Die Talgzyste (Tricholemmalzyste / Pilarzyste) ist eine benigne zystische Läsion, die vom äußeren Wurzelscheidenepithel (Tricholemma) ausgeht und eine abrupte Keratinisierung ohne Granularschicht zeigt. Am häufigsten am Skalp (90%), häufiger bei Frauen. Der Zysteninhalt ist kompaktes keratinöses Material, homogener und dichter als bei der Epidermoidzyste. Klinisch präsentiert sie sich als fester, mobiler Knoten am Skalp — typischerweise ohne Punktum. Multiple Zysten können autosomal-dominant vererbt werden. Seltene Transformation zum proliferierenden Tricholemmaltumor. Sonographie ist die primäre diagnostische Modalität.
Altersbereich
20-70
Häufigkeitsalter
40
Geschlecht
Weiblich dominant
Prävalenz
Häufig
Tricholemmalzyste entspringt dem äußeren Wurzelscheidenepithel des Haarfollikels. Die trichilemmale Keratinisierung am Isthmus erfolgt ohne Granularschicht — Zellen transformieren direkt zu kompaktem Keratin. Dieses homogene Keratin erzeugt in der Sonographie ein homogenes hypoechogenes Erscheinungsbild mit niedrigen internen Echos. Verkalkungen (25% der Fälle) durch dystrophische Kalkablagerung → punktförmige hyperechogene Herde. Skalp-Prädominanz durch hohe Follikeldichte.
Eine gut abgrenzbare zystische Läsion mit homogener hypoechogener interner Struktur und punktförmigen echogenen Herden (Mikroverkalkungen) am Skalp ist eine hochcharakteristische Kombination für Tricholemmalzysten.
In der B-Mode-Sonographie zeigt sich eine homogene hypoechogene interne Struktur — deutlich verschieden vom laminierten Muster der Epidermoidzyste. Niedrige interne Echos gleichmäßig verteilt. Dieses homogene Muster reflektiert die kompakte trichilemmale Keratinisierung.
Berichtssatz
Die zystische Läsion am Skalp zeigt homogene hypoechogene interne Struktur; kein laminiertes Muster, vereinbar mit Tricholemmalzyste (Talgzyste).
Verstreute punktförmige echogene Herde innerhalb der Zyste — entsprechend dystrophischen Mikroverkalkungen. In etwa 25% der Fälle, hochspezifisch für Tricholemmalzysten. Verkalkungen typischerweise 1-3 mm, können minimalen Schallschatten verursachen.
Berichtssatz
Verstreute punktförmige echogene Herde (Mikroverkalkungen) innerhalb der Zyste; charakteristischer Befund für Tricholemmalzyste.
Dorsale Schallverstärkung hinter der Tricholemmalzyste — niedrigere akustische Attenuation des Zysteninhalts. Kann durch dichten Keratininhalt weniger prominent sein. Verkalkungen können fokale Schallschatten erzeugen.
Berichtssatz
Dorsale Schallverstärkung hinter der Läsion; vereinbar mit zystischem Inhalt.
Kein vaskuläres Signal innerhalb der Zyste im Farb-/Power-Doppler — avaskuläre interne Struktur bestätigt zystische Natur. Minimale Wandvaskularität möglich. Bei Inflammation perizystische Hypervaskularität.
Berichtssatz
Kein vaskuläres Signal innerhalb der Zyste im Farbdoppler; avaskuläre Struktur vereinbar mit zystischer Natur.
In T1-gewichteten MRT-Bildern zeigt die Tricholemmalzyste intermediär-hohes Signal — kurze T1-Relaxationszeit des dichten keratinösen Inhalts. Kein Enhancement des Inhalts nach Kontrastmittelgabe.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt intermediär-hohes Signal in T1-Bildern; vereinbar mit dichtem proteinösem Keratininhalt einer Tricholemmalzyste.
In T2-gewichteten Bildern variables Signal — flüssigkeitsdominant hohes, keratindominant intermediäres T2-Signal. Kalzifizierte Herde zeigen Signalverlust. Variable Diffusionsrestriktion in DWI.
Berichtssatz
Die Läsion zeigt heterogenes Signal in T2-Bildern mit fokalen Signalauslöschungen, vereinbar mit Verkalkungen.
Kriterien
Solitär oder multipel, gut abgrenzbar, am Skalp. Kompakter keratinöser Inhalt.
Unterscheidungsmerkmale
Homogen hypoechogen, dorsale Verstärkung, avaskulär. Klinisch fest, mobil, schmerzlos. Bei multiplen Fällen autosomal-dominante Vererbung erfragen.
Kriterien
Seltene neoplastische Transformation. Schnelles Wachstum, große Größe (>5 cm), lobulierte Kontur, solide Komponenten.
Unterscheidungsmerkmale
Heterogene interne Struktur, vermehrte Vaskularität, irreguläre Wand, solide Komponenten. MRT-Anreicherung. Weite Exzision erforderlich.
Kriterien
Entzündliche Veränderungen nach Wandruptur oder Sekundärinfektion. Schmerz, Erythem, Schwellung.
Unterscheidungsmerkmale
Verdickte irreguläre Wand, perizystisches Ödem, Hypervaskularität, heterogener Inhalt. Kann Abszess imitieren.
Unterscheidungsmerkmal
Epidermoidzyste zeigt laminiertes Muster — Tricholemmalzyste homogen hypoechogen. Punktum häufig bei Epidermoid, fehlend bei Trichilemmal. Trichilemmalzyste 90% am Skalp.
Unterscheidungsmerkmal
Lipom isoechogen/hyperechogen mit parallelen Linien, komprimierbar, keine dorsale Verstärkung. Tricholemmalzyste hypoechogen, nicht komprimierbar, mit dorsaler Verstärkung.
Unterscheidungsmerkmal
Pilomatrixom ist ein solider hypoechogener Knoten an der Dermis-Subkutis-Grenze mit Verkalkung und Schallschatten. Tricholemmalzyste ist zystisch mit dorsaler Verstärkung.
Dringlichkeit
routineManagement
conservativeBiopsie
Nicht erforderlichNachsorge
no-follow-upTricholemmalzyste ist eine vollständig benigne Läsion. Bei typischen Sonographiebefunden sichere Diagnose. Keine Behandlung bei asymptomatischen Zysten. Chirurgische Exzision kurativ. Bei multiplen Zysten Gardner-Syndrom-Screening. Histopathologie bei schnellem Wachstum zum Ausschluss eines proliferierenden Tricholemmaltumors.
Trichilemmalzysten sind benigne Läsionen. Die chirurgische Exzision ist kurativ. Der proliferierende Trichilemmaltumor (maligne Transformation) ist äußerst selten. Multiple Zysten können autosomal-dominant vererbt werden. Infizierte Zysten werden mit Inzisionsdrainage und Antibiotikatherapie behandelt.