Die Ranula ist eine Mukus-Retentionszyste oder Mukus-Extravasations-Pseudozyste, die von der Glandula sublingualis ausgeht und im Mundboden lokalisiert ist. Sie hat zwei Formen: einfache (orale) Ranula ist auf den Mundboden beschränkt; tauchende (Plunging) Ranula erstreckt sich durch den Musculus mylohyoideus in den submandibulären und submentalen Raum. Die tauchende Ranula kann sich als Halsmasse in der submandibulären Region präsentieren und ist in der Differentialdiagnose zystischer Halsmassen enthalten. Histologisch kann sie eine echte, mit Epithel ausgekleidete Zyste (Retentionszyste) oder eine Pseudozyste ohne Epithelauskleidung (Extravasationszyste) sein; die Pseudozystenform ist viel häufiger (90%+). Die Spitzeninzidenz liegt bei jungen Erwachsenen, etwas häufiger bei Frauen. Die orale Ranula erscheint als blau-transluzente, fluktuierende, schmerzlose Schwellung — der Name 'Ranula' (= kleiner Frosch) kommt von diesem Erscheinungsbild. Die tauchende Ranula präsentiert sich als schmerzlose, komprimierbare Masse in der submandibulären/submentalen Region.
Altersbereich
10-40
Häufigkeitsalter
25
Geschlecht
Gleich
Prävalenz
Selten
Die Bildgebungsbefunde der Ranula basieren auf der Leckage muzinöser Speichelsekretion aus der Glandula sublingualis oder Gangobstruktion. In der Extravasations-(Pseudozysten-)form verursacht die Ruptur des Sublingualisgangs durch Trauma oder Obstruktion das Austreten muzinösen Speichels in umgebende Weichteile; entzündliches Granulationsgewebe bildet die Pseudozystenwand. Bei der tauchenden Ranula passiert muzinöse Flüssigkeit den posterioren freien Rand des Musculus mylohyoideus oder durch einen Mylohyoid-Defekt in den submandibulären und submentalen Raum — ein dünner Verbindungskanal, bekannt als 'Tail Sign', zeigt den Übergang vom Sublingualraum. Diese muzinöse Flüssigkeit enthält hohe Protein- und Glykoproteinkonzentrationen und zeigt höhere Dichte als einfache Flüssigkeit in der CT, Hyperintensität in T1-MRT. Dünne Wand und homogener Flüssigkeitsinhalt reflektieren die einfache zystische Struktur. Bei infizierter Ranula verdickt sich die Wand und entzündliche Veränderungen entwickeln sich in umgebenden Geweben.
Der pathognomonische Bildgebungsbefund der tauchenden Ranula ist das 'Tail Sign' — eine dünne, T2-hyperintense Schwanzextension vom Sublingualraum, die den posterioren freien Rand oder Defekt des Musculus mylohyoideus passiert und in den submandibulären Raum eintritt. Dieser Befund unterscheidet die tauchende Ranula von anderen submandibulären zystischen Massen.
In T2-gewichteten Sequenzen erscheint die Ranula als dünnwandige zystische Läsion mit ausgeprägt hyperintensem Signal. Einfache Ranula ist auf den Sublingualraum beschränkt. Tauchende Ranula erstreckt sich durch den Musculus mylohyoideus in den submandibulären und/oder submentalen Raum — ein dünner Verbindungskanal, bekannt als 'Tail Sign', zeigt den Übergang vom Sublingualraum und ist ein pathognomonischer Befund. MRT ist die wertvollste Modalität für die vollständige anatomische Kartierung der tauchenden Ranula. Das T2-Signal kann sich leicht von einfacher seröser Flüssigkeit unterscheiden — leicht niedrigeres T2 ist aufgrund des muzinösen Inhalts möglich, aber im Allgemeinen ausgeprägt hyperintens. Bei infizierter Ranula verdickt sich die Wand und T2-hyperintenses Ödem wird in umgebenden Geweben beobachtet.
Berichtssatz
Eine T2-hyperintense zystische Läsion, die sich vom Sublingualraum durch den Musculus mylohyoideus in den submandibulären Raum erstreckt, wird im Mundboden identifiziert ('Tail Sign' positiv); vereinbar mit tauchender Ranula.
In T1-gewichteten Sequenzen zeigt der Flüssigkeitsinhalt der Ranula im Allgemeinen ein leicht hyperintenses Signal — verschieden von einfacher seröser Flüssigkeit (T1 hypointens). Dieser Befund reflektiert die proteinöse Natur der muzinösen Flüssigkeit. Bei infizierter oder hämorrhagischer Ranula kann die T1-Hyperintensität ausgeprägter sein. Die dünne Zystenwand zeigt minimale Anreicherung in T1. In den postkontrastmittelverstärkten Serien ist die Randanreicherung dünn und glatt — dicke oder irreguläre Randanreicherung deutet auf Infektion oder Tumor hin.
Berichtssatz
Der Flüssigkeitsinhalt der zystischen Läsion zeigt ein leicht hyperintenses Signal im Vergleich zu einfacher Flüssigkeit in T1-gewichteten Sequenzen; vereinbar mit muzinösem Inhalt und unterstützt Ranula.
