Der Omentuminfarkt ist eine fokale Fettnekrose und Entzündung durch Störung der vaskulären Versorgung des großen oder kleinen Omentums. Er kann primär (idiopathisch) oder sekundär (Torsion, Herniation, vaskuläre Thrombose, Trauma, postoperativ) sein. Der primäre Omentuminfarkt ist selten und kann aufgrund seiner Lokalisation im rechten unteren Quadranten eine akute Appendizitis imitieren. Er ist häufiger bei adipösen Patienten und nach körperlicher Aktivität. Im CT ist ein fokaler, gut abgrenzbarer Entzündungsbereich mit Fettdichte im Omentum typisch. Er ist generell selbstlimitierend und bildet sich unter konservativer Therapie zurück; bei komplizierten Fällen (Abszess, Peritonitis) kann eine Operation erforderlich sein.
Altersbereich
20-60
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Selten
Beim primären Omentuminfarkt entwickelt sich eine spontane Thrombose oder venöse Stauung im vaskulären Stiel des Omentums. Vaskuläre Okklusion initiiert Ischämie und nachfolgende Fettnekrose im omentalen Fettgewebe. Nekrotische Fettzellen durchlaufen Saponifikation — Fettsäuren werden freigesetzt und reagieren mit Kalzium zu Seife. Dieser Prozess löst eine akute Entzündungsreaktion aus. Im CT resultiert die fokale Dichteerhöhung (misty fat) aus entzündlicher Infiltration und Ödem. Beim sekundären Omentuminfarkt verursacht Torsion oder Einklemmung durch innere Hernien mechanischen Druck auf den vaskulären Stiel.
Fokaler Infiltrationsbereich mit Fettdichte im Omentum mit zentralem hyperdensem Punkt entsprechend thrombotischem Gefäß — diagnostische Kombination für Omentuminfarkt.
Fokaler, ovaler oder elliptischer Infiltrationsbereich mit Fettdichte im Omentum. Die Dichte ist höher als normales Fett (-40 bis -80 HU) aber niedriger als Weichgewebedichte. Läsionsgröße variiert zwischen 2-10 cm und ist gewöhnlich gut abgrenzbar. Ein zentraler hochdichter Punkt (thrombotisches Gefäß) kann sichtbar sein.
Berichtssatz
Ein fokaler Infiltrationsbereich mit Fettdichte im Omentum wird beobachtet, vereinbar mit Omentuminfarkt.
Dünner, leicht hyperdenser Ring um den Infarktbereich (Ring-Zeichen). Dieser Ring repräsentiert das fibrotische/entzündliche Band und ist spezifisch für Omentuminfarkt.
Berichtssatz
Ein dünner hyperattenuierender Ring um den Infarktbereich (Ring-Zeichen) wird beobachtet und unterstützt die Diagnose eines Omentuminfarkts.
Kleiner hyperdenser Punkt im Zentrum des Infarktbereichs — entspricht dem thrombotischen Omentalgefäß. Dieser Befund ist ein direkter Indikator vaskulärer Okklusion und häufiger beim primären Omentuminfarkt.
Berichtssatz
Ein hyperdenser Punkt im Zentrum des Infarktbereichs (Central-Dot-Zeichen) wird beobachtet, vereinbar mit einem thrombotischen Omentalgefäß.
Fokale, ovale, hyperechogene, nicht-komprimierbare Raumforderung im Oomentalbereich im B-Mode-US. Die Raumforderung ist echogener als umgebendes Fettgewebe und kann leicht heterogene Binnenstruktur zeigen. Die Vaskularität ist im Doppler vermindert oder fehlend (avaskulärer Bereich — unterstützt Infarkt).
Berichtssatz
Eine fokale hyperechogene, avaskuläre Raumforderung im Oomentalbereich wird beobachtet, die mit einem Omentuminfarkt vereinbar sein kann; CT-Korrelation wird empfohlen.
Fokaler Bereich erhöhter Dichte im Omentum im Nativ-CT. Läsionsdichte liegt zwischen -40 bis -80 HU (Fett-Weichgewebe-Zwischendichte). Nativaufnahme ist wichtig für die Beurteilung der intrinsischen Dichte des Infarktbereichs.
Berichtssatz
Eine fokale Dichteerhöhung im Omentum im Nativ-CT wird beobachtet, vereinbar mit Omentuminfarkt.
Heterogenes hyperintenses Signal im Omentuminfarktbereich in T2-gewichteten Bildern. Das T2-Signal ist im akuten Stadium aufgrund von Ödem und Entzündung hoch. Die Läsion wird in fettunterdrückten Sequenzen deutlicher sichtbar.
Berichtssatz
Ein heterogener hyperintenser fokaler Bereich im Omentum in T2-gewichteten Bildern wird beobachtet, vereinbar mit akutem Omentuminfarkt.
Kriterien
Keine zugrunde liegende mechanische Ursache; spontane vaskuläre Okklusion; Adipositas und körperliche Aktivität Risikofaktoren
Unterscheidungsmerkmale
Im rechten unteren Quadranten lokalisiert; imitiert Appendizitis; gewöhnlich selbstlimitierend
Kriterien
Vaskuläre Okklusion durch Omentaltorsion; gewöhnlich größere Flächenbeteiligung
Unterscheidungsmerkmale
Whirl-Zeichen (Verdrehung des Omentalstiels) kann im CT sichtbar sein; größerer Infarktbereich; höherer Operationsbedarf
Kriterien
Störung der omentalen vaskulären Versorgung nach Operation; besonders nach bariatrischer und abdominaler Chirurgie
Unterscheidungsmerkmale
Chirurgische Anamnese; nahe dem Operationsgebiet lokalisiert; iatrogener vaskulärer Schaden
Unterscheidungsmerkmal
Omentaltorsion zeigt Whirl-Zeichen im CT; reiner Infarkt ohne Whirl-Zeichen
Unterscheidungsmerkmal
Mesenteriale Pannikulitis zeigt diffuse Dichteerhöhung im Mesenterium, Fat-Ring-Zeichen und Pseudokapsel; Omentuminfarkt ist fokal und im Omentum lokalisiert
Unterscheidungsmerkmal
Sklerosierende Mesenteritis erzeugt massenartige fibrotische Gewebe an der Mesenterienwurzel; Omentuminfarkt zeigt fokale Fettnekrose im Omentum
Unterscheidungsmerkmal
Bakterielle Peritonitis zeigt diffuse peritoneale Anreicherung, Aszites und septische Befunde; Omentuminfarkt hat lokalisierte fokale Fettinfiltration und Aszites fehlt generell
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
no-follow-upDer Omentuminfarkt ist generell selbstlimitierend und bildet sich unter konservativer Therapie (Analgesie, Antiphlogistika) in 2-4 Wochen zurück. Die CT-Diagnose verhindert unnötige Operationen (Appendektomie). Komplikationen (Abszess, Peritonitis, Darmadhäsionen) entwickeln sich selten und erfordern eine Operation.
Der Omentuminfarkt ist eine selbstlimitierende Erkrankung. Die Diagnose verhindert unnötige Operationen. Konservative Therapie (Schmerzkontrolle, NSAID) ist ausreichend. Symptome bilden sich typischerweise innerhalb von 1-2 Wochen zurück.