Das Larynxgranulom ist eine gutartige Granulationsgewebsmasse, die sich am oder angrenzend an den Processus vocalis (Stimmfortsatz des Arytenoidknorpels) entwickelt. Es hat zwei Hauptsubtypen: (1) Intubationsgranulom — resultiert aus Drucktrauma des Endotrachealtubus auf den Processus vocalis, entwickelt sich 2-12 Wochen postoperativ. (2) Kontaktgranulom (Refluxgranulom) — resultiert aus gastroösophagealen Reflux, der die Processus-vocalis-Schleimhaut irritiert, oder aus dem Aufeinanderschlagen der Processus vocales während der Phonation. In der Bildgebung erscheint es als kleine, gut begrenzte, homogen anreichernde noduläre Läsion am Processus vocalis. Die Unterscheidung vom PEK ist kritisch.
Altersbereich
20-70
Häufigkeitsalter
45
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Häufig
Beim Intubationsgranulom verursacht der Druck des Endotrachealtubus auf die Processus-vocalis-Schleimhaut in der posterioren Glottis ischämische Nekrose und Ulzeration. Während der Heilung wird übermäßiges Granulationsgewebe (Fibroblasten, Neovaskularisation, Entzündungszellen) produziert und bildet eine polypoide Masse. Beim Kontaktgranulom sind zwei Mechanismen beteiligt: (1) GERD-bedingter Säurereflux irritiert die Larynxschleimhaut — chronische chemische Irritation löst Granulationsgewebebildung aus. (2) Aggressive oder falsche Phonationstechnik lässt die Processus vocales hart aufeinanderschlagen — wiederholtes mechanisches Trauma führt zu Ulzeration und Granulombildung. In der Bildgebung: Granulationsgewebe reichert an, da es vaskularisiert ist; kleine Größe und glatte Ränder reflektieren die benigne Natur; leichte Hyperintensität im T2 spiegelt den Wassergehalt von Ödem und Granulationsgewebe wider. Die Lokalisation in der posterioren Glottis ist charakteristisch — Läsionen an anteriorer oder mittlerer Stimmlippe sollten andere Diagnosen in Betracht ziehen lassen.
Kleiner, gut begrenzter, homogen anreichernder Nodulus am Processus vocalis (Arytenoid) — Lokalisation in der posterioren Glottis ist charakteristisch für Intubations- oder GERD-Granulom.
Im kontrastmittelverstärkten CT eine kleine (meist 5-10mm), gut begrenzte, homogen anreichernde noduläre Läsion am oder angrenzend an den Processus vocalis. Einseitige Lokalisation in der posterioren Glottis ist typisch. Die Läsiondichte ist weichteilgewebe-ähnlich oder leicht hypodens. Anreicherung ist homogen und mäßig — spiegelt die Vaskularisation des Granulationsgewebes wider. Schildknorpel, Ringknorpel intakt, keine Erosion.
Berichtssatz
Eine __ x __ mm große, gut begrenzte, homogen anreichernde noduläre Läsion zeigt sich am [rechten/linken] Processus vocalis. Keine Knorpelerosion oder -invasion vorhanden. In Zusammenschau mit klinischen Informationen wird primär ein Larynxgranulom erwogen.
In MRT-T2-gewichteten Sequenzen ein leicht bis mäßig hyperintenser, gut begrenzter kleiner Nodulus am Processus vocalis. Isointens im T1. Homogene Anreicherung in postkontrastmittelverstärkten Sequenzen. Ödemkomponente wird im STIR hervorgehoben. Diffusionsrestriktion ist in der Regel fehlend (niedrige Zellularität).
Berichtssatz
Im MRT eine kleine noduläre Läsion am [rechten/linken] Processus vocalis mit leichter Hyperintensität im T2, Isointensität im T1 und homogener Anreicherung in postkontrastmittelverstärkten Sequenzen. Keine Diffusionsrestriktion sichtbar.
Im nativen CT ein kleiner Weichteildichte-Nodulus angrenzend an den Processus vocalis in der posterioren Glottis. Kritische Negativbefunde: Arytenoidknorpel in normaler Form und Position, keine Erosion am Schild- und Ringknorpel, paraglottische Fettebenen erhalten. Bei ähnlicher Läsion am kontralateralen Processus vocalis wird ein bilaterales Kontaktgranulom erwogen.
