreguläre Verdickung an parietalen und viszeralen Peritonealflächen. Knoten können von millimetrisch bis zentimetergroßen Plaques reichen. Beckenperitoneum, Douglas-Raum, parakolische Rinnen und subdiaphragmatische Bereiche sind am häufigsten betroffen. Glatte Verdickung assoziiert mit benignem Aszites, während noduläre/irreguläre Verdickung maligne peritoneale Erkrankung anzeigt.
Berichtssatz
Kontrastmittelanreichernde noduläre Verdickung an peritonealen Oberflächen wird beobachtet, vereinbar mit Peritonealkarzinose.
Freier oder lokulierter Aszites — Aszites bei Peritonealkarzinose zeigt typischerweise höhere Dichte (>15 HU, proteinös). Kann Septierungen und Debris enthalten. Das Volumen reicht von minimal bis massiv. Lokulierter Aszites weist auf peritoneale Adhäsionen hin. Aszites-Dichte kann chylös (niedrig), serös (mittel) oder hämorrhagisch (hoch) sein.
Berichtssatz
Freie Flüssigkeit (Aszites) wird im Abdomen beobachtet, vereinbar mit malignem Aszites im Kontext peritonealer Nodularität.
Noduläre Infiltration, Verdickung und Retraktion der Mesenterialblätter. Ummauerung mesenterialer Gefäßstrukturen durch Tumor. In fortgeschrittenen Stadien 'Frozen Pelvis' oder 'Frozen Abdomen' — Darmschlingen adhärent und immobil. Mesenteriales Kuchen-Erscheinungsbild zusammen mit omentalem Kuchen zeigt fortgeschrittene Peritonealkarzinose an.
Berichtssatz
Noduläre Infiltration und Retraktion der Mesenterialblätter wird beobachtet, vereinbar mit Peritonealkarzinose.
Erhöhte FDG-Aufnahme an peritonealen Oberflächen, Omentum und Mesenterium. Diffuse oder fokale Aufnahmemuster können gesehen werden. PET-CT kann kleine peritoneale Implantate erkennen, die in der CT übersehen werden könnten. SUVmax typischerweise >2,5, variierend mit dem Primärtumortyp. Metabolische Aktivitätsänderung wird als kritischer Parameter bei der Therapieansprech-Nachsorge überwacht.
Berichtssatz
Erhöhte FDG-Aufnahme an peritonealen Oberflächen und Omentum im PET-CT wird beobachtet, vereinbar mit Peritonealkarzinose.
Diffusionsrestriktion in peritonealen Knoten und omentalem Kuchen in der DWI — hyperintens bei hohem b-Wert (b=800-1000), hypointens in der ADC-Karte. Diffusionsrestriktion reflektiert die hohe Zellularität der Tumorablagerungen. MRT, insbesondere mit DWI, ist der CT bei der Erkennung kleiner peritonealer Implantate überlegen.
Berichtssatz
Diffusionsrestriktion an peritonealen Oberflächen und omentalem Kuchen in der DWI wird beobachtet, vereinbar mit Peritonealkarzinose.
Noduläre Verdickung peritonealer Oberflächen bei Aszites im US. Omentaler Kuchen kann als hyperechogene oder heterogene Raumforderung erscheinen. Septierter Aszites spricht für malignen Aszites. US ist der CT bei Flüssig-Fest-Differenzierung und Septierungserkennung überlegen, aber in der Beurteilung der gesamten peritonealen Erkrankung limitiert.
Berichtssatz
Noduläre Verdickung peritonealer Oberflächen bei Aszites im US wird beobachtet, vereinbar mit maligner peritonealer Erkrankung.
Kriterien
Peritoneale Ausbreitung von Ovarialmalignität. Am häufigsten hochgradiges seröses Karzinom. Bilaterale Ovarialmasse + omentaler Kuchen + Aszites-Triade ist klassische Präsentation. Erhöhtes CA-125 unterstützt die Diagnose. Subtyp mit bester Prognose bei zytoreduktiver Chirurgie + Chemotherapie.