Im kontrastmittelverstärkten CT erscheint die tauchende Ranula als dünnwandige, niedrigdichte zystische Masse im submandibulären Raum. Die Zystenflüssigkeitsdichte ist leicht höher als einfache Flüssigkeit (10-25 HU — muzinöser Inhalt). 'Tail Sign' — eine dünne Schwanzextension vom Sublingualraum, die den Musculus mylohyoideus kreuzt — ist auch in der CT sichtbar und ist pathognomonisch für die Unterscheidung der tauchenden Ranula von anderen submandibulären zystischen Massen (Ductus-thyreoglossus-Zyste, Branchialzyste, Dermoid). Die dünne, glatte Zystenwand zeigt minimale Anreicherung. Bei infizierter Ranula werden Wandverdickung, periphere Anreicherungszunahme und umgebendes Weichteilödem beobachtet.
Berichtssatz
Eine dünnwandige, niedrigdichte zystische Masse wird im submandibulären Raum identifiziert, mit einer dünnen Schwanzextension (Tail Sign) vom Sublingualraum, die den Musculus mylohyoideus kreuzt; vereinbar mit tauchender Ranula.
In der B-Modus-Sonographie erscheint die einfache Ranula als echoleer oder echoarme, dünnwandige, gut abgrenzbare zystische Läsion im Mundboden. Posteriore Schallverstärkung ist ausgeprägt. Die tauchende Ranula wird als ähnliche zystische Struktur im submandibulären Raum gesehen. US kann die Extension vom Sublingualraum entlang des Musculus mylohyoideus darstellen, zeigt aber das Tail Sign möglicherweise nicht so klar wie MRT und CT. Bei infizierter Ranula nehmen interne Echos zu, die Wand verdickt sich und Ödem wird in umgebenden Geweben beobachtet. US ist nützlich für FNAB-Führung und Nachsorge nach Behandlung.
Berichtssatz
Eine dünnwandige, echoleer zystische Läsion mit posteriorer Schallverstärkung wird im Mundboden/submandibulären Raum identifiziert; vereinbar mit Ranula.
In der DWI zeigt die Ranula keine Diffusionsrestriktion — ADC-Werte sind hoch (>2,0 × 10⁻³ mm²/s). Dieser Befund ist kritisch für die Unterscheidung der Ranula von infizierten zystischen Läsionen (Abszess — niedriger ADC) und soliden Tumoren (niedriger ADC). Bei infizierter Ranula kann purulenter Inhalt Diffusionsrestriktion zeigen (ADC sinkt). T2-Shine-Through-Effekt kann bei hohen b-Werten eine Hyperintensität in der DWI erzeugen; Korrelation mit ADC-Karten ist obligatorisch.
Berichtssatz
Die zystische Läsion zeigt keine Diffusionsrestriktion mit hohen ADC-Werten; vereinbar mit unkomplizierter Ranula und Abszess wird ausgeschlossen.
Kriterien
Auf Sublingualraum beschränkt, kreuzt Musculus mylohyoideus nicht.
Unterscheidungsmerkmale
Blau-transluzente fluktuierende Schwellung im Mundboden, klinische Diagnose meist ausreichend, Marsupialisation als Behandlung.
Kriterien
Erstreckt sich durch Musculus mylohyoideus in submandibulären/submentalen Raum.
Unterscheidungsmerkmale
Präsentiert sich als Halsmasse, Tail Sign positiv, Behandlung mit Sublingualisexzision, MRT präoperativ obligatorisch.
Kriterien
Ranula mit sekundärer bakterieller Infektion.
Unterscheidungsmerkmale
Wandverdickung, umgebendes Ödem, DWI-Diffusionsrestriktion kann auftreten, Schmerzen, Fieber. Kann Abszess imitieren.
Unterscheidungsmerkmal
Branchialzyste ist periaurikulär/parotid lokalisiert, kein Tail Sign, kann Beziehung zum äußeren Gehörgang haben. Ranula hat sublingualen Ursprung, Tail Sign positiv, Mundboden-Lokalisation.
Unterscheidungsmerkmal
Sialolithiasis zeigt hyperdensen Kalkulus im Gang und obstruktive Gangdilatation. Ranula ist zystisch, kein Stein, Tail Sign positiv.
Unterscheidungsmerkmal
Akute Sialadenitis zeigt diffuse Drüsenvergrößerung und Anreicherungszunahme. Ranula ist fokale zystische Läsion, Drüsenparenchym normal.
Dringlichkeit
routineManagement
surgicalBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
Basit ranula: marsupializasyon veya sublingual bez eksizyonu. Dalıcı ranula: sublingual bez eksizyonu ile birlikte kist eksizyonu (bez çıkarılmazsa rekürrens yüksek). MR preoperatif planlama için zorunlu. Aspirasyon tek başına yetersiz — rekürrens oranı yüksek.Bei der Ranula-Behandlung ist die Exzision der Glandula sublingualis kritisch für die Rezidivprävention. Einfache Ranula kann mit Marsupialisation (Eröffnung der Zyste und marginale Naht) behandelt werden, aber das Rezidiv kann 60-70% erreichen. Chirurgische Behandlung kombiniert mit Sublingualisexzision reduziert das Rezidiv auf <5%. Bei tauchender Ranula ist die Sublingualisexzision obligatorisch — Zystenaspiration oder submandibulare Zystenexzision allein ohne Entfernung der Drüse ist unzureichend. MRT ist präoperativ obligatorisch für die vollständige anatomische Kartierung der tauchenden Ranula. OK-432 (Picibanil)-Injektion kann als Sklerotherapie als chirurgische Alternative verwendet werden.
Behandlung durch Exzision der Glandula sublingualis. Marsupialisation birgt Rezidivrisiko.