Das Larynxtrauma umfasst laryngeale Knorpelfrakturen, Hämatom, Arytenoidluxation und Weichteilverletzung infolge eines stumpfen (Kraftfahrzeugunfall, Sportverletzung, Strangulation, Clothesline-Verletzung) oder penetrierenden (Messer, Schusswaffe) Halstraumas. Obwohl es weniger als 1% der Halstraumen ausmacht, birgt es aufgrund der Atemwegskompromittierung eine hohe Mortalität. CT ist die Goldstandard-Bildgebungsmodalität — Dünnschicht-Axialbilder + multiplanare und 3D-Reformationen zeigen Knorpelfrakturlinien, Emphysem, Hämatom und Atemwegsverengung. Die Schaefer-Fuhrman-Klassifikation (Grad I-V) bestimmt den Behandlungsansatz.
Altersbereich
15-60
Häufigkeitsalter
35
Geschlecht
Mannlich dominant
Prävalenz
Selten
Die Larynxknorpel befinden sich in einer relativ geschützten Position im Hals, sind aber anfällig für direkte Traumata. Bei stumpfem Trauma (insbesondere anteriorer Hals) wird der Knorpel gegen die Wirbelsäule komprimiert — bei Kindern ist elastischer Knorpel widerstandsfähiger, während bei Erwachsenen die Ossifikation die Fragilität erhöht. Der Schildknorpel ist der am häufigsten frakturierte Larynxknorpel — die mediane vertikale Fraktur ('Butterfly-Fraktur') ist das klassische Muster. Da der Ringknorpel ringförmig ist, frakturiert er in der Regel an 2 oder mehr Stellen. Arytenoidluxation resultiert aus Schädigung des krikothyreoidalen oder krikoarytenoiden Gelenks. Durch die Frakturlinie eintretende Luft erzeugt subkutanes und paralaryngeales Emphysem — der pathognomonische Bildgebungsbefund. Hämatom entwickelt sich durch Blutung an frakturierten Knorpelrändern oder Gefäßverletzung — hyperdens im CT, hyperintens im T1-MRT (akutes Blut). Mukosariss birgt Risiko von Atemwegsblutung und Aspiration. Ödem und Hämatom können den Atemweg sowohl intern (intraluminal) als auch extern (Kompression) verengen.
Das gleichzeitige Vorhandensein von Luft in Halsweichteilen und Frakturlinie im Larynxknorpel im CT ist pathognomonisch für Larynxtrauma. Emphysem zeigt Störung der Mukosaintegrität.
Im Dünnschicht-CT (0,5-1mm) zeigt sich eine Frakturlinie im Schild- und/oder Ringknorpel. 3D-Volumenrendering und multiplanare Reformationen zeigen Frakturmuster, Dislokation und Fragmentanzahl am besten. Mediane vertikale Fraktur ('Butterfly') ist am häufigsten im Schildknorpel. Ringknorpel frakturiert in der Regel an 2+ Stellen des Rings. Arytenoidknorpelfraktur oder -luxation wird als Arytenoidpositionsasymmetrie in den Axialschnitten erkannt.
Berichtssatz
Eine [mediane vertikale/paramediane/bilaterale] Frakturlinie zeigt sich im [Schild-/Ring-]knorpel. Die Fraktur ist [disloziert/nicht-disloziert], mit __ mm Dislokation. Die Arytenoidknorpel sind [in normaler Position/luxiert/subluxiert]. Vereinbar mit Schaefer-Fuhrman Grad __.
Gasansammlungen mit Luftdichte (-1000 HU) zeigen sich in den Halsweichteilen im CT. Subkutanes Emphysem ist im subkutanen Fett sichtbar, paralaryngeales Emphysem in Weichteilen um den Larynx. Mediastinale Ausbreitung sollte beurteilt werden (Pneumomediastinum). Das Ausmaß des Emphysems ist proportional zur Schwere des Mukosariss.
Berichtssatz
[Subkutanes/paralaryngeales/bilaterales] Emphysem ist sichtbar. Gasausdehnung ist [begrenzt/ausgedehnt]. [Pneumomediastinum ist vorhanden/nicht nachweisbar]. Die Befunde sind vereinbar mit einem Mukosariss.