Unterscheidungsmerkmale
Bilaterale Ovarialmassen, massiver Aszites, erhöhtes CA-125, suprakolische und infrakolische Beteiligung
Kriterien
Peritoneale Ausbreitung des kolorektalen Karzinoms. Häufiger bei muzinösem Typ oder T4-Tumoren. Omentaler Kuchen zusammen mit mesenterialen Knoten und peritonealen Implantaten werden gesehen. HIPEC + zytoreduktive Chirurgie ist besonders bei limitierter peritonealer Erkrankung (PCI <20) wirksam.
Unterscheidungsmerkmale
Kolon-Primärtumor, muzinöse Implantate (niedrige Dichte), erhöhtes CEA, kann Lebermetastasen begleiten
Kriterien
Peritoneale Ausbreitung eines muzinösen Tumors von Appendix oder Ovar. Ansammlung von gelartrigem muzinösem Material in der Peritonealhöhle. Niederdichte (<20 HU) zystische/gelatinöse Kollektionen, Scalloping (Einbuchtung der Leber- und Milzoberflächen) und peritoneale muzinöse Implantate sind im CT charakteristisch.
Unterscheidungsmerkmale
Niederdichte muzinöse Kollektionen, Leber/Milz-Scalloping, Appendix-Masse, indolenter Verlauf
Kriterien
Peritoneale Ausbreitung des Magenkarzinoms. Besonders hohes Risiko bei diffusem Typ (Linitis plastica) und T3-T4-Stadium. Krukenberg-Tumor (Ovarialmetastase) kann begleiten. Prognose ist generell schlecht. Douglas-Raum-Beteiligung (Blumer-Shelf) kann charakteristischen rektalen Untersuchungsbefund geben.
Unterscheidungsmerkmale
Magenwandverdickung, Krukenberg-Tumor, Douglas-Raum-Beteiligung, schlechte Prognose
Unterscheidungsmerkmal
Peritoneale Lymphomatose zeigt homogene Weichteilverdickung während Karzinose noduläre Verdickung zeigt; Lymphom hat typischerweise weniger Aszites mit begleitender retroperitonealer Lymphadenopathie
Unterscheidungsmerkmal
Mesenteriales Lymphom bildet prominente Massen mit 'Sandwich-Zeichen'; Peritonealkarzinose ist durch diffuse peritoneale Verdickung und omentalen Kuchen charakterisiert
Unterscheidungsmerkmal
Intraabdomineller Abszess zeigt Randanreicherung, Gasblasen und perifokale Entzündung; Karzinose zeigt noduläre solide Anreicherung und omentalen Kuchen; Fieber und Leukozytose im klinischen Kontext sprechen für Abszess
Unterscheidungsmerkmal
Peritoneale Endometriose zeigt T1-hyperintense (hämorrhagischer Inhalt) Läsionen typischerweise bei jungen Frauen mit Beckenschmerzen und Dysmenorrhoe; Karzinose zeigt T1-hypointense Knoten mit Malignitätsanamnese bei älteren Patienten
Dringlichkeit
urgentManagement
surgicalBiopsie
ErforderlichNachsorge
specialist-referralPeritonealkarzinose zeigt fortgeschrittene Malignität an und erfordert multidisziplinäre Tumorboard-Evaluation. Zytoreduktive Chirurgie + HIPEC kann das Überleben bei geeigneten Patienten (niedriger PCI, guter Performancestatus) verbessern. Biopsie ist für histopathologische Bestätigung und Primärsitzidentifikation erforderlich. CA-125, CEA und andere Tumormarker unterstützen die Primärsitzuntersuchung. Palliativversorgungsplanung sollte früh eingeleitet werden.
Die Peritonealkarzinose weist in der Regel auf ein fortgeschrittenes Stadium hin und hat eine schlechte Prognose. Zytoreduktive Chirurgie mit HIPEC (hypertherme intraperitoneale Chemotherapie) kann das Überleben bei ausgewählten Patienten verbessern. Der PCI (Peritonealkarzinose-Index) wird zur Stadieneinteilung verwendet.