Berichtssatz
Eine kleine Weichteildichte noduläre Läsion zeigt sich angrenzend an den [rechten/linken] Processus vocalis in der posterioren Glottis. Arytenoid-, Schild- und Ringknorpel sind normal. Ein Larynxgranulom wird in der Differentialdiagnose unter Berücksichtigung der klinischen Vorgeschichte erwogen.
In der transzervikalen Sonografie eine kleine hypoechogene oder isoechogene noduläre Läsion in der posterioren Glottis. Glatte Begrenzung. Minimale Vaskularisation kann im Doppler sichtbar sein. US ist hilfreich bei der dynamischen Beurteilung der Stimmlippenmobilität — ob das Granulom die Stimmlippenbewegung einschränkt, kann beobachtet werden.
Berichtssatz
Eine kleine hypoechogene noduläre Läsion zeigt sich in der posterioren Glottis im transzervikalen US. Stimmlippenmobilität ist [erhalten/eingeschränkt]. Weitere Abklärung mit CT oder MRT wird empfohlen.
Das Larynxgranulom zeigt keine signifikante Diffusionsrestriktion im DWI. ADC-Werte sind normal oder leicht erhöht. Dies ist ein zusätzlicher hilfreicher Befund zur Unterscheidung vom PEK — signifikante Diffusionsrestriktion wird beim PEK aufgrund hoher Zellularität erwartet.
Berichtssatz
Keine signifikante Diffusionsrestriktion in der Processus-vocalis-Läsion im DWI sichtbar. ADC-Werte sind normal. Dieser Befund spricht gegen Malignität.
Kriterien
Anamnese endotrachealer Intubation, Entwicklung 2-12 Wochen danach
Unterscheidungsmerkmale
Bildet sich in der Regel spontan zurück. Prolongierte Intubation, weibliches Geschlecht und Verwendung großer Tuben sind Risikofaktoren. Kann bilateral sein.
Kriterien
GERD-Anamnese, stimmliche Überbelastung, keine Intubationsanamnese
Unterscheidungsmerkmale
Kann sich mit PPI-Therapie und Stimmtherapie zurückbilden. Rezidiv ist häufig. Kontaktulkus auf der Gegenseite kann begleiten ('Ulkus-Granulom-Komplex').
Kriterien
Anamnese einer Teflon-Injektion zur Stimmlippenmedialisierung
Unterscheidungsmerkmale
Granulom durch Fremdkörperreaktion. Hochdichtes Teflon-Depot mit umgebendem Granulationsgewebe im CT. Teflon wird nicht mehr verwendet; wird in historischen Fällen gesehen.
Unterscheidungsmerkmal
Reinke-Ödem ist bilaterale diffuse Stimmlippenbeteiligung; Granulom ist fokal, am Processus vocalis lokalisiert.
Unterscheidungsmerkmal
Subglottische Stenose ist konzentrisch, auf Ringknorpelebene; Granulom ist fokal, auf glottischer Ebene.
Unterscheidungsmerkmal
Epiglottitis betrifft supraglottische Strukturen; Granulom auf glottischer Ebene am Processus vocalis. Epiglottitis hat akutes Fieber und Infektion.
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
3-monthPrimärtherapie ist konservativ: PPI (bei GERD), Stimmtherapie, Stimmruhe. Intubationsgranulome bilden sich in der Regel spontan innerhalb von 6-12 Monaten zurück. Laryngoskopische Biopsie + Exzision wird in refraktären Fällen oder bei Notwendigkeit eines PEK-Ausschlusses durchgeführt. Die postoperative Rezidivrate ist hoch (30-50%), daher muss die zugrunde liegende Ursache (GERD, Stimmüberbelastung) behandelt werden.
Die Behandlung umfasst Protonenpumpenhemmer (PPI) und Stimmtherapie. Intubationsgranulome bilden sich in der Regel spontan zurück. In refraktären Fällen kann eine chirurgische Exzision durchgeführt werden, aber das Rezidivrisiko ist hoch. Eine Biopsie kann zum Ausschluss eines PEK erforderlich sein.