Im CT zeigt sich eine hyperdense Kollektion um den Larynx (paralaryngeal, prä-epiglottisch oder paraglottisch) — ein akutes Hämatom darstellend. Akutes Blut zeigt 40-70 HU Dichte im CT. Das Hämatom kann das Atemwegslumen verengen und Atemwegskompromittierung verursachen. Bei aktiver Blutung kann eine Extravasation (Kontrastmittel-Blush) im kontrastmittelverstärkten CT sichtbar sein.
Berichtssatz
Eine __ x __ mm große hyperdense Kollektion (durchschnittlich __ HU) zeigt sich im [paralaryngealen/prä-epiglottischen/paraglottischen] Raum, vereinbar mit akutem Hämatom. Atemwegslumen ist [erhalten/verengt, Durchmesser __ mm]. [Kein Zeichen aktiver Blutung sichtbar/Kontrastmittelextravasation vorhanden].
In MRT-T1-gewichteten Sequenzen zeigt das paralaryngeale Hämatom in der akuten Phase (aufgrund des Methämoglobingehalts) ein hyperintenses Signal. Das Signal im T2 kann heterogen sein. Hämatom wird im MRT besser charakterisiert als im CT — das Signal variiert entsprechend dem Oxidationsstadium des Hämoglobins (hyperakut: T1 iso/hypo; akut: T1 hypo; früh subakut: T1 hyper; spät subakut: T1+T2 hyper).
Berichtssatz
Eine hyperintense Kollektion zeigt sich im paralaryngealen Raum im MRT T1 (vereinbar mit subakutem Hämatom). Signal im T2 ist [heterogen/hyperintens]. Weichteilverletzung [wird beschrieben].
Im axialen CT zeigt sich der Arytenoidknorpel aus seiner normalen Position luxiert oder subluxiert. Arytenoidpositionsasymmetrie ist im Vergleich zur gesunden Seite evident. Der luxierte Arytenoid verursacht ipsilaterale Stimmlippenimmobilität — Stimmlippen sind in asymmetrischer Position sichtbar (betroffene Seite in paramedianer oder lateraler Position). Krikoarytenoide Gelenksubluxation kann als Erweiterung des Gelenkspaltes im CT erscheinen.
Berichtssatz
Der [rechte/linke] Arytenoidknorpel zeigt eine [anteriore/posteriore/laterale] Luxation. Die ipsilaterale Stimmlippe befindet sich in [paramedianer/lateraler] Position. Das Krikoarytenoidgelenk ist [subluxiert/normal].
Kriterien
Geringes endolaryngeales Hämatom/Lazerationen, keine Fraktur
Unterscheidungsmerkmale
Konservative Behandlung ausreichend. Beobachtung + medikamentöse Therapie.
Kriterien
Dislozierte Fraktur, Stimmlippenimmobilität
Unterscheidungsmerkmale
Erfordert chirurgische Exploration + Reparatur. Tracheotomie + Knorpelreposition.
Kriterien
Laryngotracheale Separation
Unterscheidungsmerkmale
Schwerste Form, hohe Mortalität. Notfallchirurgische Reparatur. Komplette laryngotracheale Separation bedeutet komplett gestörter Atemweg.
Unterscheidungsmerkmal
Keine Traumaanamnese, Fraktur oder Emphysem bei Epiglottitis. Entzündliches Ödem dominiert.
Unterscheidungsmerkmal
Keine Knorpelfraktur beim Retropharyngealabszess, randanreichernde Kollektion vorhanden. Traumakollektion = Hämatom (hyperdens), Abszesskollektion = Eiter (hypodens).
Unterscheidungsmerkmal
Subglottische Stenose ist chronisch, konzentrische Verengung; Trauma ist akut mit Fraktur + Emphysem + Hämatom.
Dringlichkeit
emergentManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
specialist-referralAtemwegssicherung ist die dringendste Priorität — Intubation bei stabilen Patienten, Notfall-Tracheotomie bei instabilen. Schaefer-Fuhrman Grad I-II konservativ, Grad III-V erfordert chirurgische Behandlung. Chirurgie sollte innerhalb von 24-48 Stunden erfolgen — Verzögerung erhöht das Risiko einer Larynxstenose und dauerhafter Stimmstörung.
Atemwegssicherung ist die dringendste Priorität. Schaefer-Fuhrman Grad I-II erfordert konservative, Grad III-IV chirurgische Behandlung. Die chirurgische Reparatur umfasst Knorpelstabilisierung und Atemwegsrekonstruktion. Eine verzögerte Diagnose kann zu Larynxstenose und dauerhafter Stimmstörung führen.